Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Regional Militärhistorisches Museum in Dresden zeigt Pferdeskelett aus Völkerschlacht bei Leipzig
Nachrichten Kultur Regional Militärhistorisches Museum in Dresden zeigt Pferdeskelett aus Völkerschlacht bei Leipzig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:19 09.09.2015
Das Skelett wird Teil der Sonderausstellung „Blutige Romantik - 200 Jahre Befreiungskriege gegen Napoleon“, die vom 6. September bis zum Januar 2014 gezeigt wird. Quelle: dpa
Anzeige

„Ein Glücksfall für unsere Ausstellung und ein Schlüsselexponat“, sagte Historiker und Kurator Gerhard Bauer am Mittwoch in Dresden.

Nur wenige Stücke seien so authentisch und würden ein Bild vom Schlachtfeld um 1813 vermitteln. In der neuen Schau „Blutige Romantik - 200 Jahre Befreiungskriege gegen Napoleon“ (6. September bis Januar 2014) soll die dramatische und gewaltgeprägte Epoche anhand von mehr als 500 Exponaten lebendig werden. Das Skelett sei nicht vollständig, viele Knochen fehlten oder seien zerbrochen. „Dennoch soll das Pferd möglichst so hergerichtet werden, wie es auf dem Schlachtfeld verendet ist“, sagte Landesarchäologin Regina Smolnik - keine leichte Aufgabe bei rund 300 bis 500 Einzelteilen.

Gefunden wurde das Tier mit einer faustgroßen Kanonenkugel im Bauch. „Daran ist es vermutlich verendet.“ Eine Musketenkugel im Unterkiefer lasse darauf schließen, dass der Soldat seinem Pferd den Gnadenschuss gegeben habe. Das Pferd sei ein kräftiges Warmblut gewesen und habe während der Schlacht als Zug- oder Lastenpferd gedient, sagte Smolnik. Historiker gehen davon aus, dass rund eine Million Pferde in den Befreiungskriegen zwischen 1806 bis 1813 starben. Für die Ausstellung wird das Pferdeskelett in eine begehbare Bodenvitrine eingelassen. Die Überreste könnten laut Smolnik nicht auf das Jahr genau datiert werden - aber die typischen Verletzungen lassen auf das Kriegsgeschehen von 1813 schließen.

Die Knochen waren 2004 bei Straßenbauarbeiten im Leipziger Stadtteil Lindenthal gefunden worden. Die Gegend war einer der Nebenschauplätze der Völkerschlacht, bei der die Truppen Österreichs, Preußens, Russlands und Schwedens gegen Napoleon Bonaparte kämpften.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige