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17:02 16.03.2019
Seit 1999 sind die drei Stuttgarter als Eure Mütter unterwegs. Quelle: PR
Dresden

Seit über 15 Jahren stehen Eure Mütter gemeinsam auf der Bühne und haben zahlreiche renommierte Comedy-Preise eingeheimst. Seit dem ersten Bühnenprogramm „Schieb du Sau“ sind fast 18 Jahre vergangen, sechs weitere Programme folgten. Grund genug für die Mütter, die frühen Werke zu einem Best Of zu komprimieren. Nun gastierten sie mit „Ich find‘ ja die Alten geil“ im Alten Schlachthof. Bereits zum dritten Mal fand das Gastspiel der Stuttgarter auf Einladung Olaf Schuberts beim Comedy-Festival Humorzone Dresden statt.

„Wir sind Eure Mütter“

Im fast ausverkauften Schlachthof herrscht auch von Beginn an Euphorie, als Mutter Andi, Mutter Matze und Mutter Don mit einem lautlosen Überfall die Bühne stürmen. Dass die Spaßvögel große Fans von Piktogrammen sind, ist für eingefleischte Fans natürlich nichts Neues, ebenso wenig wie der frenetische Jubel, der unmittelbar ausbricht, sobald auf der Bühne der Satz „Wir sind Eure Mütter“ fällt. Eins wird schnell deutlich: Blutige Anfänger sind an diesem Abend in der Minderheit, das anwesende Publikum gibt sich textsicher. Weil das erste Bühnenprogramm „Schieb, du Sau“ bereits kurz vor der Volljährigkeit steht und „die ganzen Requisiten für die alten Programme einfach nicht mehr in den Fiat passen“, wie Matze Weinmann launig erklärt, haben die Mütter die ersten vier Shows kurzerhand eingestampft. Dabei wurden die Fans im Vorfeld online zu ihren Favoriten befragt. Dort erzielten zwei Stücke eine identische Stimmenzahl, weswegen das Publikum per Applausvotum zwischen zwei Hits des Trios entscheiden darf.

Den Namen haben sie übrigens gewählt, „weil wir dachten, dass es sehr beruhigend auf die Zuschauer wirkt, wenn wir auf die Bühne kommen und den Leuten versichern ’Wir sind Eure Mütter!’“ Quelle: PR

„Auweia, Shania

Leider unterliegt dabei „Die Sonne von Sorrent“, die allein durch die gnadenlos grenzdebilen Gesichtsausdrücke der drei Komiker funktioniert, dem favorisierten „Auweia, Shania“. Das Stück erinnert an einen längst vergangenen Auftritt der Country-Sängerin Shania Twain beim „Domino Day“, bei dem der von ihr angestoßene erste Stein keinen langen Impuls auslöste.

Mit „(Was du sagst und) Was du denkst“ folgt ein launiger Streifzug durch die Gedankengänge von Alltagstücken gestresster Mitmenschen, die eindeutig besser ungesagt bleiben – was in der Schlusspointe freilich nicht gelingt. Der Sketch „Imi-Tieren“ offenbart Donato Svezias Talent für das Imitieren von Tierstimmen (Spoiler: nicht), dient eigentlich aber nur als Warmup für die richtig intimen Fragen, die heute die „Männschheit bewegen“: die Frage „Soll ich mir den Sack rasieren oder besser nicht“ hat offenbar noch immer eine gewisse Brisanz, vor allem, wenn Eure Mütter diese buchstäblich messerscharf zu Ende denken: „Und wenn ja, nimmst du dieselbe Klinge wie für dein Gesicht?“ bringt den Saal vollends zum Überkochen.

Jogi Löw und die Bohrmaschine

Bevor es in die Pause geht, wird wie immer das Publikum mit einer Aufgabe bedacht. Diesmal gilt es, einen Unterschied zwischen oder eine Gemeinsamkeit von Jogi Löw und einer Bohrmaschine zu finden. Als der zweite Teil der Show mit der Verlesung der besten Einsendungen beginnt, fällt traurig auf, dass Vergleiche wie „Die Bohrmaschine hat kein Problem damit, linksrum gedreht zu sein“ auch 2019 noch für begeistertes Gejohle und einen knappen zweiten Platz reichen.

Eure Mütter waren bereits zum dritten Mal Olaf Schuberts Einladung zur Humorzone gefolgt. Quelle: PR

Mehr als Klischees

„Die Schlange vor dem Damenklo“ fasst dann treffend das Geschehen während der Pause zusammen, mit dem Tanzsong-Medley „Dance, Dance, Dance“, „Der Typ, der bei der Gema die Titel eintippt, ist ein ganz blöder Penner“ und „Deine Liebe ist“ wird klar, dass die Mütter durchaus mehr können, als nur auf alten Klischees herumzureiten.

Mit dem Endausscheid der Weltmeisterschaft im Synchron-Haarewaschen folgt das lang erwartete Highlight jeder Show, bevor die Mütter in knallbunten Kurzbademänteln und Schlappen nochmal zum „Gute Nacht“-Sagen anrücken. „Der heiße Scheiß aus den Jahren 1999 bis 2010“, den das Programm verspricht, hat mir als langjähriger Fan ein bisschen gefehlt. Ich habe aber, das muss ich fairerweise sagen, das Online-Voting ausgelassen. Die vor Begeisterung überkochende Halle jedenfalls sorgte dafür, dass eine Schlange an diesem Abend sogar noch länger war als die vor dem Damenklo: Eure Mütter hatten auch am Merch-Stand noch alle Hände voll zu tun.

Von Kaddi Cutz

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