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Regional Auf Zeitreise mit Jennifer Rostock
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17:41 04.05.2018
Jennifer Weist begeisterte mit ihrer Band Jennifer Rostock das Publikum im ausverkauften Alten Schlachthof. Auch für die zweite Show am 4. Mai gibt es keine Karten mehr. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Hits, Hits, Hits. Das versprach Jennifer Weist, Frontfrau von Jennifer Rostock, ihren Fans im ausverkauften Schlachthof direkt nach den ersten drei Liedern. Und das waren bereits Hits – die der ersten Stunde. Mit „Kopf oder Zahl“ legte die Sängerin gemeinsam mit ihren vier Jungs los und brachte die brechend volle Halle direkt in Wallungen.

Eine geballte Ladung Persönlichkeit

Eine Zeitreise sollte dieser Abend werden. Denn die Tour mit zwei Konzerten in Dresden wird die vorerst letzte sein. Eine Pause sei nötig, erklärte die Band Ende des letzten Jahres. Bevor der Vorhang am ersten Konzertabend fiel, spielten sich zunächst Ausschnitte aus den vergangenen zehn Jahren ab. Frisuren, Bühnenoutfits und Musikvideos spiegelten von Jahr zu Jahr die Entwicklung von Weist und ihren vier Jungs wider. Aber eines ist in all den Jahren gleich geblieben: Die Persönlichkeit und Ausstrahlung von Jennifer Weist.

Zwischen harten und zarten Tönen

Sie weiß, was Selbstliebe bedeutet und zelebriert dies über zwei Stunden auf der Bühne des Schlachthofes, nachdem der Vorhang gegen 21 Uhr fiel. Ein Fest für Augen und Ohren. Denn auch stimmlich ist die 31-jährige Sängerin aus Zinnowitz eine Wucht. Erst schreit sie bei „Es war nicht alles schlecht“ mit Gastsänger Nico Weber um die Wette und im nächsten Song „Irgendwo anders“ haucht sie die zartesten Töne ins Mikrofon.

Schnapspausen und Outfitwechsel

Die Setlist des Abends beginnt 2008 mit den Hits vom Album „Ins offene Messer“ und endete mit den neuesten Songs des letzten Longplayers „Worst of Jennifer Rostock“, „Alles Cool“ und „Haarspray“. Das Hitversprechen hielt die Band ein und das Dresdner Publikum überzeugte mit Textsicherheit und Partylaune bis in die hintersten Reihen. Zwischendurch gönnte sich die Band regelmäßig eine Schnapspause. Mit Jägermeister, Pfeffi, Mexikaner und Kirsch stießen die Deutschrocker mit ihren Fans an. Mindestens genauso abwechslungsreich wie die Schnapsauswahl waren die Bühnenoutfits von Jennifer Weist. In den vergangenen Jahren wurden diese immer ausgefallener und knapper. Nun, zur Jubiläumstour setzte Weist noch einen drauf und sprang innerhalb der zwei Stunden in fünf verschiedene Outfits. Oder waren es doch sieben? Zugegeben, abgelenkt von der Show und den herzlichen Worten an das bunt gemischte Publikum zwischendurch kam das Zählen irgendwann zu kurz.

Jennifer Rostock bleibt

Nicht nur künstlerisch setzte die Band an diesem Abend ein Statement, sondern auch politisch. Tausende Mittelfinger erhoben sich und die Fans machten mit einem mehr als kräftigen „Nazis raus!“ deutlich, was sie von eben diesen halten. Dass Jennifer Weist in Sachen Selbstliebe und Körpergefühl niemandem etwas vormacht, gipfelte in der Performance des Songs „Hengstin“. Mit sexuellen Gesten, lasziven Bewegungen und gerappten Textzeilen wie „Ich glaube nicht, dass mein Körper deine Sache ist“ setzte Jennifer Rostock an diesem Abend einmal mehr ein Zeichen für Gleichberechtigung, an der es in unserer Gesellschaft noch zu arbeiten gilt. Zum Ende der Zeitreise verabschiedete sich die Band mit dem Banner und einem gleichzeitigen Versprechen: „Jennifer Rostock bleibt“ von einem augenscheinlich zufriedenen Publikum. Auf die guten alten und neuen Zeiten!

Von Lisa-Marie Leuteritz

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