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Regional Kriminalroman zur Wiedereröffnung des Panoramas „Dresden 1945“
Nachrichten Kultur Regional Kriminalroman zur Wiedereröffnung des Panoramas „Dresden 1945“
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12:22 16.01.2016
Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Es gibt immer mehrere Winkel und Ansätze aus und mit denen man sich einer Thematik nähern kann. Der Vollständigkeit der Betrachtung ist das nur dienlich. Wie es gelingen kann, die Dresdner Bombennacht vom 13. Februar 1945 nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Verstand erfahrbar zu machen, zeigen Yadegar Asisi und sein Neffe Alexander Asisi mit einer seltenen Verquickung von Literatur und Bild.

Zeitgleich mit der erneuten Eröffnung des Panoramas Dresden 1945 von Yadegar Asisi, das einen 360-Grad-Blick des zerstörten Dresdens zeigt, erscheint ein thematisch passendes Buch seines Neffen.

Der Kriminalroman „Die Dresdnerin“ spielt in den letzten Monaten des Krieges. Der Berliner Kripo-Kommissar Erich Klemmer ermittelt zwischen Bombenangriffen und Ruinen in einer mysteriöseren Mordserie. Ein unbekannter Täter bringt SS-Schergen und deren Familien um. Die Suche nach dem Mörder führt Klemmer gemeinsam mit seiner Assistentin Luci Rost, eine glühende Verehrerin des Nationalsozialismus, von Berlin in das zerstörte Magdeburg und letztendlich nach Dresden, das bis zur verheerenden Bombennacht von Luftangriffen verschont blieb.

Klemmer, der den Nazis kritisch gegenübersteht, ermittelt im Auftrag des Reichsführers-SS, Heinrich Himmler. Viel zu spät gesteht er sich selber ein, ein Mitläufer oder gar Mittäter zu sein. Immer mehr zieht ihn sein Auftrag in die Abgründe einer Gesellschaft, die mit einem großen Knall an ihrem eigenen Überlegenheitsanspruch scheitert und deren Verbrechen in Form von Brandbomben auf sie zurückfallen.

„Mir war es wichtig, die Stimmung in den letzten Monaten des Krieges wiederzugeben. Erst schwingen alle ihre Fahnen und dann bricht die Gesellschaft aus Opfern, Tätern und Mitläufern innerhalb kürzester Zeit in sich zusammen“, erklärt Alexander Asisi.

Der Krimi, der in der asisi Edition erscheint, ist der erste Teil einer Trilogie. Der kommende Band spielt, teils mit den gleichen Protagonisten, im Deutschland der Nachkriegszeit und soll die Gründung von DDR und BRD thematisieren. Der dritte Teil ist im Deutschland der 80er Jahre angesiedelt und bereits fertiggestellt.

„Wir haben hier ein Podium und ich will anderen die Möglichkeit geben, an diesem Zustand zu partizipieren. Deshalb versuchen wir, Schriftsteller und Künstler zu finden, die mit den im Panorama behandelten Themen etwas zu tun haben“, erklärt Yadegar Asisi, der sich eigentlich nicht als Verleger sieht, seine Entscheidung, das Buch zu veröffentlichen. Bereits im vergangenen Jahr erschien der Roman „Dresden – Canaletto – seine Jahre in Dresden“ von Ralf Nürnberger in der Asisi Edition.

Hauke Heuer

„Die Dresdnerin“, 13,90 Euro, erhältlich unter shop.asisi.de und amazon.de; Lesung mit Alexander Asisi: 28. Februar, 11.30 Uhr, Societätstheater, Dreikönigskirche 1a

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