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Regional Neue Arbeiten von Janina Kracht in der Alten Feuerwache Loschwitz
Nachrichten Kultur Regional Neue Arbeiten von Janina Kracht in der Alten Feuerwache Loschwitz
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10:08 10.11.2015
Janina Kracht. Q-Serie 1-9. Öl, Leinwand. Quelle: Heinz Weißflog

Die Tochter Janina wollte in die Fußstapfen des Vaters treten, doch ihre Bewerbungen an Kunsthochschulen der DDR wurden immer wieder abgewiesen. Das große familiäre Vorbild bestimmte zunehmend ihre Vorstellungswelt und ihr Bedürfnis nach Selbstverwirklichung. Die Wende kam und damit die Möglichkeit zu studieren. 1991-1993 studierte sie Malerei/Grafik an der Akademie der Künste Nürnberg, 1993-96 an der Hochschule der Künste Berlin. Sie ist Mitbegründerin des Vereins Freie Akademie Kunst+Bau, der am gleichen Standort in Dresden-Strehlen 2001 neugegründet wurde und auch heute noch innovative Ziele und Visionen (die uns hierzulande zunehmend fehlen) für seine Arbeit hat. Die etwas "versteckte Lage" des Künstlerateliers mit Skulpturengarten an der Gostritzer Straße 10 (vormals Atelierhaus des Bildhauers Edmund Moeller) mag ein nicht unwesentlicher Grund dafür sein, dass man der für Dresden wichtigen Einrichtung und Kunststätte weniger Beachtung schenkt, als es notwendig wäre.

Janina Kracht pflegt eine hochkultivierte Kunst, die an der Dresdner Malerei der Klassischen Moderne mit ihrer Farbkultur, aber auch an die konkrete Kunst anknüpft und viele Anregungen von der Weltkunst empfing. Wesentliche Impulse erfuhr sie vor allem von der konkreten Kunst. Ihre Bildschöpfungen sind aber von Anfang an weniger stoisch-streng, eher in einer lyrisch-temperamentvollen Zuwendung von Farbe und Form (Farb-Form) gehalten, die in letzter Zeit durch einen weicheren, klangvolleren Farbauftrag ineinander verschränkter Flächen gekennzeichnet ist.

Unter den ausgezeichneten Arbeiten der Ausstellung befindet sich das Ölbild "Kubus" (2013), mit dominierendem Schwarz, Oliv und Blau sowie gelben und orangenen Lichtern. Die Formen stürzen ineinander, ruhen aber auf einer festen Basis, innere Mitte und Gelassenheit ausstrahlend. Die Schwere der Farben wird durch die Leichtigkeit der Komposition ausgeglichen. Die zwei Gegensatzpaare "Dunkel" und "Hell" (2014) beschreiben inneren Stimmungen durch ganz von Schwarz oder Weiß beherrschten Flächen, wie sie vor 2015 entstanden sind. Krachts lebendige, wie im Rausch gemalten "Frakturen" (I-III, 2015) bilden den Höhepunkt der Ausstellung. Wie kleine Kommentare strahlt die "Q-Serie" (1-9), fast gestisch belebt und geheimnisvoll animiert. Farbe wird zur Form. Aus ineinander verschränkten geometrischen Flächen entsteht eine narrative Struktur. Da und dort tauchen bekanntere Formen auf und assoziieren bisweilen Figuren ähnliche Schemen.

Janina Kracht baut die Flächen ihrer Bilder nach einer Idee über das Grundgeflecht der Linien, das sie bereits mit ihrer Grafik ausgetestet hat und mit pastosem, sehr sinnlichen Farbauftrag auf die Leinwand bringt. Dabei arbeitet sie gern in Serien. Kontrastreiche Farbräume und Brüche wechseln in letzter Zeit mit abrupten Änderungen des Bildgefüges hin zu einer klareren Lineatur.

Das Team der Alten Feuerwache entdeckte mit Janina Kracht eine Künstlerin, die in das aufklärerische Konzept des Vereins passt, regionale und internationale Kunst im Dialog zusammenzuführen und Diskussionsgrundlagen für eine schöpferische Auseinandersetzung zu schaffen. Nun stellt Janina Kracht 23 Ölbilder aus den vergangenen fünf Jahren in Loschwitz aus. Die große Resonanz beim Publikum ist bereits jetzt zu spüren, beeindrucken doch die großformatigen Bilder durch ihre malerische Klarheit, Tiefe und Kraft. Die gut besuchte Vernissage bestätigte das Bemühen der Macher: Es gab angeregte Diskussionen über zeitgenössische Kunst in der "Trille", der hauseigenen Gaststube bis tief in die Nacht hinein.

Bis 22. November. Alte Feuerwache Loschwitz, Fidelio-Finke-Straße 4. So-Do 12-18 Uhr. Tel. 0351/267 86 26

www.Feuerwache-Loschwitz.de

von Heinz Weißflog

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