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In Wien zeugen Werke Alter Meister von "Geist und Glanz der Dresdner Gemäldegalerie"

In Wien zeugen Werke Alter Meister von "Geist und Glanz der Dresdner Gemäldegalerie"

Berühmte Kunstwerke aus Dresden, versammelt als illustre Gemälde-Familie, gleich teuren Gästen ins eigene Haus zu verlocken, das ist wohl für jedes große Kunstmuseum der Welt ein lang gehegter, aber kaum zu verwirklichender Wunsch.

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Blick in die Ausstellung im Wiener Winterpalais des Prinzen Eugen.

Quelle: Eva Würdinger

Zumal es ja wahrhaft und notwendigerweise die Ausnahme ist, wenn Dresden eine Vielzahl von Mitgliedern der angestammten "Familie" auf Reisen schickt. Dass man sich in der an Kunstschätzen so reichen Stadt Wien und insbesondere in der Österreichischen Galerie Belvedere überglücklich schätzt, solch eine Chance zu erhalten, ist kein Wunder. Zumal das Angebot gar noch unmittelbar aus Dresden selbst gekommen ist.

Seit gestern nun sind, avisiert mit "Rembrandt - Tizian - Bellotto", im Wiener Winterpalais des Prinzen Eugen insgesamt 99 Gemälde als kostbare Leihgaben der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu erleben. Sie repräsentieren daselbst "Geist und Glanz der Dresdner Gemäldegalerie". Das seit 2013 von der Österreichischen Galerie Belvedere genutzte Winterpalais in der Himmelfortgasse in der Wiener Innenstadt bezeichnet die einstige Wohn- und Repräsentationsstätte des Prinzen, der bekannt wurde speziell auch durch seine militärischen Erfolge und nicht minder ein Kunstkenner und -sammler war. Beginnend um 1700 entstand das Palais im Um- und Ausbau mehrerer Gebäude. Und auf den ersten Blick erscheint es nur wenig dominant. Betritt man es aber, dann tun sich immer neue Welten auf, entfaltet sich eine ganz eigene Pracht im Innern, macht es Freude, sich auf die so wechselvolle Geschichte des Bauwerkes einzulassen. Im 18. Jahrhundert wurde es von Kaiserin Maria Theresia erworben, schon bald für die Hofkammer und schließlich als Finanzministerium genutzt.

Begibt man sich nun ins Winterpalais, quasi auf der Suche nach der doch markanten Anzahl von 99 Gemälden aus Dresden, geschieht etwas wunderbar Überraschendes, was fast jeden, der es so erlebt, zwangsläufig zu kuriosen Äußerungen veranlasst. Die uns so vertrauten Gemälde haben sich mit Hilfe der Kuratoren sowie aller Mitwirkender derart in die historische Raumgestaltung eingepasst, als wollten sie damit demonstrieren, wie sehr sie sich bei Prinz Eugen zu Savoyen heimisch fühlen. Und die Wiener meinen, es sei fast so, als wären die Gemälde schon immer da gewesen.

Tatsächlich erfährt man diese weniger als Gäste, vielmehr als dazugehörig. Und die Direktorin der Österreichischen Galerie Belvedere Agnes Husslein-Arco spricht in ihrer Wienerischen Art davon, dieser Ort wäre schon recht, sie wolle nicht sagen, der beste, aber doch wohl der bestmögliche... Das ist schon wirklich eine ziemlich verrückte Geschichte. Zumal die berühmte, längst durch Verkauf in alle Welt verstreute Kunstsammlung von Prinz Eugen von Savoyen jener am sächsischen Hofe in ihrer Entstehungsgeschichte bekanntlich gar nicht so unähnlich ist.

Es lohnt also durchaus, den Gemälden aus Dresden, die zuvor auch schon in München sowie Groningen gezeigt wurden, nunmehr nach Wien zu folgen. Um sie noch bis zum 8. November 2015 in glücklicher Symbiose im und mit dem Winterpalais des Prinzen Eugen zu erleben. Bevor sie wieder ganz zu Hause sind und nach all den notwendigen Baumaßnahmen in die Gemäldegalerie Alte Meister heimkehren. In Wien lassen sich diese Werke berühmter Künstler auf eine gewisse Weise neu entdecken, und man sucht und findet auch "Ganymed in den Fängen des Adlers" (um 1635) von Rembrandt, das wunderbare "Bildnis einer Dame in Weiß" (um 1555) von Tizian oder "Dresden vom rechten Elbufer oberhalb der Augustusbrücke" (1747) von Bellotto. Und ebenso viele andere bekannte Meister wie zum Beispiel Canaletto, Guido Reni, Anthonis van Dyck oder Antoine Watteau.

Eine ungewöhnliche Ausstellung mit besonderen Einblicken. Die speziell die Entwicklung der Dresdner Gemäldegalerie in sieben Kapiteln darlegt. Sie beleuchtet deren Gründung und Entwicklung in der Zeit "des prächtigen Barock und der frühen Aufklärung", zeichnet auch ihren Weg zu einem Ort der Bildung und des Austauschs zwischen Künstlern und Kunsthistorikern nach, gewichtet Werke der Historienmalerei, Landschaften, Stillleben, Porträts und damit auch das Renommee der königlichen Sammlung.

bis 8. November im Winterpalais des Prinzen Eugen der Österreichischen Galerie Belvedere, Himmelpfortgasse 8, Wien

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.06.2015

Gabriele Gorgas, Wien

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