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Konzert am Gründungstag im Dresdner Palais im Großen Garten

Sächsische Staatskapelle Konzert am Gründungstag im Dresdner Palais im Großen Garten

Am Gründungstag spielte die Sächsische Staatskapelle Werke von Mozart, Schubert und dem aktuellen Capell-Compositeur Arvo Pärt im Palais im Großen Garten.

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Die Solisten Matthias Wollong, Sebastian Herberg und Norbert Anger, am Pult Michail Jurowski.

Quelle: Matthias Creutziger

Dresden. Zu ihrem 469. Geburtstag am Freitag gab die Sächsische Staatskapelle am historischen Ort im Palais im Großen Garten (Robert Schumann und Richard Wagner hatten hier dirigiert) ein Festkonzert. Zum Programm gehört am Gründungstag jeweils ein Werk des Capell-Compositeurs bzw. der -Compositrice, um die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen. Gilt es doch, die aus der Tradition gewachsene Gegenwart zu feiern und nicht nur des Vergangenen zu huldigen. In der aktuellen Spielzeit hat Arvo Pärt das Amt inne, der wie kaum ein zweiter mit seiner Musik so gegenwärtig wie zugänglich ist. Michail Jurowski, ein der Kapelle seit langem vertrauter Dirigent, war für den kurzfristig erkrankten Peter Schreier eingesprungen.

Arvo Pärt, von dem in weiteren fünf Konzerten Kompositionen aufgeführt werden (jedoch kein Chorwerk des Esten!), umkreist in „Festina lente“ für Harfe und Streichorchester die Themen der gleichzeitigen Ungleichzeitigkeit in ruhigen Schleifen, die von den ersten Tönen an zu berühren vermögen. Die Staatskapelle ließ eine spannungsvolle innere Ruhe fühlbar werden, ein Anwachsen, Aufbauen und eine Auflösung – ein musikalisches Palindrom mit Postludium.

Der Einleitung folgte die Uraufführung eines Mozart-Werkes. Doch das Staunen verflog schnell – ein neuentdecktes Werk vom Salzburger Meister war es mitnichten. Der Komponist Jeffrey Ching hat im vergangenen Jahr die Adaption einer Sinfonia concertante für Violine, Viola, Violoncello und Orchester vorgelegt. Er fügte drei Sätze bzw. Fragmente zusammen und vervollständigte sie, wobei das einleitende Allegro KV Anh. 104 tatsächlich für eine Sinfonia concertante in der genannten Besetzung gedacht war. Doch Mozart hat das Werk – weshalb auch immer – nicht beendet. Es nun um ein Adagio (KV 261) und das auf einem Streichquartettsatz (KV 72) basierende Rondeau zu ergänzen, erschien ein wenig konstruiert und so wenig authentisch wie das Farblicht im Palais – Mozart steckte sicher drin, aber es war eben keiner, obwohl es exzellent musiziert worden ist. Dabei beeindruckten neben den drei Solisten Matthias Wollong, Sebastian Herberg und Norbert Anger die Holzbläser sowie Hörner mit feinem Sinfonia-Stil.

Weitaus authentischer war Franz Schuberts vollendet unvollendete Sinfonie h-Moll (D 759). Michail Jurowski hatte sich für einen schlanken, aber kräftigen Klang entschieden – sein Sinnen galt ganz offensichtlich dem Ausdruck. Franz Schubert wird gemeinhin als Klassiker gesehen, der das Tor zur Romantik aufgestoßen hat, oder als Romantiker, der wie ein Klassiker komponierte. Im Vergleich zu Aufführungen mit großem Sinfonieorchester ließ sich diese nicht als „romantisch“ apostrophieren. Doch gerade das war packend und stimmig – die Tradition feiern heißt eben nicht, stehenzubleiben und zu konservieren! Berückend war es, wie Bläsersoli aus dem stetigen Energiestrom der Streicher herausragten, wunderbar!

Und weil es ein Geburtstag war, gab es sogar noch ein kleines Extra: die Gavotte aus Sergej Prokofjews erster Sinfonie – launig!

Tipp: Viel mehr von Arvo Pärt wird es im Rahmen eines Portraitkonzertes am 4. März in der Schlosskapelle geben.

Von Wolfram Quellmalz

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