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Mehr Platz für Gerhard Richter Archiv in Dresden

Neues Buch und Ausstellung Mehr Platz für Gerhard Richter Archiv in Dresden

Gerhard Richter lebt in Köln. Wer dessen Schaffen studieren will, kommt in die Geburtsstadt des Künstlers: Drseden. Sein Archiv sammelt alles Relevante von und über ihn, darunter auch Raritäten.

Der Künstler Gerhard Richter steht am 19.10.2016 in Köln (Nordrhein-Westfalen) in seinem Atelier vor einem Bild.

Quelle: dpa

Dresden. Das Gerhard Richter Archiv in Dresden legt zum 85. Geburtstag des Gegenwartskünstlers Band II des ersten umfassenden Werkverzeichnisses zu dessen Gemälden und Skulpturen vor. Der vierte Teil der insgesamt sechsbändigen Ausgabe erscheint im Frühjahr, wie Archivleiter Dietmar Elger der Deutschen Presse-Agentur sagte. Er reicht von „Weihnachtsmarkt“ (Nummer 198) bis zu „Fiktion“ (Nummer 388) und beschreibt ausführlich etwas mehr als 600 Werke. „Hinter manchen Nummern verbergen sich mehrere Arbeiten“, erklärte Elger.

Der zweite Band war wegen sehr schwieriger Recherche der 1970er Jahre mit den monochrom grauen Bildern und Vermalungen hinter III und IV zurückgestellt worden. „Es ist der Band, der die meisten Lücken hat, auch wenn es nur wenige sind“, sagte Elger. Damit sind rund 2600 Arbeiten von Nummer 1 (1962) bis Nummer 805 (1994/95) erfasst, meist mit Titel, Entstehungsjahr, Maßen, Technik, Besitzern, Listen zu Ausstellungen und Literatur, Zitaten des Künstlers und Kommentaren.

Basis von Elgers Recherchen ist die Dokumentation des aus Dresden stammenden Malers, der 1961 in den Westen übersiedelte und in Köln lebt und arbeitet. Band V wird mit Nummer 806 beginnen und bis zum Kölner Domfenster von 2007 reichen. Richter hat laut Elger weltweit rund 1500 Sammler, vor allem in Deutschland und den USA. Nur etwa zehn Prozent seiner rund 3500 Gemälde befänden sich in öffentlichen Sammlungen. Und Richter schafft weiter Neues, nach mehrjähriger Pause auch wieder Bilder auf Leinwand.

Das Gerhard Richter Archiv

Das Gerhard Richter Archiv in Dresden wurde 2006 als Institution der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gegründet. Es entstand mit Unterstützung des aus der Elbestadt stammenden Malers, der zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern gehört. In enger Zusammenarbeit mit dessen Atelier in Köln tragen Leiter Dietmar Elger und zwei Mitarbeiterinnen alles Material zu Richters künstlerischen Leben zusammen.

Der im Albertinum untergebrachte Bestand umfasst aktuell rund 290 Publikationen direkt zu Richter und weitere 3500 mit Bezug zu ihm. Zudem gibt es 1100 Zeitschriften und 21 000 Zeitungsartikel über ihn, 14 000 Fotos seit 1962, etwa 920 Kunstplakate und Einladungskarten zu Ausstellungen sowie 1650 Briefe, Manuskripte und Dokumente und Werbung, die Richter einst als Fotovorlagen dienten. Darunter sind auch Aufnahmen von Fotogemälden, die der Künstler in den 1960er Jahren vernichtete.

Das Material stammt von Richter selbst oder privaten Sammlern, Galerien, Auktionen und Antiquariaten. Es wird von Wissenschaftlern, renommierten Auktionshäusern oder Museen genutzt, Publikationen und Ausstellungen machen ausgewählte Aspekte auch für die Öffentlichkeit zugänglich. 2016 kamen rund 90 Kuratoren, Forscher und Studenten aus der ganzen Welt, die über Richter arbeiten. Das Archiv erstellt zudem ein Werkverzeichnis und ist Anlaufstelle bei Anfragen zu dem Künstler, der es mit Material beliefert und finanziell unterstützt.

Auch die Fülle von Material für sein Archiv nimmt stetig zu, rund zehn Prozent des Bestandes mussten aus Platzgründen schon ausgelagert werden. In den nächsten Wochen kann das Archiv einen zweiten Raum beziehen, womit sich dessen Fläche verdoppelt. „Es wird immer mehr, weil wir nichts abgeben und immer etwas dazu kommt“, sagte Elger. Die meterhohen Regale sind lückenlos gefüllt mit Material von und über den Künstler. So brauchen die 60er bis 80er Jahre nur eines der 55 Zentimeter breiten Fächer, 2009 allein belegt vier davon.

Die jüngste Errungenschaft ist der Entwurf für die Hängung zur Biennale 1972 in Venedig. Darauf hat Richter Aquarell-Miniaturen der Werke aufgeklebt, die er dort zeigen wollte. „Ich habe es im Atelier vor dem Wegwurf gerettet.“ Der Originalentwurf zu Richters Eis-Buch mit Fotos, die Vorlage für die Eis-Bilder waren, ist eine Schenkung des Pieroni Verlags Rom. „Es war das einzige Buch, was wir bis dahin nicht hatten.“

Zum 85. Geburtstag von Richter zeigt das Archiv ab dem 31. Januar die Hälfte einer früheren Erwerbung: Bilder des renommierten Fotografen Benjamin Katz, die dieser seit 1964 von dem Maler und Freund machte. „Ich habe gerade ganz frische Porträts im Atelier gemacht, vor den wunderbaren neuen Gemälden“, sagte Katz der Deutschen Presse-Agentur. Die sind dann ab dem 20. Mai auch in den beiden Richter-Sälen des Albertinums zu sehen - nach der Präsentation in Köln.

dpa

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