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Kritik: Zentrale Koordinierung für Dresdner Kulturkraftwerk fehlt

Kritik: Zentrale Koordinierung für Dresdner Kulturkraftwerk fehlt

Im Grundsatz herrschte im Stadtrat und an der Stadtspitze letztlich große Einigkeit: Lasst uns das ehemalige Heizkraftwerk Mitte in ein Zentrum der Kreativwirtschaft mit der Operette und dem Theater Junge Generation (TJG) als Ankermieter etablieren.

Doch der Teufel steckt im Detail: Bis heute gibt es keine konkreten Handlungsempfehlungen von Seiten der Stadt, keinen konkreten Stadtratsbeschluss zur Entwicklung des Geländes für die Kreativwirtschaft, ja noch nicht einmal eine zentrale Koordinierungsstelle, die die Interessen von Operette, TJG, der Kreativwirtschaft und vielleicht sogar der Dresdner Hochschulen bündelt.

Doch dafür gibt es eine von OB Helma Orosz (CDU) einberufene Arbeitsgruppe unter Leitung von Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) mit Beteiligung der Wirtschaftsförderung. Zwei Mal hat sich diese AG bereits getroffen, konkret herausgekommen ist nichts. Beklagen zumindest die Sprecher der IG Kraftwerk Mitte, einer Bürgerinitiative, die sich für die Entwicklung der Kreativwirtschaft am früheren Heizkraftwerk Mitte einsetzt. "Im Moment haben wir überhaupt keine Planungssicherheit, wissen nicht, wie sich das Gelände in den nächsten fünf Jahren entwickeln wird. Das führt in der Szene zu Distanz", sagt Jana Betscher von der Medien Verlags GmbH und eine der IG-Kraftwerk-Sprecherinnen.

Immerhin vertritt die IG Kraftwerk Mitte inzwischen die Interessen von über 70 Mitgliedern, die allesamt aus der Kunst-, Grafik- und Medienbranche stammen. "Wir vermissen einen aktuellen Planungsstand für das komplette Gelände", beklagt Betscher. Außerdem fehle eine Moderation aller Interessen, auch der der Musikhochschule und der Schnittmengen zwischen Operette, TJG und der Kreativen.

Für Irritation sorgten jüngst Mietforderungen der Drewag im zweistelligen Euro-Bereich. "Das können sich die Kreativen nicht leisten", sagt die IG-Sprecherin. Stattdessen müsse eine Mischkalkulation, eine Art Quersubventionierung der Kreativen durch Handel und Gastronomie möglich sein, fordert Betscher. Wenn nur 15 Prozent aller Mieter für 48 Euro pro Quadratmeter mieten würden - und damit meint Betscher Handel und Gastronomie -, dann könnten 85 Prozent der Restmieter für sechs Euro pro Quadratmeter aufs Gelände ziehen.

Als Grundlage für die Berechnungen der IG Kraftwerk Mitte diente der Gewerbemietspiegel der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden. "Wir gehen hier bislang von einer 1b-Lage aus", so Betscher. Die Quote zur Refinanzierung liege bei "nur" 15 Prozent. "Wir hatten mit 30 bis 40 gerechnet", sagt Betscher und hofft auf ein Einsehen auf Drewag-Seite. Ralf Redemund

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.12.2012

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