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Klarinettist Ralph Manno unterrichtet bei den Dresdner Meisterkursen Musik

Musik als ganzheitliches Erlebnis Klarinettist Ralph Manno unterrichtet bei den Dresdner Meisterkursen Musik

In allen Räumen der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber klingt es derzeit bei den 5. Dresdner Meisterkursen Musik. Es ist eine wahre Freude, von Zimmer zu Zimmer zu wandern und zu hören, wie die Teilnehmer auf Anleitung ihrer Kursleiter an Stücken feilen.

Ralph Manno (links) bei der Arbeit mit seinen Kursteilnehmern.

Quelle: Ronny Waleska

Dresden. In allen Räumen der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber klingt es derzeit bei den 5. Dresdner Meisterkursen Musik. Es ist eine wahre Freude, von Zimmer zu Zimmer zu wandern und zu hören, wie die Teilnehmer auf Anleitung ihrer Kursleiter an Stücken feilen, wie sie Interpretationen und musikalischen Ausdruck allmählich immer klarer herausarbeiten. Ganz besonders dynamisch geht es im Kurs des Klarinettisten Ralph Manno zu. Er gibt nicht nur humorvolle Anweisungen, er ruft auch gern mal in die Stücke hinein, dirigiert und tanzt durch den Raum, um seinen Schülern anschaulich zu machen, welche Stimmungen sie in der Musik anschlagen sollten.

Wenn dann Sätze fallen wie „Du darfst an dieser Stelle nicht warten und zählen, spiel so, wie du singen würdest, wenn du nicht Musik studiert hättest“, dann ahnt sogar der Laie, was er meint. In diesem Fall ist es Esther Deborah Sinka, die das Gesagte auf der Klarinette umsetzen soll – und das nicht allein. Denn die Musikstudentin aus Köln hat sich mit ihrem Kammerensemble bei den Dresdner Meisterkursen Musik angemeldet. Das allein ist schon ungewöhnlich, muss Ralph Manno dabei doch nicht nur auf eine Klarinette, sondern auch auf das Spiel von Julia Polinskaja am Piano und Leonard Rees am Cello achten.

Die drei Musiker haben sich erst vor etwa einem halben Jahr als Trio zusammengefunden. Sie alle studieren in Köln Musik und wollten die Meisterkurse in Dresden dazu nutzen, das gemeinsame Spiel zu verfeinern. „Wir haben gemerkt, dass im Studienalltag zu Hause oft die Zeit fehlt, um mal intensiv zusammen zu proben und verschiedene Dinge auszuprobieren“, sagt Esther Deborah Sinka. Die drei haben neben Nino Rotas Trio für Klarinette, Cello und Piano (1973) das Klarinettentrio von Johannes Brahms mit nach Dresden gebracht. Zusätzlich zu den Meisterkursen bei Ralph Manno haben sie sich für die Fitnesskurse an der Hochschule angemeldet und besuchen die abendlichen Lesungen und Konzerte während der Meisterkurswoche.

Das Beste allerdings sei das gemeinsame Proben und der Unterricht, den Ralph Manno dynamisch und einprägsam führt. Bei Nino Rota etwa duldet er weder „russische Schwere“ im Klavier noch „deutsche Strenge“ bei der Klarinette. „Musikalisch war das gut, aber die Psychologie stimmt noch nicht“, tadelt er an einer Stelle – bis sich Cello und Klarinette in einem hinreißenden Zwiegespräch wiederfinden. Und falls etwas noch nicht so klappt wie gewünscht, nimmt er seine Klarinette und spielt einfach ein paar Töne mit. Ganz locker, fordernd zwar, aber verständlich und ohne Dünkel.

„Er ist ein sehr guter Musiker, von dem wir hier viele neue Impulse bekommen haben“, erklärt Esther, „vor allem kann er Musik bildhaft erklären, setzt viel Energie da rein und zeigt uns auch Querverbindungen zwischen den Werken auf.“ Und wie fühlen sich ein Cellist und eine Pianistin im Klarinettenkurs? „Gut“, sagen die beiden sofort mit einem breiten Grinsen. Schließlich gehe es ja um zwei Kammermusikstücke, da gibt Ralph Manno ihnen allen wichtige Tipps für das gemeinsame Musizieren. Auch vom Konzept der Meisterkurse Musik sind die drei Kölner Studenten begeistert. „Es macht Spaß, sich über die Musik hinaus mit anderen Themen auseinanderzusetzen, außerdem ist es ein guter Einstieg vor dem Semesterbeginn“, sagt Leonard Rees.

Als Trio haben die jungen Musiker in nächster Zeit viel vor. Nach einem halben Jahr Vorbereitungszeit planen sie bereits die ersten Konzerte, in München und Köln – und auch in Dresden wird man noch von ihnen hören. Passend dazu – sowie zum diesjährigen Motto „Schau-Spiel-Kunst“ – lautet einer der letzten Tipps von Ralph Manno im heutigen Meisterkurs: „Ihr müsst über die Bühne hinauswirken. Denkt an das Publikum im Saal: Was ihr da oben nicht erlebt, werden wir als Zuhörer ebenfalls nie erleben.“

Schon ist eine ungewöhnlich lebhafte, bereichernde Kursstunde zu Ende – und die drei gehen in die Mensa, eine kurze Pause machen, bevor es weitergeht. Das Programm bis zum Wochenende ist dicht gestrickt. Das Dresdner Publikum indes darf sich schon auf die beiden Meisterkurskonzerte freuen, in denen alle Teilnehmer die Ergebnisse dieser intensiven Arbeit abschließend präsentieren werden.

Info: Meisterkurskonzerte I und II, am Freitag und Samstag, jeweils 19.30 Uhr im Konzertsaal der Hochschule für Musik Dresden

Von Nicole Czerwinka

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