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Regional Klaus Enders taktvolle Akte – Ausstellung mit Arbeiten aus fünf Jahrzehnten
Nachrichten Kultur Regional Klaus Enders taktvolle Akte – Ausstellung mit Arbeiten aus fünf Jahrzehnten
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08:45 24.04.2018
Schaumgeborgen. Quelle: Klaus Enders
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Dresden

 Das Meer hat es ihm angetan, der Strand und der Himmel darüber. Dort hinein stellt Klaus Ender seine schönen, nackten Mädchen. Es sind junge Frauen der DDR in selbstbewusster Natürlichkeit, die der Fotograf an Rügens Ostseeküste vor seine Kamera holte.

FKK behauptete gerade ihren wachsenden Platz im Alltag, aber die Aktfotografie war in den 1960er Jahren, als Ender zu fotografieren begann, noch nicht salonfähig. Zwar druckte die Zeitschrift „Das Magazin“ Aufnahmen des Autodidakten oder auch der „Eulenspiegel“, doch bis zur ersten großen Ausstellung brauchte es noch ein paar Jahre.

Zur Galerie
DDR-Aktfotografie von Klaus Enders

Erst 1975 wurde in Potsdam die Schau „Akt & Landschaft“ mit Bildern von Klaus Ender und dem Cottbuser Fotografen Gerd Rattei zu einer Art Schleusenöffner. Die erste Ausstellung mit Aktfotografie in der DDR zog so viel Publikum, dass sie auf Wanderschaft durch mehrere Städte geschickt wurde. In Dresden machte sie 1977 sogar im Pretiosensaal des Schlosses Station und soll 30.000 Besucher gelockt haben.

Fotografie galt mittlerweile offiziell als Kunstform, somit inbegriffen auch der Akt. Ender war mit seinen Unbefangenheit ausstrahlenden Bildern ein Wegbereiter. Neben Günter Rössler zählt er in Ostdeutschland zu den Pionieren des Genres.

Vernissage am Dienstag im Kunstkeller Dresden

Vordergründige Erotik ist dem heute 79-jährigen Ender fremd. Sein Anliegen ist die „Harmonie von Mensch und Natur“, wie er selbst sagt. Manchmal fügt sich ein nackter Körper so selbstverständlich ins Bild, dass er wie in der Arbeit „Die Woge“ eine Einheit mit der Umgebung bildet.

Nun kehrt Klaus Ender, der seit 1996 wieder auf Rügen lebt, nach vielen Jahrzehnten auch nach Dresden zurück. Einen Ausschnitt aus seinem Lebenswerk, 70 Aufnahmen aus fünf Jahrzehnten, zeigt jetzt die Galerie Kunstkeller – aktfotoARTdresden, darunter auch Bilder aus der legendären „Akt & Landschaft“-Schau. Seine ästhetische Herangehensweise versinnbildlicht der Fotokünstler im Ausstellungstitel „Akt mit Takt“. Unter diesem Namen ist bereits ein Bildband erschienen. Übrigens gibt es noch eine Spur nach Dresden: 1971 konnte der Fotograf sein erstes Buch, den Ratgeber „Mein Modell“, hier anlässlich der Arbeiterfestspiele offiziell vorstellen.

Die Vernissage zur Ausstellung „Akt mit Takt“ findet heute, 20 Uhr im Kunstkeller Dresden, Radeberger Straße 15 statt. Einführende Worte: Volkmar Fritzsche, Performance: Solvig Frey und Antje H. Der Künstler ist anwesend. ­­

Geöffnet bis 9. August, Dienstag 15 Uhr bis 21.30 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr (Sommerschließzeit vom 6. bis 26. Juli)

Von C.N.

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