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Machine de Beauvoir im Ostpol Dresden

Record-Release-Party Machine de Beauvoir im Ostpol Dresden

Was lange währt, wird endlich gut – das gilt hier nur bedingt. Denn „gut“ war die Musik auch schon vor einigen Jahren, doch jetzt endlich ist ein erstes Album daraus entstanden. „Nimmersatt“ heißt die Platte, bei der man nicht so recht weiß, wo man sie einordnen soll...

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„Nimmersatt“ heißt das Debütalbum des Musikprojektes Machine de Beauvoir. Dahinter stecken Jörg Schittkowski, Sandra Huimann, Rajko Gohlke und Stefan Fuhrmann (v.l.).

Quelle: Rene Plaul

Dresden. Was lange währt, wird endlich gut – das gilt hier nur bedingt. Denn „gut“ war die Musik auch schon vor einigen Jahren, doch jetzt endlich ist ein erstes Album daraus entstanden. „Nimmersatt“ heißt die Platte, bei der man nicht so recht weiß, wo man sie einordnen soll. Irgendwo zwischen krautigem Elektro, knallenden Wave-Sounds, maschinellen Tönen und literarisch anspruchsvollem Liedgut. Und völlig entfaltet sich das Gesamtkunstwerk alias Machine de Beauvoir sowieso erst auf der Bühne, wenn der Tonschöpfer Jörg Schittkowski seinen Kompositionen Leben einhaucht und die Schauspielerin Sandra Huimann, mal singend, mal hauchend oder im Sprechgesang, mit ihrer intensiven Darbietung bislang unbekannte musikalische Sphären öffnet. So zu erleben morgen Abend im Ostpol, zur Record-Release-Party von „Nimmersatt“.

Seit 2010 arbeitet das Künstlerduo nun schon an diesem „sehr speziellen“ Musikprojekt. Inzwischen ist man zum Quartett gewachsen, das in wechselnder Personalstärke in der Dresdner Clubszene aufspielt. Dazugekommen sind Stefan Fuhrmann (Schlagzeug) und Rajko Gohlke (Bassist der Berliner Band Knorkator).

Der Name Machine de Beauvoir, inspiriert von der französischen Philosophin und Existentialistin Simone de Beauvoir, entstammt der Idee des Theatermusikers- und Komponisten Jörg Schittkowski, quasi als Folgeprojekt seiner Band Automatic Noir, die bis 1999 in der hiesigen Subkultur bekannt war. Das Konzept: analoge elektronische Musik mit theatralen Einflüssen und wechselnden Künstlerinnen. „Deshalb auch der feministisch angehauchte Name“, erklärt Schittkowski. Doch während der Gründungsphase 2010 hatte er noch nicht mit der Wienerin Sandra Huimann gerechnet, ihres Zeichens seit 2009 an den Landesbühnen Sachsen engagiert.

„Elektronische Musik war ganz neu für mich, aber sehr spannend“, so die Schauspielerin. Künstlerisch funkte es bei den beiden sofort, seitdem agieren sie als Duo auf einer Wellenlänge. „Ausgetauscht“ wurde Huimann bis heute noch nicht... Stattdessen kreierten die beiden über die Jahre einen unverwechselbaren Stil, den sie selbst als „poetisch elektronischen Industrial Sound“ bezeichnen. Auf die von Schittkowski ausschließlich analog produzierte elektronische Musik addieren sich Bass, Schlagzeug sowie poetische Texte von Huimann. „Im Mittelpunkt stehen dabei gesellschaftliche und politische Themen aus vergangenen Tagen und Gegenwart, sowohl aus weltweitem Blickwinkel als auch aus subjektivem Interesse“, erklärt die sie. Neben Eigenkreationen und Zitaten aus Film und Theater bedienen sich die Musiker textlich nicht selten bei ihren Lieblingsautoren wie Franz Kafka oder Oscar Wilde.

Die gesungene Sprache variiert dabei zwischen Englisch, Deutsch ,Französisch und Jiddisch. „Jede Sprache transportiert ein anderes Gefühl“, so Huimann. So sind auf „Nimmersatt“ zwar zehn grundverschiedene Titel zu hören, die in gewisser Weise retrospektiv auf nunmehr sieben Jahre Projektgeschichte zurückblicken, aber gleichzeitig eine intensive und authentische künstlerische Spur hinterlassen. Intensiv sind auch die Auftritte von Machine de Beauvoir. Sowohl der poetische Elektrosound als auch Huimanns Auftreten ziehen die Zuhörer unweigerlich in ihren Bann. Während wummernde Wave-Sounds und rumflitzende Laser und Lichter für eine cineastische Atmosphäre sorgen, sucht die Sängerin immer wieder den Blickkontakt zum Publikum. „Ich zeige sowohl Aggressivität als auch Verletzlichkeit und liefere mich so dem Publikum ganz aus“, sagt Sandra Huimann.

Sie sieht in Machine de Beauvoir auch keine Nebenbeschäftigung in der Freizeit, ebenso wenig wie Schittkowski. „Es hat zwar etwas gedauert, aber wir haben schon vor, richtig los zu starten. Wir sind absolut überzeugt von dem, was wir tun“, so der Musiker. Seit vergangenem Jahr steht man deshalb auch bei dem Plattenlabel Moloko+ unter Vertrag, das nun an der Produktion von „Nimmersatt“ beteiligt war.

Schittkowski setzt bei der Platte auf klassisches Vinyl, einige CDs sollen „als Beiwerk“ mitgepresst werden. Zu kaufen gibt es das Album ab Donnerstag in Dresdner Plattenläden und im Internet. Für die Record-Release-Party zur ersten Platte verspricht Schittkowski eine „Zeremonie vom Feinsten“.

Machine de Beauvoir, Donnerstag, 21 Uhr, Ostpol. Support: Sønderling.

Die DNN verlosen drei CDs und eine Vinyl von „Nimmersatt“. Wer gewinnen möchte, ruft morgen, 11 Uhr, unter der Telefonnummer 0351/80 75 244 an. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

www.machinedebeauvoir.net

Von Sebastian Burkhardt

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