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Neue Malerei und Skulpturen von Konrad Maass in der Galerie am Damm in Dresden

Neue Malerei und Skulpturen von Konrad Maass in der Galerie am Damm in Dresden

Der Dresdner Maler Konrad Maass (geb. 1952 in Rostock) versetzt mit seinen Ölbildern in der Galerie am Damm den Betrachter in den sonnigen Süden. Der Titel der Ausstellung zu seinem 60. Geburtstag "Immermeer" assoziiert zugleich Lust am Sein, an der Malerei, an der Schönheit der Frauen und am südlichen Meer.

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Konrad Maass, Am Strand, Öl auf Leinwand, 2012.Repro: Galerie

Zum Ort der Träume hin spannen sich seine Strandbilder in die Weite der Landschaft. Der Blick geht durch offen belassene, nach hinten gestaffelte Räume hinaus aufs Meer. Handelt es sich bei ihnen um arkadische Szenen von weiblichen Akten innerhalb einer kulissenartigen Architektur, so verklärt Maass im surrealen Traumgeschehen den Mezzogiorno mit beinahe lieblicher Farbigkeit. Ein Rest von Sommerzucker. Man wünschte sich manchmal den Herbst herbei, mehr herbe Töne, die Maass in dieser Ausstellung mit einer Ausnahme völlig ausspart.

Aufgeführt wird ein Spiel zwischen der Figur und dem Raum. In nach vorn offenen Räumen mit antikem Flair räkeln sich badende oder waschende Frauen in idyllischer Schwärmerei. Altmeister werden zitiert. Vielleicht Pierro della Francesca und andere Maler der Renaissance. Im Ölbild "Am Strand" (2012) verstellt Maass den Raum mit einem auffällig rotem Badehaus, leicht geneigt, dessen große Frontfläche dominiert. Es folgen in der Flucht der Perspektive Kubus für Kubus bis hin zum Strand. Wie auf der offenen Seite einer Puppenstube oder einer Bühne ("Strandhaus", 2011) führt Maass ein opulentes Theater mit sich an die Wände schmiegenden nackten oder sich mit Tüchern bedeckenden Frauen auf, die fast skulptural und wie in Wandnischen stehen, in Bewegung oder zum Gestus erstarrt.

Lichthell gehalten sind dagegen das kleine Haus mit Stühlen "Garten mit Pavillon" (2011) und eine abstrakte Arbeit ("Kleines Stilleben", 2011), die auf das breite Spektrum von Konrad Maass' Auffassungen von Malerei aufmerksam machen. Zahlreiche eigenwillige Porträts von Dresdner Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur ergänzen die Präsentation. Im Zentrum der Ausstellung mit ca. zwei Dutzend Arbeiten steht das überdimensionale Ölbild "Modellpause" (2011), das vier Frauen bei einem opulenten gemeinsamen Mahl zeigt. Drei mit Essen und Trinken beschäftigte Akte bilden den Mittelpunkt, eine sich abwendene Frau blickt durch die Bögen des Hauses in die Ferne auf eine ideale Landschaft.

Das romantische Motiv, dem hier gehuldigt wird, zeigt Maass' Verwurzelung in der Dresdner Tradition, obwohl ihm jeder Akademismus fremd geblieben ist. Maass trat trotz bestandener Aufnahmeprüfung an der HfBK sein Studium nach der Übersiedlung nach Dresden nicht an, entwickelte in den 80er Jahren eine eigene Handschrift, beeinflusst auch durch gemeinsames Aktzeichnen mit den Malerfreunden Günter Hein, Wolfgang Kühne und Helge Leiberg. Die Kleinplastiken (darunter Stehende, Liegende und Sitzende in Bronze) zeigen den Künstler von einer anderen Seite, die ihm ebenso viel bedeutet wie die Malerei.

bis 20. November. Galerie am Damm, Körnerplatz 10, Tel. 0351/2 67 92 18, geöffnet Di-Fr 10-13 und 15-19 Uhr, Sa n. V. (11-14 Uhr)

www.galerie-am-damm.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.11.2012

Heinz Weißflog

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