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Konrad Küchenmeister kommt in die Dresdner Scheune

Die Raggea-HipHop-Dubstep-Soloband Konrad Küchenmeister kommt in die Dresdner Scheune

Was macht der da nur?“ Diese Frage stellt sich wohl jeder, der Konrad Kuechenmeister zum ersten mal live auf einer Bühne erlebt. Ein paar Akkorde auf der Gitarre, ein bisschen Rumgeklimpere auf dem Keyboard, Beatbox-Sounds und immer dieses Rumgerenne zwischen unzähligen Fußpedalen.

Mit dem „Bulli“ tourt Konrad Kuechenmeister durch Amerika.

Quelle: privat/PR

Dresden. „Was macht der da nur?“ Diese Frage stellt sich wohl jeder, der Konrad Kuechenmeister zum ersten mal live auf einer Bühne erlebt. Ein paar Akkorde auf der Gitarre, ein bisschen Rumgeklimper auf dem Keyboard, Beatbox-Sounds und immer dieses Rumgerenne zwischen unzähligen Fußpedalen – was zunächst aussieht wie die ersten musikalischen Experimente eines verrückten Typen, entwickelt sich rasant zu einem besonderen, exklusiven Musikerlebnis.

Konrad ist ein (Kuechen-)Meister des Loops, er ist Entertainer und mindestens multitalentiert, zumindest suggerieren das die verschiedenen Instrumente, mit denen er während seiner Auftritte Songs live zusammenstellt, einspielt und variiert. Noten kennt der Autodidakt natürlich nicht, braucht er auch nicht. Seit Jahren gilt Kuechenmeister wegen seiner intensiven und authentischen Darbietungen rund um den Globus als Geheimtipp innerhalb der Subkultur. Am Sonnabend ist der Dresdner wie auch schon in den vergangenen Wintern wieder zu Gast in der Scheune.

Als Keyboarder der Ska-Band Regatta 69 zog es Küchenmeister 2006 nach Berlin. Doch schnell fühlte er sich unterfordert. „Sich auf ein Instrument zu beschränken ist nicht meine Sache“, erklärt der Musiker. Bereits als Kind brachte er sich das Spielen jeder Menge Instrumente bei, die zur Genüge im Musikzimmer seines Vaters, seinerseits Hobbymusiker, zu finden waren. In einer kleinen Berliner Wohnung fing er an, mit einem Loop zu experimentieren, bis es seinem Nachbarn zu laut wurde und Küchenmeister zum Proben einfach auf die Straße ging.

Als Straßenmusiker vor dem Brandenburger Tor begeisterte er bereits vor zehn Jahren seine Fans, Interviews mit Fernsehen und Radio, ein erster Labelvertrag und Bühnenauftritte folgten, der erste in Dresden im Bärenzwinger noch im Jahr 2006. Ein Jahr später ging es für den Szenemusiker zum ersten Mal auf Tour nach Brasilien, wo er zufällig den Manager von Manu Chao auf einem seiner Gigs kennenlernte und gemeinsam mit den Weltmusiker im Teatro no Brasil auftrat. Konzertreisen durch Europa, China, die USA und Afrika folgten. Immer spontan natürlich. „Ich wurde oft einfach bei meinen Konzerten von Managern und Tourplanern angesprochen und zu neuen Events eingeladen“, so Kuechenmeister.

Peu à peu baute er sich rund um den Globus eine Fangemeinde auf, die er nun regelmäßig bespielen darf. Über 1000 Konzerte hat der Loop-Meister schon hinter sich, 2016 bildete mit 154 Auftritten den bisherigen Höhepunkt seiner Karriere. Unter anderem tourte er zwei Mal durch die USA, jeweils von New York nach Miami, in einem zur fahrenden Soundstation umgebauten VW T1 Bus, Baujahr 1964. Kuechenmeister machte in dieser Zeit auch Bekanntschaft mit Hurricane „Matthew“. „Viele der Clubs, in denen wir auftreten wollten, wurden zerstört, die Tour entwickelte sich zu einem großen Chaos“, so Kuechenmeister.

Und genau solche Einflüsse, gepaart mit den vielen Eindrücken seiner Touren rund um den Globus, baut der Musiker in seine Arbeit ein. Neben traditionellen Instrumenten wie Gitarre, Bass, Melodika, Piano und Drums mischen sich Gesang und Beatbox mit modernen Effekten. Alles live, ohne Samples, ohne Playbacks. Neben festen Titeln im Repertoire („Die bin ich meinen Fans schuldig“) liebt es Kuechenmeister, mit bis zu zwei Loopstationen und 30 Fußpedalen zu experimentieren und zu improvisieren. „Manchmal geht auch etwas schief oder klappt nicht wie geplant, aber das klingt dann meistens auch irgendwie cool, und die Leute merken das gar nicht.“

Er bezeichnet seine Musik als „Free Loop Live Entertainment“. Der multitalentierte Künstler wirkt bei seinen Auftritten oftmals so vernarrt in sein Tun, als würde er eine Jam-Session mit vielen Alter-Egos veranstalten – und das Publikum ist live dabei, wie neue Songs, Beats und Rhythmen entstehen. Die Loop-Maschinen erlauben Kuechenmeister unterschiedlichste Kombinationen und Kreationen, die sonst nur von verschiedenen Musikern gleichzeitig gespielt werden könnten. Einige seiner Songs haben sogar Bigband-Format. Die Musikrichtungen variieren dabei von Reggae, Dub, Dub Step, Hip Hop, Latin Music, Ska bis hin zu Balkan Beats.

Kommerzialisieren lassen will sich „KK“ nicht. Angebote von „Deutschland sucht das Supertalent“ oder „X-Faktor“ lehnte er dankend ab, genauso verzichtet er auf aufwendige Alben, jährliche Plattenveröffentlichungen oder Werbung. Lieber tourt der Szene-Musiker durch Clubs auf verschiedenen Kontinenten oder gibt spontane Strand-Konzerte in Florida.

Aufgrund seiner umfangreichen Reisen freut sich Kuechenmeister immer auch auf seine „Heimspiele“ in der Scheune. Eventuell werden ihn seine Fans dann zum ersten Mal seit langer Zeit wieder mit mehreren Loop-Stationen auf einmal sehen. „Ich habe es letztens ein bisschen geübt, warum also nicht“, so Kuechenmeister.

Eigentlich wollte er das Jahr 2017 etwas ruhiger angehen lassen und eine neue Platte einspielen, doch erst diese Woche unterzeichnete er spontan für eine Tour durch Namibia im April. Im August düst der Loopmeister dann schon wieder mit dem T1-Bus die amerikanische Ostküste entlang, diesmal sogar von New York über Miami weiter nach New Orleans.

Konrad Kuechenmeister, Sonnabend, 21 Uhr, Scheune. Support: Wynton Kelly Stevenson (USA). Restkarten ab 15 Euro an der AK.

Von Sebastian Burkhardt

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