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Regional Mit Max Mutzke und Monopunk geht im Beatpol der Funk ab
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13:40 01.02.2019
Max Mutzke im Dresdner Beatpol. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

14 Jahre ist es her, dass Max Mutzke bei der Stefan Raabschen Casting-Show „SSDSGPS“ (Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star) teilnahm. Schüchtern wirkend, mit geschlossenen Augen – „Die habe ich lieber zugemacht, in erster Linie, weil ich die vielen Kameras wahnsinnig irritierend fand“. Mutzke gewann das Casting und führte mit der von Raab geschriebenen Single „I Cant’t Wait Until Tonight“ wochenlang die Charts an, schließlich trat er mit dem Song für Deutschland zum Eurovision Song Contest 2004 an.

Nach seinem ganz passablen achten Platz verschwand er scheinbar zunächst in der Versenkung, machte jedoch in regelmäßigen Abständen von sich hören, veröffentlichte mehrere beachtete Alben und gilt heute als wichtigster deutscher Soul-Künstler. Im September veröffentlichte er mit „Colors“ ein grooviges neues Album, das den Hip Hop „Back to Soul“ holt und große Stücke ganz neu aufrollt. Natürlich gehört dazu auch immer eine Tour, die Max Mutzke und seine fantastische Band Monopunk am Donnerstagabend auch nach Dresden in den Beatpol führte.

Der Quelle: Dietrich Flechtner

Support von der Newcomerin Vera Klima

Bevor der in Waldshut-Tieningen lebende Sänger und Monopunk aber die Bühne entern, gibt es zur Einstimmung deutschsprachigen Pop von Newcomerin Vera Klima. Dass diese schon mehrere renommierte Nachwuchspreise abräumte, überrascht wenig angesichts der eingängigen Songs, die sie mit spürbarer Begeisterung und schöner Stimme dem begeisterten Publikum kredenzt.

Schließlich ist es aber soweit: Max Mutzke fackelt auch gar nicht lange und ballert mit „Men in Black“ direkt mal einen Klassiker raus, der wundersam anders, sehr swingig und vor allem auch live ziemlich gut klingt. Das Publikum geht auch direkt mit und in den Tanzmodus über, bis Mutzke nach dem dritten Song ein enthusiastisches „Hallo!“ an die Menge richtet.

Das Beste von Rap und Soul zurück in der Neuzeit

Anschaulich macht er am Beispiel von Al Greens Evergreen „Let’s Stay Together“ deutlich, was „Colors“ eigentlich will: „Das Stück ist auch heute noch zum Niederknien, es gibt Niemanden, der das nicht gut findet – mit dem Album wollen wir das Beste von Rap und Soul zurück in die Neuzeit bringen“. Und legt direkt nach mit Seeds „Deine Augen machen Bling“, wobei er das Publikum fortwährend motiviert – nicht, dass das nötig wäre, denn vor der Bühne geht’s ab. „Fast wie beim Zumba“ resümiert eine Zuschauerin, hat aber sichtlich Spaß, dem formidablen Spiel der Band zu folgen.

Und Monopunk ist in der Tat großartig, wenn es darum geht, auch live einen dichten Klangteppich zu weben und ihn der tanzwütigen Meute unter den Füßen wegzuziehen. Übrigens präsentiert sich die Band thematisch passend ebenfalls geschlossen als Men in Black, einzig Mutzke tanzt gelegentlich mit einem hellen Outfit aus der Reihe.

Quelle: Dietrich Flechtner

„I Can’t Wait Until Tonight“ hat anderthalb Jahrzehnte bestens überdauert

„Ohne dich“ schlägt etwas ruhigere Töne an und hat gewisse Längen, so richtig stört das aber niemanden, das obligatorische „I Can’t Wait Until Tonight“ hat offenbar die anderthalb Jahrzehnte bestens überdauert und begeistert heute wie damals, auch deshalb, weil Mutzke selbst ganz offensichtlich noch nicht die Lust daran verloren hat.

Gegen 23 Uhr ist die Stimmung bei „I Got 5 On It“ von The Luniz auf dem Zenit – alles tanzt und man fühlt sich ein bisschen in die eigene Jugendzeit zurückversetzt. Auch bei „Zugabe“, einem eigenen Song, ist die Tanzlaune ungebrochen und es gibt ein Wiedersehen mit Support-Act Vera Klima, für die Mutzke nur lobende Worte findet und die für den Rest der Show gesanglich mitmischen darf.

Der Abschied fällt schwer

Um 23.15 Uhr folgt dann eine Reihe tatsächlicher Zugaben, etwa in Gestalt des Mutzke-Songs „Horizont“, ebenfalls auf dem aktuellen Album des vierfachen Familienvaters zu finden. So richtig möchte man sich an diesem Abend nicht von Max Mutzke und Monopunk verabschieden und auch den Musikern fällt es schwer, die Instrumente niederzulegen. Trotzdem geht alles Schöne ja auch irgendwann zu Ende – in diesem Fall ein grandioser Konzertabend mit einem Künstler, der vollkommen zu Recht als wichtigste Soul-Stimme des Landes bezeichnet werden darf. Chapeau!

Von Kaddi Cutz

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