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Regional Junge Talente spielen Konferenz der Tiere in der Dresdner Semperoper
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22:57 09.09.2015

Von Annette Thoma

Ein Jahr Probenarbeit - das erhält eine völlig neue Dimension, wenn man erfährt, dass die Stipendiaten aus drei verschiedenen Bundesländern kommen: Hessen, Thüringen und Sachsen. Quasi puzzleartig wurden die einzelnen Szenen und Stimmen geprobt, erst kurz vor der Aufführung fanden die Teilnehmer im Alter von sieben bis 18 zusammen auf die Probenbühne. Kein leichtes Unterfangen, der organisatorische und logistische Aufwand ist enorm. Dennoch: Alles hat funktioniert, alles hat sich gelohnt.

Die Dresdner Paul Pfitzner und Diana Menzel sind zwei von den 150 Roland-Berger-Stipendiaten. Beide können die Premiere kaum erwarten und freuen sich auf das große Ereignis. Aufgeregt sind sie auch, was aber keinesfalls an den 1200 Zuschauern in der Semperoper liegt. "Das Publikum ist eigentlich egal. Ich bin aufgeregt, weil ich bei so etwas Großem und Bewegendem mitmache", so Diana. "Wir haben dafür ein ganzes Jahr geprobt. Das ist einzigartig." Ihrem Revue-Kollegen Paul geht es ähnlich.

Beide besitzen bereits im Vorfeld langjährige Bühnenerfahrung, was sicherlich dabei geholfen hat, mit der Aufregung und der Wichtigkeit der eigenen Rolle umzugehen. Paul ist Mitglied im Jugendclub der Staatsoperette und komponiert häufig für Theaterproduktionen. Am Sonntag ist es einmal umgekehrt: Paul steht diesmal nicht als Komponist vor oder hinter, sondern als Oktopus auf der Bühne. Besonders spannend dabei sei sein Kostüm. "Es hat sechs Arme, mit denen ich schwebende Unterwasserbewegungen darstelle. Wie das am Ende aussieht, kann ich selber schwer einschätzen."

Neben seiner Rolle als Oktopus hat der frischgebackene Abiturient noch die Zweitbesetzung für den Eisbären, eine Hauptrolle, einstudiert und singt im Chor. Eine doppelt und dreifache Belastung? Keine Spur bei Paul. Er nimmt alles gelassen und hat Spaß an seinen Aufgaben.

Auch Diana steht mit drei verschiedenen Rollen auf der Bühne. Sie spielt einen Konferenzler, einen Affen und einen Kojoten. Gerade letztere Rolle gefällt ihr am besten, da sie dort eine wichtige Tanzrolle hat. Seit zehn Jahren tanzt sie Showtanz, Jazz und Streetdance im Verein und nimmt regelmäßig an Wettbewerben und Auftritten teil. Genau wie Paul hat auch die begabte junge Tänzerin sichtlichen Spaß an der Sache. "Die drei Rollen sind keine Belastung für mich, es macht das gesamte Projekt nur noch spannender", lächelt sie.

Trotz des Engagements, der Begabung und des Spaßes, den Paul und Diana für das Projekt mitbringen - ein Jahr Probenarbeit ist anstrengend. Beide sind sich aber ebenso einig, dass die Arbeit für "Die Konferenz der Tiere" einen enormen Einfluss auf die Teilnehmer hatte. "Es ist spannend zu sehen, was das Stück für Talente hervorgebracht hat", so Paul. "Auch das Selbstbewusstsein wurde bei allen sehr gefördert." Und Diana merkt die Harmonie an, die sich unter den 150 Teilnehmern eingestellt hat. Die Kinder und Jugendliche sind sehr gut miteinander ausgekommen. "Über das Probenjahr gab es so eine große Entwicklung." Und das gilt nicht nur für das Stück an sich, sondern auch für die Roland-Berger-Stipendiaten. "Das Stück ist an uns gewachsen, aber wir auch mit dem Stück", fasst Paul die Probenarbeit zusammen. Die beiden sind stolz auf ihre Leistung. Und dürfen das mit allem Recht auch sein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.07.2012

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