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Regional Löst Marek Janowski Michael Sanderling als Chefdirigent ab?
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14:41 23.10.2017
Marek Janowski  Quelle: dpa
Dresden

 Laufende Vertragsgespräche können wohl kaum besser beschädigt werden als durch voreilige Geschwätzigkeit. Insofern ist es nur konsequent, dass Frauke Roth, Intendantin der Dresdner Philharmonie, am Wochenende betont hat, sie sei von boulevardesken Mutmaßungen hinsichtlich der Nachfolge von Chefdirigent Michael Sanderling selbst überrascht worden. Der will seine aktuelle Amtszeit bekanntlich nicht über den vereinbarten Vertrag hinaus verlängern und das Orchester – vielmehr die ihn mit Sparauflagen brüskierende Stadt – 2019 verlassen.

Da künstlerische Planungen immer langfristiger geraten, wundert es kaum, dass die Gerüchteküche ob der möglichen Amtsnachfolge schon brodelt. Am Samstag wurde gemutmaßt, der ehemalige Chefdirigent Marek Janowski könne auch der künftige Chefdirigent werden. Das Orchester habe sich in einer internen Abstimmung „mit großer Mehrheit“ für ihn entschieden.

Nun, das Orchester, dem Janowski von 2001 bis 2003 vorstand und dessen Stadt er wegen der von ihr nicht eingehaltenen Versprechungen hinsichtlich eines neuen Konzertsaals recht grimmig verließ, war am Wochenende recht launig mit Charlie Chaplin unterwegs. Von den Musikern wollte und / oder durfte sich niemand zu den Gerüchten äußern. Statt dessen wurde auf anstehende Gespräche des Orchestervorstands mit der Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) verwiesen. Für den heutigen Tag dürfte dazu eine offizielle Stellungnahme erwartet werden.

Frauke Roth freue sich zwar für jeden Künstler, der die Sympathie eines Orchesters genießt, erwarte aber, „niemanden durch irgendwelche vorschnellen Dinge zu beschädigen.“ Der DNN gegenüber unterstrich sie am Samstag, dass mit der Kulturbürgermeisterin hinsichtlich Sanderlings Nachfolge „ein Fahrplan und bestimmte Termine“ festgelegt worden seien, daran fühle sie sich gebunden. „Ich finde stets, wenn man zu einem sensiblen und sehr wichtigen Vorgang etwas vereinbart hat, dann muss man sich als Profi auch daran halten.“ Man brauche einen Chefdirigenten, der „wichtig ist für die Dresdner Philharmonie, wichtig ist für die Stadt Dresden und wichtig ist für den neuen Saal im Kulturpalast.“ Deswegen müsse „unbedingt professionell“ daran gearbeitet und darüber kommuniziert werden.

Immerhin habe Frauke Roth, die 2015 zur Philharmonie gekommen ist, in der Vergangenheit den Kontakt sowohl zu Jirí Belohlávek als auch zu Kurt Masur und Marek Janowski gesucht, die auf jeweils unterschiedliche Weise mit der Philharmonie zu tun hatten oder – wie im Falle des im Mai diesen Jahres verstorbenen Belohláveks – einst zu tun haben sollten. Die in der jetzigen Spielzeit aktiv gewordene Kurt-Masur-Orchesterakademie ist eine Folge solcher Kontaktaufnahmen. Ob Marek Janowskis Rückkehr nach Dresden eine andere sein wird, ist derzeit noch offen. In Gerüchteküchen können derartige Chancen allzu leicht verbraten werden.

Der gestrenge Maestro des Jahrgangs 1939 hat mit der Philharmonie immerhin einen exemplarischen „Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner eingespielt und war im vergangenen Sommer zum wiederholten Mal sehr erfolgreich als Dirigent dieser Tetralogie am Grünen Hügel von Bayreuth zu Gast. Auf sein Versprechen, gern nach Dresden zurückzukehren, wenn es einen neuen Saal für die Philharmonie gäbe, würde Intendantin Frauke Roth gern zurückkommen, gestand sie ein. Spannungsreiche Konzerterlebnisse gab es bereits in den vergangenen Jahren, im Januar 2018 wird er mit Bartóks 3. Klavierkonzert und Bruckners 9. Sinfonie wieder in Dresden zu erleben sein.

Von Michael Ernst

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