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Regional „Mars“-Skulptur kommt nach Dresden
Nachrichten Kultur Regional „Mars“-Skulptur kommt nach Dresden
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19:11 02.07.2018
Ein Mitarbeiter des Londoner Auktionshauses Sotheby's präsentiert den „Dresdner Mars“ von Giambologna (1529-1608). Quelle: Foto: Stephen Chung, dpa
Dresden

Der geplante Verkauf der Skulptur „Dresdner Mars“, die morgen bei Sotheby’s in London unter den Hammer kommen sollte, ist doch noch abgewendet worden. „Durch gemeinschaftliches Engagement“ würde die knapp 40 Zentimeter hohe Bronzestatue des Künstlers Giambologna von der Bayer AG erworben, teilten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) gestern mit. Bayer hatte nach Bekanntwerden der Auktionspläne Kritik einstecken müssen (DNN berichteten). Die SKD hatten erst vom geplanten Verkauf im Ausland erfahren, als Sotheby’s bei der Dresdner Galerie Alte Meister nach Informationen zum „Mars“ für den Katalog fragte. Veranschlagt war der „Mars“ mit drei bis fünf Millionen Pfund (3,39 bis 5,65 Millionen Euro).

Die Kleinbronze, die zum ältesten Sammlungsbestand des Dresdner Museumsverbundes gehört, war 1587 als persönliches Geschenk des Künstlers Giambologna an Kurfürst Christian I. von Sachsen nach Dresden gelangt. Unter den zahlreichen Repliken des „Mars“ ist das von Giambologna dem Kurfürsten verehrte Exemplar das einzige, das noch zu Lebzeiten des Künstlers dokumentiert ist. 1924 war der „Mars“ im Zuge der „Fürstenabfindung“ von Sachsens einstiger Herrscherfamilie, den Wettinern, veräußert worden. Käufer Theodor Plieninger schenkte ihn einem Mitglied seines Vorstands und dessen Erbe dann der Bayer AG. In der Vergangenheit hatten sich die SKD mehrfach bemüht, den „Mars“ als Dauerleihgabe zu gewinnen.

Der Ankauf sei durch die finanzielle Unterstützung des Freistaates Sachsen, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Kulturstiftung der Länder sowie des Freundeskreises der SKD möglich geworden, hieß es weiter. Zudem übernimmt die Ernst von Siemens Kunststiftung die anteilige Vorfinanzierung der Summe für die SKD. Über die Gesamtsumme wurde Stillschweigen bewahrt. Allerdings hatte allein Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) eine Million Euro aus ihrem Etat für den Ankauf bereitgestellt. Weiteres Geld kam unter anderem von den SKD, deren einzelne Museen in den beiden kommenden Jahren völlig auf ihren Ankaufsetat verzichten, wie eine Sprecherin bestätigte.

„Ich bin erleichtert, dass die Bayer AG sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zwar spät, aber immerhin bewusst geworden ist und die Mars-Skulptur von Giambologna nun den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zum Kauf angeboten hat“, ließ sich Grütters zitieren.

Laut SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann ist geplant, das Kunstwerk durch Sachsen reisen zu lassen, „bis wir es zur Finissage unserer Giambologna-Ausstellung in der Gemäldegalerie Alte Meister im Oktober 2018 in Dresden zeigen werden“. Die Skulptur bildet mit drei anderen Kleinbronzen eine Gruppe in der Kunstkammer, die zu den wichtigsten Schätzen der Skulpturensammlung gehört.

Von Torsten Klaus

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