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„Ladsch und Bommel“ fürs ganz junge Publikum

Landesbühnen Sachsen „Ladsch und Bommel“ fürs ganz junge Publikum

Auch die Landesbühnen Sachsen widmen sich dem ganz jungen Publikum. Mit „Ladsch und Bommel“ wird ganz nebenbei auch noch eine Lanze für das Theater selbst gebrochen.

Marie-Luise Müller (Bommel, l.) und Kora Tscherning (Ladsch).

Quelle: Hagen König

Dresden.  Theater ist toll, Theater ist schön und Theater macht Spaß! So jedenfalls sieht das Bommel – und so, das ist auch die Hoffnung des stets um Schabernack und Ernsthaftigkeit ringenden Schalkes, sollen es nach seinem kleinen Exkurs in die Welt von Bühnen und Schauspielern auch sein bester Freund Ladsch und natürlich der Theaternachwuchs im Publikum sehen.

Doch ein Teil dieser Aufgabe gestaltet sich gar nicht so leicht. Während das clowneske Duo, angelehnt an die Dick-und-Doof-artigen Figuren „Laatsch und Bommel“ aus den 1930er Jahren, über die Bühne rumpelt und pumpelt, kommen zwar die Kinder samt Eltern in der Studiobühne in Radebeul auf ihre Kosten, doch Bommel will sich nicht so recht von der Idee eines Theaterbesuches begeistern lassen. Lieber gähnt Kora Tscherning alias Ladsch in Boxershorts und mit einigen Kissen unter dem gestreiften Unterhemd bestückt ein entspanntes „och nöööööö“ heraus.

Die Puppenspielerin, die in der vergangenen Spielzeit die Verantwortung über das Figurentheater der Landesbühnen Sachsen übernommen hat, gibt sich gemeinsam mit Marie-Luise Müller (Bommel) in der neuen Inszenierung von Maik Evers die Ehre. „Ladsch und Bommel gehen ins Theater“ (nach Hepakri van der Mulde) heißt das Puppenspiel für den Theaternachwuchs ab vier Jahren, das im Rahmen der Spielzeiteröffnung der Landesbühnen am Sonnabend Premiere feierte. Doch dem eigentlichen Puppenspiel wird hier nur eine untergeordnete Rolle zu Teil. Zunächst ziehen die beiden Clowns mit Verrenkungen, witzigen Streichen und viel Gesichtsakrobatik die Lacher der kleinen Besucher auf ihre Seite.

Dank eines einfachen Ratetricks überzeugt Bommel seinen Kumpel schließlich doch vom Gang ins Theater. Und so führt das Duo den aufmerksamen Nachwuchs spielerisch in die Welt von Theaterkassen, Tickets, Reservierungen, Sitzgruppen und Garderobe – vielleicht einen Tick zu viel, um wirklich große Lust aufs große Theater bei den Kleinen zu wecken, doch dafür umso authentischer. Aber die Hauptsache ist ja, dass Theater Spaß machen soll. Und das funktioniert bestens, als Bommel einfach mal damit anfängt, Szenen vom gemeinsamen Vormittag zu improvisieren und damit Ladschs Faulheit zum Thema zu machen. Das lässt der kleine Dicke natürlich nicht auf sich sitzen, ergreift die Initiative und lässt sich von Bommel in ein buntes Schauspiel verwickeln.

Ladsch erlebt beim Rumexperimentieren mit Musik, Marionetten und verschiedenen Requisiten so viel Freude, dass Bommel den Kindern im Publikum auch schon mal empfiehlt, sich Augen und Ohren zuzuhalten, während sein Kumpel zu Lenny Kravitz auf der Bühne abhottet. Das Puppenspiel der etwas anderen Art, das in erster Linie Lust auf Kreativität und Theater machen soll und seinen Unterhaltungswert nicht aus einer klassischen Kaspergeschichte zieht, macht seinem Namen dann aber noch alle Ehre. Mit Hilfe von Tüchern, einer Gießkanne, Sonnenbrillen und Alufolie improvisieren die Clowns ein Puppentheater im Schnelldurchlauf samt Schattenspiel und Happy End.

Das unkonventionelle und temporeiche Stück vergeht auch für die Kleinsten im Publikum wie im Flug und sollte einige Argumente geliefert haben, warum Theater wirklich Spaß machen kann. Die Inszenierung wird an den Landesbühnen sowohl für Theaterneulinge ab vier Jahren gezeigt als auch zusätzlich in einer englischen Fassung für Grundschüler.

nächste Vorstellungen an den Landesbühnen: 1., 4., 11., 21. und 29. Oktober

www.landesbuehnen-sachsen.de

Von Sebastian Burkhardt

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