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Mut als Wegweiser zur Künstlerkarriere - Inéz Schaefer baut an ihrer Solokarriere als Jazzsängerin

Mut als Wegweiser zur Künstlerkarriere - Inéz Schaefer baut an ihrer Solokarriere als Jazzsängerin

Wenn man Inéz Schaefer fragt, ob sie schon immer Sängerin werden wollte, antwortet sie mit einem klaren: "Ja!" Die 24-Jährige sitzt lässig am Tisch in einem Neustadtcafé.

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Inéz Schaefer bastelt gerade an ihrer Solokarriere. Nach ihrem Bachelorkonzert will sie mit dem eigenen Soloalbum voll durchstarten.

Quelle: PR

Ihre langen, dunklen Haare hat sie zu einem kecken Knoten gedreht, ihre Augen blicken offen in die Welt. In wenigen Tagen wird sie ihr Bachelorstudium in Jazzgesang an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber (HfM) mit einem Konzert abschließen. Die Liebe zur Musik hat sie wohl von ihrem Vater geerbt. Der arbeitet als Zahnarzt in Saarbrücken und ist ambitionierter Hobbymusiker. "Meine Mutter ist Ergotherapeutin und eher die Kreative", sagt Schaefer mit einem verstohlenen Lächeln. Sie gehört nicht zu jenen, die aus einer dieser typischen Musikerfamilien stammen, in denen alle Kinder später zwangsläufig irgendetwas mit Musik machen. Trotzdem wusste Inéz Schaefer schon mit 15 Jahren, dass sie Musikerin werden will. Seit ihrer Kindheit nahm sie Klavier-, später Gesangsunterricht, sang in der Bigband der Schule in Saarbrücken mit. "Ich habe damals schon gern Jazz gehört und mit Songs experimentiert", sagt sie. Irgendwann habe ein Freund ihr eine Aufnahme von Jazzsängerin Celine Rudolph vorgespielt. "Von dem Moment an wollte ich unbedingt bei ihr Gesang studieren", erzählt Inéz Schaefer.

Sie ist stolz, dass sie dieses Ziel erreicht hat. Als frisch gebackene Gesangsstudentin startete Inéz Schaefer dann auch gleich durch. Schon in der ersten Woche in Dresden gründete sie mit Kommilitonen die Band Pantoum. Als Frontfrau dieses Jazzquartetts plante sie Tourneen mit, 2014 nahmen die vier ein gemeinsames Album auf, komplett in Eigenregie und finanziert über eine Spendenaktion im Internet. "Ich habe aus dieser Zeit unheimlich viel gelernt", sagt Inéz Schaefer. Dennoch wolle sie jetzt, wo das Studium sich dem Ende neigt, etwas Eigenes machen. Im Herbst 2014 brachte sie erstes Solo-Album heraus. Zu verdanken hat sie das den Professoren der HfM-Jazzabteilung, die ihr die Möglichkeit boten, das Tonstudio in der HfM vier Tage lang kostenfrei zu nutzen. "Das ist eine Art Stipendium", erklärt Schaefer. In kürzester Zeit hat sich die junge Sängerin befreundete Profi-Musiker herangeholt, hat alte Songs bearbeitet, neue geschrieben, die erste Probe ihrer völlig neu gemixten Wunschband geplant. Sie spricht mit einer Mischung aus gesundem künstlerischem Selbstbewusstsein und jener zarten Unsicherheit, die vor allem jungen Frauen beim Berufsstart oft eigen ist, davon.

"Das eigene Album ist ein riesiger Organisationsaufwand. Andererseits ist man sein eigener Chef, hat alles selbst in der Hand, das ist schön", sagt sie. Gestandene Musiker, mit denen sie lange befreundet ist, haben sie unterstützt. Der Pianist reiste für die Aufnahmen aus Amsterdam an, der Gitarrist und der Bassist kamen aus Köln nach Dresden. Ein Probentag musste reichen, um zu testen, ob das Zusammenspiel funktioniert. Dann ging es direkt ins Studio. Die Songs für ihr Debüt hat sie bis auf drei Bearbeitungen alle selbst geschrieben. Unter dem schlichten Namen "Inéz" versammelt die CD gefühlvolle, verträumte, aber auch experimentelle Jazzstücke, die Inéz Schaefer mal mit rauer, mal mit mädchenhafter Stimme interpretiert. "Es ist ein Querschnitt über viele Jahre, meine musikalische Visitenkarte sozusagen", meint die junge Sängerin.

Diese Visitenkarte kommt ihr für den Start ins freie Künstlerdasein nun gerade recht. Dass dieses nicht nur kreative Phasen, sondern auch trockene Büroarbeit beinhaltet, müsse man sich vorher klarmachen. "Ich bin Songschreiber, Arrangeur, Manager, Booker und Promoter in einem", sagt sie. Elf Konzerte hat sie in nächster Zeit vereinbart. Das sei die schwerste Hürde. "Wenn dich keiner kennt, gehen nur wenige das Risiko ein, dich spielen zu lassen. Da braucht man ein dickes Fell", sagt sie. Hilfe bekommen junge Musiker beim Start ins freie Berufsleben von der Hochschule kaum. "Wir können unsere Professoren um Rat fragen, aber letztlich muss man für sich klarkommen", sagt sie. Eine Zeit lang gab es einen Careerservice an der HfM, der Studenten auf die Arbeitsrealität vorbereiten sollte. "Die Kurse waren gut. Für mich war das damals aber alles noch weit weg. Ich bräuchte das Angebot jetzt", sagt Inéz Schaefer.

Trotzdem schaut sie optimistisch in die Zukunft, freut sich auf die Konzerte - und bastelt an neuen Songs, neuen Ensembles und Konzertterminen. "Es ist so, als ob ich mir eine eigene Firma aufbaue und dafür erst mal investieren muss", meint Inéz Schaefer. Bis sie vom Gesang leben kann, verdient sie ihre Brötchen mit Unterrichten, als Studiomusikerin oder Backgroundsängerin, zum Beispiel für die Dresdner Band Woods of Birnam. Und jede erschienene Rezension ihres Albums oder ihrer Konzerte ist ein weiterer Baustein zur Karriere auf großer Bühne - wie ein Wegweiser, der stur in Richtung Ziel zeigt.

Abschlusskonzert Mi 20 Uhr, HfM, Wettiner Platz 13; http://inezinez.com/

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.01.2015

Nicole Czerwinka

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