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Regional In die Kurve gelegt - HfMDD Jazz Orchestra ehrt in Dresden Thad Jones
Nachrichten Kultur Regional In die Kurve gelegt - HfMDD Jazz Orchestra ehrt in Dresden Thad Jones
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17:15 09.09.2015

Unter der Leitung des neuen Jazz-Professors und Orchesterchefs Simon Harrer spielten die Studiosi vor voll besetzten Reihen und Rängen ein Tribute-Konzert für den Erzmusikanten, der auf Trompete und Kornett jubilieren und improvisieren konnte, wie nur wenige neben ihm.

Nachdem sich die Hochschul-Bigband vorigen Monat bereits in kleinerer Besetzung im Jazzclub Tonne vorgestellt hatte, war man nun natürlich gespannt, wie sich der Posaunist Harrer in der Nachfolge von Thomas Zoller mit dem großen HfMDD Jazz Orchestra machen würde. Wohltuend und sicherlich auch inspirierend war das starke Interesse an diesem Abend im Konzertsaal der Musikhochschule. Ältere Semester, die den Bigband-Sound eines Günter Hörig noch im Ohr haben dürften, fieberten gemeinsam mit jüngeren und jüngsten Generationen den satten Bläserlinien, den fetten Bassgründen, dem unaufgeregt selbstsicheren Schlagzeugtrieben, der perlenden Pianistik sowie der gleißenden Gitarre und sowieso den spritzigen Soli nach.

Mitunter geriet das Ganze so blitzblank geputzt, dass selbst kleinste Stolpereien halt umso deutlicher zu hören waren. Harrer steuerte die 22 jungen Leute - unter ihnen nur zwei Musikerinnen - hin und wieder in derart wahnwitzige Tempi hinein, dass vor allem die Bläser arg in die Kurve gelegt wurden. Etwas mehr Nähe zur Ortsgeschwindigkeit hätte da manche Schieflage zu vermeiden geholfen. Vor allem beim funkigen Finale hat die rasante Raserei den Zusammenhalt des Ensembles mächtig überstrapaziert.

Dass die Stimmung im Saal dennoch sehr rasch emporschnellte, dürfte an der ausgeprägten Liebe zum Swing sowie an den überzeugenden, teils auch überwältigenden Instrumentalsoli gelegen haben. Aufgrund erkrankter Sängerinnen war Victor Sepulveda der einzige Vokalist - und außer Konkurrenz. Die Bläserfraktion hingegen lieferte sich bombastischen Schlagabtausch und stellte so immer mal wieder einen harten Kontrast zum sanft schwebenden Sog der guten, alten Bigband-Zeiten her. Schöne Zäsuren wurden mit träumerischen Balladen gesetzt, denen der 1986 mit nur 63 Jahren in Kopenhagen verstorbene Thad Jones womöglich mit besonderer Hingabe gelauscht hätte. Sollte er die Gelegenheit haben, am 2. Februar auf seiner Jazzwolke Radio zu hören, er würde MDR Figaro anschalten. Dort wird ab 20.05 Uhr dieses Konzert in voller Länge gesendet. Es gibt dazu eigens einen Nachschnitt, um konzertante Pannen auszumerzen. Schließlich soll das Ganze bis zum Sommer auch auf CD erscheinen, die dann natürlich Vorzeigecharakter haben soll. Man müsste ein Exemplar davon an Altmeister Thad Jones senden können!

www.hfmdd.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.01.2015

Aldo Lindhorst

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