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LackStreicheKleber-Festival zeigt, wie beliebt Straßenkunst ist

Inspiration Urban Art LackStreicheKleber-Festival zeigt, wie beliebt Straßenkunst ist

Vor 20 Jahren noch als „Straßenschmiererei“ mehr als verpönt – weil fast ausschließlich illegal und ungewollt –, gehören Streetart und Urban Art mittlerweile so fest zur Kunstszene wie die Spraydose in so manche Künstlerhände.

Street Art gehört mittlerweile fest in jedes Stadtbild.

Quelle: LSK

Dresden. Vor 20 Jahren noch als „Straßenschmiererei“ mehr als verpönt – weil fast ausschließlich illegal und ungewollt –, gehören Streetart und Urban Art mittlerweile so fest zur Kunstszene wie die Spraydose in so manche Künstlerhände. Und obwohl es neben legalen immer noch viele illegale Malerein gibt – oder gerade weil –, leisten Wand- und Straßenbilder einen erheblichen soziokulturellen Beitrag für die jeweilige Region. Das unterstreicht nun auch die mittlerweile vierte Ausgabe des Urban-Art-Festivals LackStreicheKleber, das bis zum 12. August mit Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Stadtführungen, Performances und Workshops auf die vielseitige Kunst im öffentlichen Raum aufmerksam macht.

Unter der Überschrift „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ eröffnet heute um 20 Uhr die Vernissage der Ausstellung „EL RAYADOR feat. Mural Illegal“ im Hole of Fame das LackStreicheKleber-Festival 2017. Gezeigt werden die Arbeiten des chilenischen Exil-Künstlers César Olhagaray, der 1974 vor dem Pinochet-Regime in Richtung DDR floh und anschließend ein Grafik-Studium an der HfBK Dresden absolvierte. Seitdem zieht der Chilene, der sich irgendwie schon immer zur Kunst im öffentlichen Raum hingezogen fühlte, weswegen er letztendlich auch aus seiner Heimat flüchten musste, als Streetart-Künstler umher. Mit großem Erfolg. Dutzende seiner „legalen“ Kunstwerke schmücken heute unter anderem Teile Dresdens und Berlins.

Ergänzt wird die Ausstellung mit Grafiken und Fotos von Ralf Menzel, der in seinen jungen Jahren – inspiriert vom US-amerikanischen Film „Beat Street“ – als aktiver „Sprayer“ im Raum Dresden unterwegs war. Mittlerweile mussten Menzels Werke zwar allesamt unfreiwillig frischer Deckfarbe weichen, doch seine Skizzen und einige Fotoaufnahmen der einstigen Wandmalereien konnte er mühevoll bewahren.

Mit dem Blick auf die lange Tradition und das mittlerweile veränderte Ansehen der Urban Art gibt die Ausstellung aber nur einen Vorgeschmack auf das prall gefüllte Festival-Programm bis zum 12. August. Zu verdanken ist das den Organisatoren rund um die Projektleiter Jens Besser und Yvonne Bonfert, die im Dezember 2016 endlich einen Verein gründeten, um das Festival fortan noch effektiver und zukunftsorientierter gestalten zu können. „Wir wollen das Festival jedes Jahr Stück für Stück weiterentwickeln“, sagt Bonfert.

Das ist allerdings nicht immer ganz so einfach. Denn in der großen und zuweilen anonymen, nischenhaften Street-Art-Szene gilt es für das Festival, viele einzelne, weit verstreute Akteure, Künstler und Projekte zusammenzuführen. Deshalb öffnet sich das mittlerweile als Szenen- und Netzwerktreffen bekannte LackStreicheKleber immer wieder neuen, unbekannten, aber auch etablierten nationalen und internationalen Künstlern.

Das Zusammenspiel dieser verschiedenen Akteure wird in den kommenden Tagen natürlich auch wieder direkt auf diversen Wänden zu sehen sein. In Leuben entstehen ab morgen durch fünf ausgewählte nationale und internationale Künstler Wandbilder an Fassaden und Durchgängen von Gebäuden an der Rottwerndorfer Straße und Neundorfer Straße unter dem Titel „LeubenMurals“ – mit dem ausdrücklichen Wunsch der Eigentümer der Vonovia. „Das zeigt, welchen Stellenwert Urban Art mittlerweile hat. Die Vonovia ist auf uns zugekommen und hat angefragt, ob wir nicht einige Wände verschönern könnten“, so Besser. Dankbar ist der Projektleiter auch für die Hilfe von der Stadt. Neben finanzieller Unterstützung engagiert sich die Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) persönlich für das LackStreicheKleber-Festival und stellt in einem Vorwort im Programmheft noch einmal die Bedeutung der Urban-Art-Szene in Dresden und die des Festivals für den östlichen Teil der Bundesrepublik hervor. Generell befasst sich das Kulturbüro in der Stadt im Zuge der Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025 intensiv mit dem Thema Street Art und Straßenmalerei, wie unter anderem im vergangenen Jahr mit der Ausstellung „Magic City“ im Industriegelände deutlich wurde.

Programm: www.lackstreichekleber.de

Von Sebastian Burkhardt

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