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Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft zeichnet erstmals zwei Dresdner Projekte aus

Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft zeichnet erstmals zwei Dresdner Projekte aus

"Es geht nicht darum, dass ein paar Leutchen ein paar schöne Bilder malen", sagt Klaus Heidemann. Hinter dem Begriff "Kreativwirtschaft" sei "richtig Wirtschaftskraft dahinter", bekräftigt er.

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Preisträger: Torsten Rommel, Verena Andreas von der galerie module sowie Maik Roßmann und Klaus Heidmann von "Wir gestalten Dresden".

Quelle: Dietrich Flechtner

Der Werbeunternehmer ist Aufsichtsrat im Verein "Wir gestalten Dresden", der als Dresdner Branchenverband der Kultur- und Kreativwirtschaft als "Bewegungsmelder" ausgezeichnet wurde. Das Prädikat vergibt die vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützte Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft. Sie wurde ins Leben gerufen, um unter anderem die Arbeit von Bildenden Künstlern, Architekten, Musikern, Schriftstellern und Gamesdesignern zu fördern. Ein weites Feld.

Um dieses möglichst öffentlichkeitswirksam zu beackern, hat die Initiative vor drei Jahren noch einen weiteren Preis ins Leben gerufen: den Titel "Kultur- und Kreativpilot Deutschland". Die jährlich an 32 Unternehmen in Deutschland vergebene Auszeichnung konnte nun ebenfalls erstmals ein Dresdner Unternehmen gewinnen. In den vergangenen Jahrgängen wurden zwar schon vier andere sächsische Preisträger gekürt, sie kamen aber alle aus Leipzig.

Verena Andreas und Torsten Rommel heißen die Dresdner Kreativpiloten, die an der Königsbrücker Straße die galerie module betreiben. Von der Jury unter mehr als 600 Bewerbern nach einem langen Verfahren ausgewählt wurden sie jedoch weniger für das, was sie in den eineinhalb Jahren des Bestehens der Galerie erreicht haben, sondern vielmehr für künftige Perspektiven. Mit ihrer Galerie versuchen die Kulturwissenschaftlerin Verena Andreas und Diplomwirtschaftsmathematiker Torsten Rommel, leerstehende Räume für Kunst und Kunstschaffende zu gewinnen. Das Prinzip ist dabei so schlicht wie überzeugend: Sie treten in Verhandlungen mit Eigentümern von leerstehenden Gebäuden mit dem Ziel, dort eine Ausstellung auszurichten. Wenn das gelingt, wird gleichzeitig für die Ausstellung und die Immobilie geworben - offensichtlich zum Vorteil von Immobilienwirtschaft und Kunstschaffenden. Bisher habe sich für jede der genutzten Räume ein Mieter gefunden, sagt Verena Andreas. Fast immer seien es Kreative gewesen.

Was sich auch als Zeichen für den zunehmenden Platzmangel unter den kreativ Tätigen deuten lässt. Immer häufiger seien Anfragen nach Atelierräumen, nach Arbeitszimmern, nach Platz überhaupt, berichten Andreas und Rommel. Was die beiden auf die Idee brachte, eine Art zweites Standbein zu entwickeln: eine Kreativraumagentur. "Wir vermitteln zwischen Kreativ- und Immobilienwirtschaft", sagt Andreas. Zwei Branchen, die sich nach ihrer Erfahrung kaum durch gegenseitiges Vertrauen auszeichneten.

Unterstützung erhalten die zwei Galeristen, die auch künftig noch Ausstellungen kuratieren wollen, von der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft, die ihre Kreativpiloten eine Jahr lang intensiv betreut. "Wir vergeben keine Prämie, sondern bringen den Preisträgern bei, wie sie Geld verdienen können", sagt Katja Großer, die für die Initiative in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuständig ist. Gespräche mit zwei Mentoren und Workshops sollen den Kreativpiloten helfen, unternehmerisches Geschick zu entwickeln, danach müssten sie alleine weiterfliegen.

Maik Roßmann weiß, was das heißt. Der Konzeptor für Onlineprojekte ist Vorstand bei "Wir gestalten Dresden". Für viele Kreative ginge es erst einmal darum, einen Markt für ihre Werke und Talente zu finden, meint er. Dabei will der Dresdner Branchenverband helfen. Etwa 70 Mitglieder zählt er bisher, nach der Präsentation auf der Dresdner Künstlermesse sollen es mehr werden, wie Klaus Heidemann hofft. Etwa 13 000 Arbeitnehmer werden in Dresden der Kreativwirtschaft zugerechnet. "Da sind eine ganze Menge dabei, die uns noch gar nicht kennen", sagt Roßmann. Der im Februar 2012 gegründete Verband müsse eben noch wachsen, sagt er.

Dennoch sei man derzeit schon in Gesprächen mit dem Amt für Wirtschaftsförderung, wo man lange Zeit einen Ansprechpartner für die Kreativwirtschaft gesucht habe. Ein paar Projekte habe man schon auf die Beine stellen können, meint Roßmann. Es müssen mehr werden. Als weitere Baustellen nennt Roßmann die Bekämpfung der Kostenloskultur, den Raummangel sowie fehlende Kontakte zur Wirtschaft.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.01.2013

Uwe Hofmann

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