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Jazz-Echos: Zwei Lehrkräfte der Dresdner Musikhochschule erhalten Auszeichnungen

Jazz-Echos: Zwei Lehrkräfte der Dresdner Musikhochschule erhalten Auszeichnungen

Jazz steht von seinen Ursprüngen her für Innovation, niemals für Stillstand. Das erklärt natürlich nicht, warum der von der Deutschen Phono-Akademie, dem Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie, vergebene Preis namens Echo Jazz nun zum dritten Mal in Folge in Hamburg vergeben wird.

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Eric Schaefer beim Echo-Jazz 2011.

Quelle: Matthias Hiekel, dpa

Aber man kann sich ja mal einen Reim darauf machen. Nach seinem Debüt 2010 in Bochum ist das Klassentreffen der Echo-Jazz-Party immerhin auch zweimal in Dresden ausgerichtet worden.

Jazz steht für Innovation. Diesmal geht einer der Preise sogar an den Moderator des Hamburger Festakts. Der, Gregory Porter, hat sich bereits 2014 über einen der vielen Echos freuen dürfen und führt nun gemeinsam mit Roger Cicero, zufällig ebenfalls Echo-Preisträger, durch das Programm. 2015 gab es übrigens mehr Bewerber denn je. Darunter zahlreiche Wiederholungstäter, Jazz steht schließlich für Innovation und niemals für Stillstand.

Wer nun aber meint, die CD-Industrie beweihräuchere mit diesem Widerhall ihrer Produkte nur die umsatzstärksten und somit renditekräftigsten Ton-Träger aus den eigenen Reihen, der irrt. Neben Großmeistern wie Chick Corea, Branford Marsalis und Pat Metheny stehen durchaus auch einige Neu- und Emporkömmlinge auf dem Podest. Aus den eigenen Reihen stammen sie allesamt aber doch.

Innovation duldet keinen Stillstand. Echo-Sonderpreise gehen ebenso an Koryphäen wie Ben Webster (gestorben 1973) und Oscar Peterson (gestorben 2007). Deren Alben verkaufen sich zwar nach wie vor gut, könnten mit Hilfe eines Echos aber vielleicht etwas mehr in Richtung Bestseller gerückt werden. Wer an Petersons unvergessliche Konzerte in Leipzig (1990) und Dresden (2005) erlebt hat, hält diese Ehrung gewiss für berechtigt.

Echo-Preisträger an Dresdens Musikhochschule

Apropos Dresden: Wiewohl der industrielle Festakt einige hundert Kilometer elbabwärts stattfindet, werden doch mindestens zwei Künstler mit einem Echo des Jahrgangs 2015 berücksichtigt, die eng mit Hamburgs sächsischer Partnerstadt zu tun haben: Eric Schaefer und Sebastian Studnitzky wirken beide an der hiesigen Musikhochschule und trainieren hier internationalen Jazzer-Nachwuchs. Mit dem 1976 in Frankfurt am Main geborenen Schlagzeuger Eric Schaefer hat sich zudem ein Künstler für den Jazz-Echo prädestiniert, der im Richard-Wagner-Jahr 2013 mit seinem auch als CD erfolgreich verstörenden Projekt "Who is afraid of Richard W.?" für Furore gesorgt hat. Er ist aber auch als Partner von Michael Wollny aktiv, einem weiteren mehrfachen Jazz-Echo-Laut, und hat bereits selbst wiederholt diese Preisgabe abräumen können. 2015 nun erhält er sie als vielseitiger Instrumentalist und Bandleader abermals. An der Musikhochschule Carl Maria von Weber ist Eric Schaefer, seit mehr als zehn Jahren mit wechselnden Formationen regelmäßiger Gast im Jazzclub Tonne, als Jazz-Dozent beschäftigt.

Auch Sebastian Studnitzky, 1972 inmitten des Schwarzwalds geboren und heute in Berlin sowie auf den Jazzpodien der Welt zu Hause, zählt derzeit zum Lehrkörper der Dresdner Hochschule. Der Musiker besticht mit virtuoser Vielseitigkeit als Trompeter und Pianist, überzeugt mit eigenwillig emotionalen Klangvorstellungen und stellt seinen hohen künstlerischen Anspruch mit verschiedensten Bands unter Beweis. Als Improvisator ist er ebenso erfolgreich wie als Veranstalter - seine Berliner Unternehmung Xjazz hat 2014 Maßstäbe gesetzt. Trotz seines instrumentalen Virtuosentums ist Sebastian Studnitzky von künstlerischem Austausch und kommunikativem Zusammenspiel überzeugt und tritt unter anderem mit Rebekka Bakken, Wolfgang Haffner und Niels Landgren auf.

"Trumpets No End!" am 3. Juni in der Tonne

Seine Dresdner Studenten werden - gemeinsam mit denen der Trompetenklassen von Till Brönner und Malte Burba, zwei weiteren Echo-Jazzer - unter dem vielversprechenden Motto "Trumpets No End!" am 3. Juni zur 4. Trumpet Night im Dresdner Jazzclub Tonne zu erleben sein. Gut möglich, dass da auch schon künftige Echo-Preisträger mitmischen. Innovativer Jazz duldet schließlich keinen Stillstand.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.05.2015

Aldo Lindhorst

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