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Regional Internationales in der Feuerwache Dresden
Nachrichten Kultur Regional Internationales in der Feuerwache Dresden
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21:00 17.01.2018
Ausschnitt aus dem Poster von Kivanec Sen (Turkey) Quelle: Fotos (2): Feuerwache
Dresden

Das Thema „Stein“ ist Gegenstand einer Ausstellung in der Alten Feuerwache, an der sich Künstler aus 20 verschiedenen Ländern mit 57 Postern beteiligt haben. Die digitale Welt erlaubt es, über große Distanzen Plakate zu verschicken, auszutauschen und vor Ort auszudrucken. Damit wird das Medium Plakat zu einem globalen Mittel der Kommunikation und Verständigung ähnlich der Mailart, die sich des Postweges bediente. Hier kommen vor allem Künstler miteinander ins Gespräch.

Das originelle Thema „Exercises with Stones“ bewältigen die Künstler auf sehr unterschiedliche Art: Steine spielen eine große Rolle im Leben des Menschen, als Spielobjekte, in den Mythen, als Baustoffe, Bruchmaterial, Skulpturen u.a. Unter jeweils anderer Themenstellung wird das internationale Posterprojekt alle zwei Jahre realisiert. Bereits 2016 fanden Ausstellungen unter der Überschrift „Plastic all over the World“ in Kooperation mit Kultur Aktiv e.V., Artspace Flipside (Eindhoven) und der Alten Feuerwache Loschwitz in Deutschland, der Ukraine, Japan und in den Niederlanden statt. Bemerkenswert ist am diesjährigen Projekt die Beteiligung von sechs Künstlerinnen aus der Islamischen Republik Iran.

Die Fäden des Projektes sowie die Kuratierung hielt Holger Wendland, bildender Künstler aus Dresden (von Kultur Aktiv e.V.) in den Händen. Für die Eröffnung der Ausstellung hatten sich die Veranstalter etwas ganz Besonderes ausgedacht: Ein Teil der bekannten Gruppe SARDH unter Leitung des Dresdner Malers, Grafikers und Performers Detlef Schweiger führte eine Klangperformance mit Steinen auf: Matthias Jackisch spielte auf zwei seiner selbst gebauten Steinflöten, Dirk Heyder bediente die Elektronik, und Detlef Schweiger brachte mit einem Pseudo Synthesizer und umherrollenden Steinen sowie durch Klopfen und Streichen auf Steinbohrkernen Steine zum Klingen.

Detailansicht Bettina Meyer: phosphorfarbendes Objekt, 2014, farbig gefaßter Gips, Stuhl, Höhe 128cm Quelle: Feuerwache

An dem jetzigen Projekt sind Maler, Grafiker, Fotografen und Musiker beteiligt. Ein sehr schönes Plakat von einer iranischen Künstlerin zeigt eines der vielen traditionellen Steinspiele: Unterschiedlich große Steine werden auf einem weinroten Perserteppich hin und her geschoben. Das magische Spiel erfreut sich großer Beliebtheit. Leninfiguren in Bronze, Silber und Gold („doped“) spielen auf das Doping im russischen Sport an. Wortspiele mit dem Begriff „Stein“ (Einstein) und „The Stones“ folgen. Ein Fachwerkhaus mit Klinkersteinen hat ein sächsischer Fotograf minutiös im Bild festgehalten.

Die Bildhauerin und Zeichnerin Bettina Meyer aus Düsseldorf agiert mit ihren giftfarbigen Gips-und Tonobjekten im Kontext mit dem Raum der Ausstellung. Der Grundgedanke ihrer Arbeit ist: „Die Ideenwelt schließt die Materialwelt auf“. Die Transformation der menschlichen Vorstellung realisiert sich im Prozess der künstlerischen Arbeit im Ringen mit dem konkreten Material. Die plastizierende Rückwirkung des Stoffes (Ton und Gips, meist auch farbig) führt zu einem Dialog von Innen und Außen zwischen Korrektur und Vorläufigem. Dabei entsteht etwas, das „keine Eindeutigkeit besitzt und keine endgültigen Entscheidungen verkörpert“ (B.M.). Amorphe Formen von Gesichtern und Figuren („Head“, 2017) verlangen vom Betrachter Einfühlung und Fantasie. So entsteht im Raum auch ein bildnerischer Kontrast zwischen der Assoziation von Festem (Stein) und eher Weichem, Naturform und menschlichem Kunstprodukt.

Bis 28. Januar. Alte Feuerwache Loschwitz e.V., Fidelio-F.-Finke Straße 4. Tel. 0351/ 267 86 26 Mo bis Do 12-18 Uhr, So 14-18 Uhr geöffnet auch zum DCA Galerierundgang 20.1., 14-18 Uhr

feuerwache-loschwitz.de

Von Heinz Weißflog

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