Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Neustart fürs Kraszewski-Museum Dresden: Geld und wieder Dauerausstellung

Neustart fürs Kraszewski-Museum Dresden: Geld und wieder Dauerausstellung

Nach holpriger Tour winkt ein Happy End: Nachdem das Dresdner Kraszewski-Museum Ende vergangenen Jahres 160 Exponate an Polen zurückgeben musste und damit nach 51 Jahren vor seiner Schließung stand (DNN berichteten), ist nun die Kehrtwende vollzogen.

Am 17. Dezember soll eine neue Dauerausstellung über den Schriftsteller Jósef Ignacy Kraszewski (1812-1887) eröffnet werden. Für die Herrichtung der Räume war bislang eine Summe von 37 500 Euro vom Kunstministerium abgesegnet worden, jedoch nur, wenn die Stadt die gleiche Summe bereitstellt. Diese Zusage ist nach DNN-Informationen nun erfolgt.

Die neue Dauerausstellung soll drei Räume des Museums einnehmen und sich dem Leben und Wirken Kraszewskis widmen. Umgesetzt werden soll das Ganze mit Installationen, Medienstationen und auch mit Exponaten, die das Adam-Mickiewicz-Literaturmuseum in Warschau zur Verfügung stellt. Die Bibliothek und das Treppenhaus würden mit in die Konzeption einbezogen, hieß es gestern auf Anfrage aus dem Büro der Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU). Sie hatte im Juni die gesamte Problematik zur Chefsache gemacht. Die Rückgabe der Exponate ging auf ein polnisches Gesetz von 2001 zurück, wonach polnische Kulturgüter, die älter als 50 Jahre sind, maximal fünf Jahre im Ausland gezeigt werden dürfen.

Kraszewski lebte länger als 20 Jahre in Dresden im Exil, hier entstanden zwischen 1873 und 1885 unter anderem sechs Sachsen-Romane, insgesamt schuf er etwa 240 Romane und Erzählungen. Kraszewski gilt folgerichtig als "Vater des polnischen Romans".

1960 wurde das Museum in dem Haus auf der Nordstraße eingerichtet, das Kraszewski einst erworben hatte. Die Konzeption entstand damals wie heute in Warschau. Inhaltlicher Schwerpunkt der neuen Ausstellung soll Kraszewskis Zeit in Dresden bilden. Die übrigen Räume des Museums bleiben Sonderausstellungen vorbehalten. Die Kosten für die Ausstellungsgestaltung, etwa 50 000 Euro, übernimmt das polnische Kulturministerium.

Im Juni hatte der Stadtrat Orosz beauftragt, sowohl eine Neukonzeption für das Museum zu erarbeiten als auch die städtische Kofinanzierung für die Landesmittel zu sichern. Beidem ist sie nun nachgekommen. Und nachdem der Neustart des Museums als sicher gelten darf, ist das Einplanen der Mittel zum Betrieb des Hauses im Doppeletat 2013/2014 wohl nur noch Formsache.

Erste Reaktionen waren gestern von Freude dominiert. "Ich bin erleichtert", sagte Gisbert Porstmann, Direktor der Städtischen Museen Dresden. Er hatte vor einem knappen Jahr die Rückgabe-Situation als "kafkaesk" bezeichnet und im Nachgang auf eine Neuorientierung des Hauses als deutsch-polnisches Begegnungszentrum gesetzt. Dieser Schwerpunkt dürfte weiterhin bestehen bleiben, er bekommt sogar durch den Anker einer ständigen Ausstellung zum Namensgeber des Museums eine Aufwertung.

Bis zum 2. Dezember ist im Kraszewski-Museum jedenfalls noch die Sonderausstellung "Über Grenzen" mit Werken von Tatjana Utz zu sehen. Dann sollte es schnell gehen mit dem Umbau und dem Einrichten der Räume für die künftige Dauerschau. Torsten Schulze, Stadtrat der Bündnisgrünen und vehementer Befürworter des Fortbestehens des Museums, bezeichnete das Haus als "wichtigen deutsch-polnischen Begegnungsort". Das kann es nun bleiben. Und auch ein Museum, das seinen Namen nicht ändern muss. Torsten Klaus

www.museen-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.10.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr