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Regional Kopfüber ins Publikum – Limp Bizkit rocken die Junge Garde
Nachrichten Kultur Regional Kopfüber ins Publikum – Limp Bizkit rocken die Junge Garde
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11:33 19.06.2018
Limp-Bizkit-Frontmann Fred Durst. Quelle: Andreas Weihs
Dresden

„Alright, partner, keep on rollin’, baby, you know what time it is“ – bevor Limp Bizkit Frontsänger Fred Durst einen ihrer größten Hits „Rollin’“ mit diesem legendären Satz einläutete, warnte er die Fans: Das Intro wird nicht so markant klingen wie auf der Platte. Das gelinge ihm nie. Doch das war dem Publikum reichlich egal. Dass die US-amerikanische Nu-Metal-Band einen ihrer größten Knaller als einen der ersten Songs des Abends spielte, heizte die Menge umso mehr an. Zahlreiche Fans waren mit roten Cappies erschienen, ein Markenzeichen des Frontsängers. Dieser antwortete mit roten Handschuhen, Fischerhut und richtig guter Laune.

Direkt nach dem ersten Song „Hot Dog“ versprach Durst vor ausverkauftem Haus Freibier für alle. Dies schien allerdings nicht so recht zu klappen, denn auf spätere Nachfrage, ob alle ihr Freibier bekommen hätten, bekam Durst nur ein kräftiges „No!“. Das Publikum nahm es mit Humor. In den vorderen Reihen gab es vom ersten bis zum letzten Lied kein Halten, es wurde gesprungen, gepogt und sich in den Armen gelegen. Und das, obwohl der Sound überraschend leise daherkam.

Die Metal-/Hip-Hop-Band um Sänger Fred Durst begeisterte die Zuschauer.

Seit Jahren macht die Band ihren Fans immer wieder Hoffnung auf ein neues Album. „Stampede of the Disco Elephants“ soll es heißen und eigentlich noch in diesem Jahr erscheinen. Doch schon Ende des letzten Jahres machte Gitarrist Wes Borland die Hoffnungen wieder zunichte. In einem Interview mit dem Magazin „Metal Hammer“ stellte er die rhetorische Frage, warum es überhaupt neue Songs von Limp Bizkit geben sollte. Die Band sei ein Nostalgie-Act. Ob das der Grund ist, ob es Kommunikationsprobleme innerhalb der Band sind oder gar ein Wechsel des Plattenlabels, weiß derzeit nur die Band selbst. Auch in der Jungen Garde gab es kein Statement dazu. Vielmehr ließ sich die Nu-Metal-Band für ihre Klassiker des Albums „Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water“ aus dem Jahre 2000 feiern. Becher flogen durch die Lüfte, und einige Fans ließen sich durch die Menge tragen.

Auch Durst suchte die Nähe zu den Fans und machte sich nach „Livin’it up“ auf den Weg runter zum Publikum. Zurück auf der Bühne, stimmten sie „Gold Cobra“ – vom zuletzt erschienenen gleichnamigen Album (2011) – an, und Durst bewies, dass er auch mit 47 Jahren noch zwischen Schreien und Rappen problemlos hin und her wechseln kann. Sein Backroundsänger musste nur selten unterstützend einspringen. Bei der Ballade „Behind Blue Eyes“ zeigte sich allerdings, dass Durst den höheren und ruhigeren Tönen nicht mehr gewachsen ist. Vielleicht war das der Grund, warum der Song bereits nach dem ersten Refrain wieder zu Ende war.

Nach „My Way“ und „Nookie“ ebnete Durst die Bühne für seinen Gitarristen, und Borland begeisterte das Publikum mit einem Solo von Nirvanas Klassiker „Smells Like Teen Spirit“. Dann setzte er noch einen drauf und sprang zu „Break Stuff“ kopfüber in die Menge. Dort spielte er weiter, umringt von Fans, die eilig nach ihren Handys kramten. Zurück auf der Bühne ging es in den Endspurt. Mit „Take a Look Around“ verabschiedete sich die Band, nach rasanten eineinhalb Stunden.

Wer Limp Bizkit in Dresden verpasst hat, bekommt am 17. August eine zweite Chance. Dann spielt die Band auf der Freilichtbühne Peißnitz in Halle. Tickets gibt es unter www.ticketgalerie.de oder unter der Tel.: 0800 / 2181 050 (gebührenfrei).

Die komplette Kritik lesen Sie in der DNN-Ausgabe am Montag.

Lisa-Marie Leuteritz

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