Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Regional Landesbühnen verzaubern mit einer traumhaften Uraufführung das Ferienpublikum
Nachrichten Kultur Regional Landesbühnen verzaubern mit einer traumhaften Uraufführung das Ferienpublikum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:16 06.07.2017
Kiki der kleine Sonnenstrahl (r., Elisabeth Schmalfuß) und die liebe Scheuche (Anke Teickner) bei der Premiere am 29. Juni. Quelle: Hagen König
Anzeige
Rathen

Schirme, Regenjacken und besorgte Blicke zum Himmel – das hatten alle Besucher der Felsenbühne Rathen an diesem Tag im Gepäck. Umsonst, wie sich bald zeigen sollte. Denn sobald die ersten Töne der Uraufführung „Die Sonne“ im Felsenrund erklangen, wagte sich tatsächlich die eben Besungene zwischen den Wolken hervor. Und machte damit dem Familienmusical aus dem Traumzauberwald von Reinhard Lakomy (Musik) und Monika Ehrhardt (Buch) alle Ehre.

Der Sonne nämlich will der finstere Gift-und-Gallenstein-Gru-Gru an den Kragen. Allein schafft er es jedoch nicht, sie vom Himmel zu holen. Also sucht er sich im Haifischgeneral Messerzahn und Höllenfürsten Lichterloh zwei Verbündete für seinen teuflischen Plan. Alle drei sind Machtgestalten wie aus dem Buche: Gru-Gru (großartig grimmig: Tom Hantschel), der böse Finsterling, der zum Herrscher der Welt werden will. Haifischgeneral Messerzahn (Fabian Trott), der militant-zackige Befehlshaber der Unterwasserwelt, der alle Kommandos mitschreiben lässt (wunderbar: Michal Sandor als zugedröhnter Hippie-Notar mit Monster-Dreadlocks). Und schließlich Höllenfürst Lichterloh (herrlich geziert: Johannes Krobbach), der eitle Narzisst, der neben sich keinen anderen dulden kann.

Diesem geballten Bösen muss natürlich jemand entgegentreten: Bei der lieben Scheuche auf der Regenbogenwiese (super-cool: Anke Teickner) beschließen Benjamin, Quingel und Kiki, der kleine Sonnenstrahl, die Sonne zu retten. Ab jetzt entfaltet sich eine phantastische Welt vor den Augen der Zuschauer. Das Unterwasserreich von Messerzahn ist eine glitzernde, flirrende Pracht aus Farben und Tönen. Mit blauen Tüchern und einem wasserblauen Blues entsteht eine meditativ-chillige Stimmung, die einen herrlichen Untergrund für die Handlung bildet. Beim Höllenfürsten Lichterloh dagegen sorgen viel Qualm, spitzhütige Feuergestalten und kleine Teufelchen für eine heiße Atmosphäre.

Überhaupt sind die Kostüme der Fische, Nixen, Teufel und anderen Gesellen eine wahre Augenweide (ein großes Lob für die Ausstattung: Katharina Lorenz). Sei es als Spatz, Fischlein oder Teufelchen –in ihren traumhaften Gewändern leisten die Kinderdarsteller und der Kinderchor der Landesbühnen in diesem Stück Großartiges und bezaubern mit ihren Beiträgen das Publikum. Das gilt vor allem auch für die Darsteller von Kiki (Elisabeth Schmalfuß) und Feuerlocke, dem etwas aus der Art geschlagenen Sohn des Höllenfürsten (Antonio Lapsker). Wie die beiden es schaffen, dem finsteren Gru-Gru einen Strich durch die Rechnung zu machen, sei hier noch nicht verraten. Nur so viel: Es ist köstlich!

Dass die Qualität der Musik – vielleicht auch den technischen Bedingungen der Felsenbühne geschuldet – nicht immer perfekt war, schien die jungen Zuschauer nicht zu stören: Zur Premiere jedenfalls gab es viel Applaus und nur positive Urteile.

Die Sonne – ein Familienmusical aus dem Traumzauberwald von Reinhard Lakomy und Monika Ehrhardt (ab 5 Jahre), Felsenbühne Rathen der Landesbühnen Sachsen,
nächste Vorstellungen: 5. Juli, 16 Uhr; 13./14./15. Juli, jeweils 14 Uhr; 16. Juli, 16 Uhr; 22. Juli; 14.30 Uhr; 8. August, 15 Uh;
9. August, 11 Uhr

Mehr Informationen:
www.landesbuehnen-sachsen.de

Von Birgit Andert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die beiden Hegenbarth-Künstlerstipendiaten des Jahres 2014 sind vorgestellt, deren vielversprechende Portfolios sich aus über 40 Bewerbungen hervorgetan hatten.

25.06.2018

Am morgigen Sonntag wird sie 85 Jahre, trotzdem strahlt Ursula Rzodeczko mit jugendlich wirkendem Gesicht, als sie über ihr Künstlerleben spricht. Es gibt noch Reibungen, die sie jung erhalten.

19.06.2018

Wer vor sieben Jahren daran gedacht hätte, dass in der so frisch wie mutig gestarteten Veranstaltungsreihe Feature-Ring einmal das 50. Konzert ausgerichtet werden würde, wäre vermutlich ungläubig belächelt worden.

09.02.2018
Anzeige