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Meisterschüler der HfBK stellen aus

Motorenhalle Dresden Meisterschüler der HfBK stellen aus

Susanne Greinke, Referentin für Ausstellungswesen an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK), Christian Macketanz (seit 2010 Professor für Malerei) und Peter Bömmels, Prodekan und Professor für Malerei, suchten einen neutralen, öffentlichen Ort für eine wirksame Abschlusspräsentation des Meisterschülerjahrgangs 2017.

Blick in die Motorenhalle auf die Ausstellung „MEISTER 17“ der Meisterschüler der Hochschule für Bildende Künste

Quelle: Andreas Seeliger.

Dresden. Susanne Greinke, Referentin für Ausstellungswesen an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK), Christian Macketanz (seit 2010 Professor für Malerei) und Peter Bömmels, Prodekan und Professor für Malerei, suchten einen neutralen, öffentlichen Ort für eine wirksame Abschlusspräsentation des Meisterschülerjahrgangs 2017.

Die Motorenhalle von riesa efau bot sich für sie als der geeignete Ausstellungsraum an, zumal schon im vergangenen Jahr dort ein gemeinsames Kunstprojekt mit Breslau ausgerichtet wurde. Für die Zukunft denkt man an eine weitere Kooperation mit dem Kunstverein in der Mitte der Stadt, um die jungen Künstler behutsam an die Kunstszene heranzuführen. Dabei ist eine frühzeitige Vernetzung der jungen Absolventen mit Institutionen und Kunsträumen, Galerien und Museen besonders wichtig.

Das Meisterschülerstudium entspricht einem postgradualen Studium mit anschließender Dissertation. Diese Zeit, so Susanne Greinke, ist ein schwieriger Lebensabschnitt, ein Umbruch, ein sich Lösen von der Klasse, verbunden mit fehlendem Feedback und sich Wiederfinden in organisatorischen und existentiellen Problemen, der Finanzierung des eigenen Ateliers, Mangel an ausreichend Unterhalt und der nötigen kreativen Ausgeglichenheit.Viele fallen dabei in ein emotionales Loch, andere starten durch.

Leider findet sich der ungeübte Besucher in dieser unbeschilderten Ausstellung schwer zurecht, obgleich der Raum der Motorenhalle exzellent für eine solche Ausstellung geeignet ist. Der Übersichtsplan irritiert. Gleich am Eingang verstellt eine Installation mit zwei Fenstern von Roswitha Maul (Klasse E. Bosslet) den Blick, den Besucher auf Distanz haltend und gleichzeitig neugierig auf den dahinter liegenden Raum machend. Man möge, als Vorschlag, den Weg ins Rund gegen den Uhrzeigersinn nehmen.

Dabei begegnen einem zunächst die beiden Tafelbilder von Benjamin Hummitzsch (Klasse P. Bömmels) mit einer fluoreszierenden Farbigkeit des Figürlichen und fein gepunkteten Oberflächen. Ein selbstironisches Video von der Erde mit einem Menschenkind (er selbst als Künstler), die sich um die Sonne bewegt, steuerte Wolf Roberto Schimpf (Klasse M. Brandmeier) bei. Die schon durch gute Ausstellungen bekannte Anna Schapiro (Klasse U. Grossarth) macht sich dagegen mit einer einzigen gefärbten Papierarbeit hinter Glas rar, zu der ich leider keinen Zugang fand. Ringmodule aus Keramik von Sophie Uchman (Klasse von W. Mundt) hängen an langen Schnüren oder liegen am Boden und besetzen eine unscheinbare Raumecke.

Die in dieser Ausstellung wenig figürlich vertretene Malerei macht mit surrealen Fantasien von Melanie Kramer (Klasse C. Macketanz) auf sich aufmerksam. Das sind zwei großformatigen Kompositionen, die durch einen besonderen Witz auffallen. Als Blickfang funktioniert das imposante, durch Draht verspannte, ominöse, schwarze Objekt „Concave/Marmori“ von Romin Walter (Klasse C. Sery) in der Mitte des Raumes. Gleich daneben steht das aus Holz und Textil geschaffene Objekt „Modell-Chameachorie“ (in Anlehnung an gestaltähnliche, vom Wind bewegte Pflanzen, sog. Bodenroller) von Marten Schech (Klasse W. Mundt), das mit seinem Pendant „Schreibtisch, ein an gegenüber liegender Wand gepinnter Tisch. Benjamin Stolzels skurriles, sich in den Raum streckendes, Objekt aus Styropor und einem irrational konstruierten Drahtgerüst wirkt auf den ersten Blick dagegen eher umständlich und hässlich.

Vier Acrylbilder von Marie-Christin Rothenbücher (Klasse P. Bömmels) nehmen das Porträt und die Lebenswelt von Kindern zum Gegenstand. In einer Nische entdeckte ich eine geschickt und interessant gebaute Arbeit mit Holzleisten und Kisten von Marcus Uhlig (Klasse M. Honert, Raumgestaltung), in denen sich der Künstler spielerisch mit Baukastenformen und deren Strukturen auseinandersetzt.

Die drei pastosen, kleinformatigen Ölbilder von Hochgebirgsspitzen sind malerisch-lapidare Variationen eines Themas. Weitere Künstler sind mit Werken vertreten: Martin Paul Müller (Klasse W. Scheffler), Jenny Hoffmann (Klasse W. Mundt), Winni Seifert (Klasse R. Kerbach), Sarah Gosdschan (C. Sery), Julia Boswank (Klasse M. Brandmeier), Benedikt Tammer (Klasse R. Kerbach), Katharina Kretzschmar (Klasse K.E. Wolff), Torsten Claus (Klasse W.A. Scheffler), Nadja Kurz (Klasse W. Mundt), Johann Schäfer (Klasse P. Bömmels). Als imposantes „Gesamtkunstwerk“ ist diese Ausstellung in der Motorenhalle ein wichtiges Ereignis. Die Meisterschüler standen vor der nicht leichten Aufgabe, vor allem aktuelle Arbeiten aus ihrem Werk auszuwählen, den individuellen Standort selbst mitzubestimmen und angemessen auf den Raum zu reagieren. So ist (ohne Kurator) eine Ausstellung entstanden, die einen aufschluss-und facettenreichen, wenn auch nicht idealen Einblick in das Schaffen der jungen Künstler/innen gibt.

Bis 9. Oktober. Motorenhalle, Wachsbleichstraße 4a; geöffnet: Mi 13-20 Uhr, Do/Fr 15-19 Uhr, Sa/So 14-18 Uhr.

Von Heinz Weißflog

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