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Nackt und vulgär: Die Kassierer

Konzert im Konk Klub Dresden Nackt und vulgär: Die Kassierer

Besucher dieses Konzerts werden sich definitiv einer biergeformten Wattenscheider Plauze gegenübersehen. Mit ähnlich hoher Wahrscheinlichkeit ist im Laufe des Abends auch ein nackter Penis zu begutachten. Denn Die Kassierer kommen am Sonnabend nach Dresden und verbreiten borstige Unkultur, die sich als Satire getarnt hat – oder ist es andersherum?

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Unverfänglich? Die Kassierer.
 

Quelle: PR

Dresden.  Besucher dieses Konzerts werden sich definitiv einer biergeformten Wattenscheider Plauze gegenübersehen. Mit ähnlich hoher Wahrscheinlichkeit ist im Laufe des Abends auch ein nackter Penis zu begutachten. Denn Die Kassierer sind in der Stadt und verbreiten borstige Unkultur, die sich als Satire getarnt hat – oder ist es andersherum?

Dessen kann man sich beim Quartett um Wolfgang „Wölfi“ Wendland – jenem Herrn, der so überaus gern und regelmäßig seinen weder ebenmäßigen noch sonderlich wohlgeformten Körper auf der Bühne präsentiert – nie wirklich sicher sein. Zeilen wie „Ha! He! Mein Penis der tut weh“ aus dem polkarhythmischen „Blumenkohl am Pillemann“ (1999) oder der an Explizitheit kaum zu übertreffende Songtitel „Hoch den Rock, rein den Stock“ (2003) weisen ganz unmissverständlich den hochgradig mit Fäkal- und Genitalhumor gepflasterten Weg ins Banduniversum.

Gleichzeitig überraschen die stets mit ihrem asozialen Image spielenden Punker mit erstaunlich philosophischen Betrachtungen des Weltgeschehens – „Die Geheimnisse der Galaxis sind hinter der Tapete versteckt“ („Physikalisches Intro“) – oder einem Komplettalbum voller Coverversionen des überaus schwarzhumorigen Anarchokabarettisten Georg Kreisler („Taubenvergiften“). Der musikalische Horizont der Kassierer reicht weit über drei Akkorde – das aktuellste, trotzdem schon in die Jahre gekommene Album „Physik“ (2010) überrascht beispielsweise mit einer Art Chanson und einem rappenden Wölfi.

Der wiederum ist vermutlich ein kluger und belesener Mann: Zweitkarrieren als Lokalpolitiker, Filmemacher und Theaterdarsteller sowie mindestens 30 Studiensemester in vier Studiengängen – keiner davon abgeschlossen, aber immerhin – weisen darauf hin. Auf der Bühne aber, bewaffnet mit Bierflasche und Textblatt, gibt er die nackte Verkörperung einer mehr als derben, aber durchaus Teile der deutschen Bevölkerung repräsentierenden Feierkultur – eine ungewaschene Angelegenheit zum Mitgrölen mit vielen, wirklich vielen Anstößig- und Schlüpfrigkeiten. Trotz diverser Anzeigen hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien aber noch nie ein Kassierer-Werk auf den Index verbannt. Am satirischen Postulat der Band muss folglich was dran sein, auch wenn sich das für einen Großteil der Menschheit nicht erschließen mag.

Samstag, 20 Uhr: Konk Klub Dresden; Support: Al Gore

Von Franziska Schmieder

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