Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Regional Junges Sinfonieorchester startet furios ins Jubiläumsjahr
Nachrichten Kultur Regional Junges Sinfonieorchester startet furios ins Jubiläumsjahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:20 09.09.2015

Der lebhafte Gershwin ist das letzte Stück, das anlässlich des diesjährigen Jahreskonzertes des Landesgymnasiums im Konzertsaal der Dresdner Musikhochschule erklingt. Ein furioser Schluss für diesen knapp dreistündigen, musikalisch vielseitigen wie spielerisch niveauvollen Abend.

Wenn hier am Landesgymnasium der musikalische Nachwuchs für Sachsen heranwächst, lässt das Gutes hoffen. Denn die jungen Musiker begeistern in diesem Konzert mit fünf Kammermusikwerken, die sie unter der Leitung von Wolfgang Behrend mit jugendlicher Spielfreude, immer konzentriert auf den Kern des Werkes, schnörkellos und doch spannungsvoll darbieten. So startet der Abend klassisch mit Mozarts (1756-1791) Konzert für Violine und Orchester Nr. 3 in G-Dur, bei dem die junge Solistin Konstanze Heinicke das Zepter mit großer Souveränität in der Hand hält. Das Orchester folgt ihrer klaren Interpretation des Stückes passgenau, überlässt der Solistin klar die Führung, die sie über den von großer Getragenheit geprägten zweiten Satz bis zum Schluss im präzisen Spiel vollendet.

Im Anschluss dann das Concertino für Tuba und Streichorchester von Jan Koetsier (1911-2006), ein selten gespieltes Werk. Solist Karl-Wilhelm Hultsch beweist an der Tuba hier viel Gefühl, indem er sich in einem untypisch zarten Bläserduktus auf den Dialog mit den Streichern einstellt, hin und wieder gelingt es ihm sogar, sein Instrument ganz sachte zum Singen zu bringen. Wolfgang Behrend schöpft indes die ganze Spannung aus dem Stück, indem er Streicher- und Tuba-Stimmen bald gegeneinander stellt, um sie dann wieder in Einklang zu bringen.

Nicht minder faszinierend gerät auch das Concertino für Fagott und Orchester von Rudolf Maros (1917-1982). Aurelius Benedikt Voigt und sein Fagott entwickeln hier faszinierende Präsenz. Behrend betont vor allem im zweiten Satz das Pathos des Stückes, führt dabei mit dem Orchester geradezu in einen klanglichen Sog hinein.

Erst nach der Pause jedoch scheinen der Druck und die Anspannung, die so ein großes Konzert vor ausverkauftem Saal mit sich bringt, gänzlich von den jungen Musikern abzufallen. Endlich geben sie sich ganz dem unbefangenen Spiel hin und bringen eine berauschende "Finlandia" von Jean Sibelius (1865-1957) zu Gehör. Als hätten sie in der Pause noch einmal richtig Kraft geschöpft, lassen sie das Werk mit fast brachialer Vehemenz durch den Konzertsaal rauschen, wie einen nordischen Sturm aus Noten.

Der wird in diesem Jahr, in dem das Landesgymnasium sein 50-jähriges Bestehen feiert, wohl noch an manch anderer Stelle toben. Das Junge Sinfonieorchester bringt den Sibelius etwa bei den Dresdner Musikfestspielen im Mai dieses Jahres noch einmal zu Gehör. Zudem spielt das Orchester am 4. Juli (11 Uhr) beim Festkonzert in der Semperoper Dresden auf. Das Jubiläumsprogramm des Gymnasiums verweist darüber hinaus auf viele andere Veranstaltungen, die Vorfreude machen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.02.2015

Nicole Czerwinka

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die beiden Hegenbarth-Künstlerstipendiaten des Jahres 2014 sind vorgestellt, deren vielversprechende Portfolios sich aus über 40 Bewerbungen hervorgetan hatten.

25.06.2018

Am morgigen Sonntag wird sie 85 Jahre, trotzdem strahlt Ursula Rzodeczko mit jugendlich wirkendem Gesicht, als sie über ihr Künstlerleben spricht. Es gibt noch Reibungen, die sie jung erhalten.

19.06.2018

Wer vor sieben Jahren daran gedacht hätte, dass in der so frisch wie mutig gestarteten Veranstaltungsreihe Feature-Ring einmal das 50. Konzert ausgerichtet werden würde, wäre vermutlich ungläubig belächelt worden.

09.02.2018