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Nach Fördermittel-Absage: Kulturkraftwerk ist wieder auf dem Prüfstand

Nach Fördermittel-Absage: Kulturkraftwerk ist wieder auf dem Prüfstand

Und plötzlich ist wieder Druck auf dem politischen Entscheidungskessel, entbrennt der Verteilungskampf um begrenzte Finanzmittel: Seit klar ist, dass die Europäische Union (EU) kein Geld gibt und damit eingeplante 35 Millionen Euro für den 70-Millionen-Umbau des Kulturpalastes fehlen, stehen alle Großvorhaben der Stadt wieder auf dem Prüfstand - das, was die FDP seit Wochen fordert.

Von Ralf Redemund

Schon schwant Wolfgang Schaller, Intendant der Operette, dass auch das längst vom Stadtrat beschlossene neue Kunst- und Kulturkraftwerk Mitte für 90 Millionen Euro und somit der Neubau der Operette wieder ins Wanken geraten könnte.

Er habe die Meldung vom Wegfall der Kulturpalast-Fördermittel "mit Sorge zur Kenntnis genommen", sagt Schaller gegenüber DNN. "Der Spielort der Dresdner Philharmonie darf aber auf keinen Fall in Frage gestellt werden. Ich bin überzeugt, dass die kulturvolle und mutige Haltung von Verwaltung und Rat, zwei große Kulturprojekte wie Kulturpalast und Kunstkraftwerk verwirklichen zu wollen, von dem aktuellen Finanzierungsproblem nicht beeinträchtigt wird", macht Schaller auf Zweckoptimismus.

Schallers Sorge wird genährt durch den Wachstumskurs der Stadt. Die anhaltend hohe Geburtenzahl und der weiterhin steigende Bevölkerungszuwachs hat zur Folge, dass der Druck auf die Stadt wächst, vermehrt Kitas und Schulen zu bauen. Nicht zuletzt ist es ein offenes Geheimnis, dass Dresdens Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) kein Freund des Kulturkraftwerks ist. Dort werde nicht nur enorm viel Geld verbaut, hernach verschlinge auch der Betrieb Mittel. Das Gleiche sieht der Kämmerer auch bei einem möglichen Neubau einer 50-Meter-Schwimmhalle am Freiberger Platz. Das Projekt hat Vorjohann mit Hinweis auf die Folgekosten und die Prioritätensetzung auf Schul- und Kita-Bauten schon einmal als absurdes Theater und maßlose Forderung bezeichnet. Viele sehnen die Rückkehr von Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) ins Amt zurück, damit sie Tacheles redet und Vorjohann in die Schranken verweist.

Bislang betont Vorjohann, dass das "gesamte Tableau der zur Verfügung stehenden Handlungsoptionen zum Umgang mit der eingetretenen Situation systematisch entwickelt" werden müsse. Auf Deutsch: Auch das Kulturkraftwerk steht wieder zur Disposition. Noch in diesem Monat will er den Räten alle Optionen präsentieren. Parallel verhandelt die Stadtspitze mit dem Freistaat Sachsen, zumindest einen Teil der entfallenen 35 Millionen Euro zu tragen - gegen den Widerstand der Dresdner Umlandgemeinden.

Lediglich im Theater Junge Generation (TJG) "halten sich die Sorgen derzeit in Grenzen", so TJG-Sprecher Norbert Seidel. Der Grund: das Vertrauen in 57 Ja- bei acht Nein-Stimmen der FDP. Mit diesem Votum hatte der Stadt rat im Juli vergangenen Jahres die Ausschreibung für den Bau des Kulturkraftwerks den Weg gebracht. Ende 2013 soll Baubeginn sein, Einzug 2016. Dafür muss Geld in den Doppelhaushalt 2013/14 eingestellt werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.02.2012

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