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Maite Kelly in der dritten Verlängerung ihrer „Sieben Leben für dich“-Tour im Kulturpalast

Ein Kelly ohne Family Maite Kelly in der dritten Verlängerung ihrer „Sieben Leben für dich“-Tour im Kulturpalast

Beim fulminanten millionenschweren Comeback ihrer Geschwister macht sie nicht mit. Stattdessen weicht Maite Kelly auf kleinere Hallen aus, die aber stets gut gefüllt sind – so auch am Dienstagabend im ausverkauften Kulturpalast.

Maite Kelly während ihres Auftrittes im ausverkauften Kulturpalast.

Quelle: Andreas Weihs

Dresden. Beim fulminanten millionenschweren Comeback ihrer Geschwister macht sie nicht mit. Und während die Fans zu Tausenden zu den Auftritten der Kelly Family in die großen Arenen strömen, fehlt Maite Kelly, der zweitjüngste Sproß der musikalischen Familie, auf er Bühne. Will sie den Ruhm allein einheimsen? Alles für sich beanspruchen? Oder aber will sie es allen zeigen? Will sie es allen beweisen, dass sie es kann, auch ohne die Hilfe ihrer Geschwister?

Es ist auch gar nicht schlimm, auf kleinere Hallen auszuweichen, die aber stets gut gefüllt und in vielen Fällen sogar ausverkauft sind. Ihre „Sieben Leben“-Tour hat Maite Kelly aufgrund des großen Zuspruchs bereits zum dritten Mal verlängert. Am Dienstagabend war die Sängerin auch wieder in Dresden, im ausverkauften Kulturpalast.

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Maite Kelly machte am Dienstagabend Station in Dresden. Im Rahmen ihrer „Sieben Leben für Dich“-Tour trat sie im ausverkauftem Kulturpalast auf.

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Die 38-jährige, die in der jüngeren Vergangenheit eher Schlagzeilen mit „Bierdusche“ und ihren „Liebes-Wirrwarr“ machte, startet in den Abend im gleißend hellen Lichtkegel mit „Jetzt oder nie“ und legt sofort nach mit „Alles ist neu – Alles ist anders“. Ist es das wirklich?

Nun, viel hat sich nicht verändert. Weiterhin setzt sie auf ihre Stärken und präsentiert eine energiegeladene Show, paart Hits mit Selbstironie. Sich selbst auf die Schippe nehmen, das kann sie gut. „Ein guter Entertainer hat Ecken und Kanten, ich habe Wellen und Dellen“ - und das Publikum lacht. „Ich bin nicht wie Helene. Ich kann nicht am Drahtseil durch die Luft fliegen. Es würde reißen.“ Sie lässt sich auf die Showtreppe fallen, nur um zu zeigen, wie beschwerlich das Aufstehen für sie ist.

An anderer Stelle legt sie sich flach auf die Bühne, und lässt sich mit dem kleinen Elias in der ersten Reihe und ihrem Kinderbuch auf dem Handy verewigen. Das „Wieder-Hoch-Kommen“ wird astrein inszeniert mit vielen Details, und das provoziert wiederum Lacher im Publikum. Dafür, dass Udo Jürgens ihr als Kelly-Kind mal mit den Fingern in die Wange „kniff“, revanchiert sich die Kelly mit ihrer Version von „Merci Cherie“. Gequält singt sie von „Mon Cherie“ und konstatiert „Adieu, adieu, meine Füße tun weh“. Wer sich da nicht erkennt …?

Die Tour ist zwar überschrieben mit „Sieben Leben für dich“ und spielt damit auf den Titel ihres aktuellen Albums an, aber die Sängerin holt viel weiter aus, indem sie einige große Schlager der 1960er Jahre auspackt und auch der Discomusik der 1980er ihre Reminiszenzen erweist. Zu Donna Summer`s „Hot Stuff“ kommen Tänzer auf die Bühne, die sich ihre Hemden aufreißen und den Blick auf ihren Sixpack freigeben. Während des alten Manuela- Schlagers „Schuld war nur der Bossa Nova“ zieht es die Sängerin näher an ihr Publikum, sie steigt die Stufen zur ersten Reihe herab.

Maite Kelly setzt auf Abwechslung, sie interpretiert Coversongs, eigene Lieder und natürlich auch die der Kelly Family. Dazu plaudert sie immer wieder über dies und das, den „Einsatz“ ihrer „Grübchen“ im Gesicht, über Party, Alkohol und immer wieder macht sie sich lustig über sich selbst, kokettiert mit ihrer Fülle. Dann aber folgt sie wieder einer fast theatralischen Tanz-Choreografie, flirtet mit ihren Tänzern und singt sich von Hit zu Hit. Den Größten spart sie sich auf, bis zum Finale: „Warum hast du nicht nein gesagt“, eine Pop-Nummer die sie für Roland Kaiser schrieb und den sie dann auch gleich im Duett mit ihm sang und zum Erfolg führte.

Die Show der Maite Kelly ist eine sehr persönliche, auf sie fixierte. Die Band, das muss man leider sagen, spielt zwar die Instrumente, aber eben auch eher eine Statistenrolle im Halbdunkel. Maite Kelly ist die Show! Mit vollem Körpereinsatz singt und tanzt sie sich durch den Abend und man ist schon erstaunt über so viel Energie und Agilität. Eigene Defizite überspielt sie mit Witz und etwas Schauspielerei, als wäre es das normalste der Welt. Was es ja irgendwie auch ist. Doch hier ist es auch ein Teil der Unterhaltung – und das ist ihr gut gelungen. Alles anders? Ja, Maite ist die Anti-Helene, die auf den Glamour der großen Show verzichten kann, die auf der Bühne auch mal stolpert, sich lang legt und fragt: Wie komme ich hier elegant wieder hoch? So etwas mag das Publikum!

Von Andreas Weihs

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