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Regional Nach Havarie alle Vorstellungen bis Ende November abgesagt
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11:01 20.10.2017
Blick auf die Bühne der Staatsoperette, die am Mittwochmorgen durch einen Bedienfehler geflutet worden war.  Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

 Die durch eine Havarie geflutete Operettenbühne im Kraftwerk Mitte (DNN berichteten) ließ schon am Mittwoch Arges in der Konsequenz vermuten. Was gestern aber an Details an die Öffentlichkeit gelangte, lässt den Schluss zu: alles noch schlimmer. Denn die Operette wird nun alle 26 Veranstaltungen bis Ende November absagen (einen Tag vorher waren es noch „nur“ die im Oktober) und schon unters Volk gebrachte Tickets wieder zurückkaufen. Geschätzt gehen dem Haus dadurch Einnahmen von rund 380 000 Euro verloren. Vom ideellen Schaden ganz zu schweigen. Das war, in Kurzform, die Zusammenfassung der Äußerungen, die gestern von Operetten-Intendant Wolfgang Schaller und Axel Walther, Objektleiter der Theater im Kraftwerk Mitte von der Kommunalen Immobilien Dresden GmbH & Co. KG (KID), gemacht wurden.

Kurzer Blick zurück: Am Mittwochmorgen gegen 7.15 Uhr ist im Kraftwerk die turnusmäßige Wartung der Brandmelde- und Sprinkleranlagen geplant, die alle drei Monate von einer Fachfirma durchgeführt wird, wie Walther erzählte. Erst wird die Hinterbühne des Theaters Junge Generation (tjg) geprüft, dann soll die tjg-Hauptbühne drankommen. Ein Mitarbeiter der Wartungsfirma habe aber „irrtümlich zwei Brandmelder über der Hauptbühne der Operette ausgelöst“. Also kein technisches Versagen, sondern ein Bedienfehler. Walther sprach von einem „Blackout“, da es sich um einen erfahrenen Mitarbeiter handele. Die beteiligte Firma wollte er nicht nennen.

Nachdem etwa 30 Sekunden lang das Wasser über der Hauptbühne und am Bühnenturm geströmt sei, habe man die Ventile schließen können, sagte Walther. Dennoch waren seinen Angaben zufolge rund 16 000 Liter Wasser niedergegangen. Besonders die Scheinwerfertechnik, aber auch Bühnendekoration, Videotechnik, der Bühnenboden sowie die Untermaschinerie sind betroffen. Derzeit sorgen acht Lüfter dafür, die Bühne, die Unterbühne und den Orchestergraben zu trocknen. Sie sollen auch noch über das gesamte Wochenende laufen. „Am Montag werden wir sehen, wie es weitergeht“, blickte Walther voraus. Da die technische Brandüberwachung derzeit außer Betrieb ist, gibt es außerdem eine Brandwache.

„Das ist eine sehr bittere Situation in unserer ersten vollständigen Spielzeit im neuen Haus“, sagte Schaller. „Wir blicken mit großer Sorge in die Zukunft.“ Ein bei der Stadt angesiedelter Krisenstab soll laut Schaller auch mögliche Ersatzspielstätten ausloten. Dazu gehöre ausdrücklich der frühere Operetten-Standort in Leuben, ebenso die Messe. „Wir müssen alle Möglichkeiten prüfen“, fügte Schaller an.

Für das Publikum heißt es jetzt, stark sein. Wer mit Namen und Adresse im Computersystem der Operette erfasst ist, hat, wird angeschrieben. Alle anderen Ticketinhaber sollen sich, so die Bitte der Operette, über die Website des Hauses informieren, wie sie ihre Karten zurückgeben können und was die weitere generelle Entwicklung nach dem Malheur angeht. Glück im Unglück: Die nun auf unbestimmte Zeit verschobene Uraufführung von „Zzaun! – Das Nachbarschaftsmusical“ wird zumindest als CD produziert werden können – im Orchester-Probesaal. Von der Uraufführung, die auf jeden Fall in Dresden bleiben soll, „hängt das Schicksal des Werkes in hohem Maße ab“, so Schaller.

Am Mittwoch hatte Stadtrat Tilo Witz (Die Linke) noch generelle Kritik am Einbau der Sprinkleranlage geäußert. „Ärgerlich, dass bereits in der Bauphase die Notwendigkeit einer derartigen Anlage umstritten war und noch dazu für die Stadt erhebliche Mehrkosten verursacht hat“, wurde er in einer Mitteilung seiner Fraktion zitiert. Das wies Mario Radicke, Direktor für Technik und Ausstattung der Staatsoperette, gestern nachdrücklich zurück. Bei der Größe eines solchen Hauses sei eine Sprinkleranlage gesetzlich vorgeschrieben, sagte er. Laut Walther ist eine solche Anlage übrigens auch im Kulturpalast eingebaut worden. Der einzige Unterschied sei, dass im Fall eines Feueralarms im Kulti eine Karenzzeit von drei Minuten verbleibe, bis das Signal an die Feuerwehr gehe. Im Kraftwerk passiere das sofort. Aber die Sprinkleranlage wäre in einem solchen Fall wie in der Operette auch im Kulturpalast sofort angegangen. Was natürlich auch kein Trost ist.

Apropos Trost: Logischerweise werden Gutachter und Versicherungsfachleute den Fall prüfen. Die KID sei versichert, die Wartungsfirma habe eine Haftpflichtversicherung, sagte Walther. Es dürfte dennoch eine geraume Zeit dauern, bis die aus der Havarie und ihren Folgen resultierenden Ansprüche endgültig geklärt sind.

www.staatsoperette.de

Von Torsten Klaus

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