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Regional Malerei von Mandy Friedrich in der Kunsthandlung Koenitz in Dresden
Nachrichten Kultur Regional Malerei von Mandy Friedrich in der Kunsthandlung Koenitz in Dresden
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20:31 09.09.2015
Mandy Friedrich. Wohngemeinschaft. 2012, Öl auf Leinwand, 160 x 200 cm Quelle: Repro Kunsthandlung Koenitz

Die Schülerin von Siegfried Klotz verleugnet ihre Wurzeln nicht. Kolorit, Duktus und die Auffassung des Meisters, der ihr Wegbereiter war, ebenso wie die Professorin Elke Hopfe, die mit ihrer ausbalancierten, spannungsreichen Kompositionsweise die junge Malerin maßgeblich anregte. Dennoch oder gerade deswegen geht die Malerin eigene Wege, hat eine ganz eigene Sprache gefunden, verbindet eine gewisse Wildheit und Vehemenz mit einer am Gegenstand orientierten ungewöhnlichen Frische und Authentizität. Leidenschaftlich ist ihr Verhältnis zur freien Natur und deren Elementarkräften, in die sie sich mit der gerollten Leinwand auf dem Rücken per Fahrrad begibt und dort vor Ort ins "Reine" malt, mit Wind und Wetter kämpft. Es gab für sie schon sehr früh keinen anderen Berufswunsch als den, Malerin zu werden, sich durch Farbe, Formen und die Arbeit mit Atmosphäre und Licht auszudrücken.

Neben den tief erfassten und durchgearbeiteten Landschaften (das Blau der Auen- und Flusslandschaften und das warme, leuchtende Rot der Heide bevorzugt) stellt die junge Malerin in der Kunsthandlung Koenitz eine Reihe von Ölbildern aus, die der Vorliebe der Galerie für Figürliches entsprechen. Reife und Einfühlung sind Mandy Friedrichs ureigene Voraussetzungen dafür. In ihrem Schaffen steht immer der Mensch im Mittelpunkt. Eine Reihe von Porträts nahm sie von Bekannten und Freunden auf, darunter den Musiker Phil Shoenfelt (2008), der im Katalog von seiner Sitzung anschaulich berichtet. Das jüngste Bildnis aus einer Auswahl der vergangenen zehn Jahre, taufrisch von Ende 2013, stellt ein ihr besonders wichtiges Selbstporträt mit Hut dar, das nach einer USA-Reise (New York) entstand und sie als Frau mit Pistole zeigt, deren Blick fast abwesend wie unter Schock stehend, ganz nach innen gerichtet ist ("How many miles").

Die Faszination von Rockmusik und modernem Tanz spiegelt sich in den Bildern von agierenden Bands und Sängern. Sie selbst hatte 2006 eine Band mit dem Namen Krapplack zusammen mit einer Kommilitonin gegründet, sich dort ausgelebt und ihre Erfahrungen gesammelt. Neben den immer wieder genrehaft gemalten Figuren ("Chelsea Hotel", 2013) in jeweils anderen Situationen fiel mir das Ölbild "Wohngemeinschaft" (2012) auf, das mit großer Einfühlung Zeitgeist und Lebenswelt junger Menschen beschreibt. Ihren Lehrer Siegfried Klotz stellte sie 2005 in einem Porträt in seinem Atelier dar, in einer heftigen, nach links gerichteten Bewegung des Kopfes, so wie der Meister oft beim Sprechen nachdenklich und heftig reagieren konnte.

Den verschiedenen Landschaften nah und fern von Dresden haucht die Malerin Leben ein und beschreibt deren Dramatik und ihre unverwechselbaren Gesichter, ihre besonderen Stimmungen, die expressiv, aber durchaus subjektiv erfasst werden. Eigenes schwingt dabei immer an, Innerweltliches wird eingebracht und zeugt von einer lebensbejahenden, aber auch kritisch distanzierten Auffassung. Dem Betrachter, der aus dem Wintergrau kommt, geht es beim Anblick dieser Bilder wohl und gut.

Bis 15. Februar. Kunsthandlung Koenitz, Obergraben 8, Mo.-Sa. 10-19 Uhr, Sa. 10-16 Uhr . Kontakt: 0351/ 484 35 78

www.kunsthandlung.koenitz.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.02.2014

Heinz Weißflog

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