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Landschaftlichen Elementarkräfte im Zahnärztehaus Dresden

Malerei von Wieland Richter Landschaftlichen Elementarkräfte im Zahnärztehaus Dresden

Den Maler Wieland Richter treibt es in die Welt. Weite Reisen liegen bereits hinter ihm, wie 2015 nach Australien und in diesem Jahr nach Norwegen. Der Maler arbeitet im Spannungsfeld von Nähe und Ferne, braucht die Distanzen zwischen Hier und Dort, um angeregt malen zu können.

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Wieland Richter. Smaragdene Quelle, 2016, Öl auf Leinwand.

Quelle: Repro: Wieland Richter

Dresden. Den Maler Wieland Richter treibt es in die Welt. Weite Reisen liegen bereits hinter ihm, wie 2015 nach Australien und in diesem Jahr nach Norwegen. Der Maler arbeitet im Spannungsfeld von Nähe und Ferne, braucht die Distanzen zwischen Hier und Dort, um angeregt malen zu können. Ohne diese Bewegung wäre er nur ein halber Mensch und brächte keine ihn befriedigenden malerischen Ergebnisse zustande. Im Zahnärztehaus Dresden gibt Richter jetzt einen Überblick über sein jüngstes Schaffen von 2015 bis 2016, aber auch eine Reminiszenz aus den 90er Jahren mit frühen Arbeiten, die von seinen ersten Begegnungen mit dem Süden berichten.

Reisen in Extremgebiete

Damals handelte es sich um Lagunen und Steppengebiete, weite Strände und das azurblaue Meer, die ihn malerisch beflügelten. Das Ergebnis waren Großformate und Tondi mit planetarischen Objekten, einer Erde, auf der tanzende paläolithische Jägergruppen zu sehen waren, in Booten oder auf Inseln im Meer. Sonnenräder mit geheimen Zeichen gehörten zum Bildbestand, vorwiegend auf der Kenntnis der jeweiligen Region und Ethnologie beruhenden Symbole und Verschlüsselungen. Seit 2015, dem vierteljährigen Aufenthalt in der australischen Wüste und an den Korallenriffen, hat sich die Handschrift des Malers gewandelt: Figuren werden ausgespart, große gegenständliche Panoramen gemieden.

Es ist, als hätte die intensive Begegnung mit der exotischen Natur und ihren Gewalten in Richters Bildern auch formal Einzug gehalten, als hätte sich die Hitze der Wüste in Holz und Leinwand gebrannt. Richters Erlebnissubstrate sagen kaum etwas aus über die Beschwernisse des Reisens in Extremgebiete. Sie sind geläutert und bemühen den ästhetischen Reiz des Motives, der sich seit dem vergangenen Jahr meist in informell-abstrakten Bildwerken niederschlägt.

Elementargewalt des Outback

Wüste, Korallenriff, Karri-und Eukalyptuswälder und tiefe Schluchten haben den Künstler stark beeindruckt und fanden Einzug in seine Bilder. Besonders das Hitzeerlebnis in der Wüste mit seinen bedrohlichen Momenten aber auch das Einssein mit der Natur an den weiten Stränden brachten ihm Einsichten, die nachhaltig waren. Unter dem Eindruck der Naturgewalten gewann er der Landschaft ihre reizvollen Seiten ab, die Furcht und Beschwernisse vergessen ließen. Das unisono mit der Natur stellte sich ein, eine tiefe innere Befriedigung der Übereinstimmung mit sich und den Elementarkräften. Spiegelungen am Strand, Horizontlinie und Meer, flirrendes Licht und ferne Fata Morganen bestimmen seine danach entstandenen Ölbilder. Auch die Wüstenhitze in den verschiedensten Brauntönen, Gelb und Ockerfarben.

Die Lofoten in Norwegen und das Nordkap waren 2016 Ziel seiner Reisesehnsucht. Mit dem umgebauten Wohnmobil legte er 8000 km zurück, besuchte einsame Orte vor einem grandiosen Bergpanorama. Das Meer und die Fjorde leuchteten in den feinsten Farbnuancen, Spiegelungen auch hier, aber silbrig weiß, grau und in blaugrünen Valeurs. Gewaltig und intensiv waren die Eindrücke, die ihn zu einem Triptychon anregten, aber auch Einzelbilder in grünblau dominierender Farbigkeit mit einer schwach leuchtenden, an den Mond erinnernden Mitternachtssonne. Unter den ihm liebsten Bildern aber ist die „Smaragdene Quelle“ (Öl, 2016), die an Claude Monets Teichrosen in seinem Garten von Givergny erinnert. Hingetupfte Farbkleckse und eine aus Farbschlieren bestehende angedeutete Wasseroberfläche in grünblauen Wasserfarben machen das Bild zu einem außergewöhnlichen Höhepunkt der Ausstellung. Auch das Ölbild „Lebendig und voller Kraft“ (2015) hat charismatische Ausstrahlung durch seinen intensiven mit dem Rakel gezogenen, expressiven Farbauftrag, bei dem die Eigenwertigkeit der die Leinwand aufrauenden Farbspuren überzeugt.

Bis 15. Februar. Zahnärztehaus Dresden, Schützenhöhe 11. Mo. bis Fr., 14 bis 16 Uhr.

www.zahnaerzte-in-sachsen.de

Von Heinz Weißflog

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