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Im Militärmuseum Dresden wird eine Woche lang geputzt und bockige Technik gezähmt

Im Militärmuseum Dresden wird eine Woche lang geputzt und bockige Technik gezähmt

Wo bitte geht's ins Museum? DNN-Leser hätten es gewusst, der eine oder andere Tourist hingegen stand gestern am Militärhistorischen Museum (MHM) vor verschlossenen Toren.

Von Jane Jannke

Mancher verirrte sich durch einen Nebeneingang ins geschlossene Restaurant "Zeitlos" und musste von Pressesprecher Martin Nagel behutsam wieder ins Freie befördert werden.

Das Museum für Militärgeschichte hat seit gestern eine Woche lang geschlossen - unsere "Putz- und Flickwoche", wie es Nagel augenzwinkernd nennt. "Wie alle Museen haben auch wir regelmäßige Wartungsintervalle einzuhalten, die sind vom TÜV vorgeschrieben", setzt der Hauptmann der Bundeswehr erklärend hinzu. Die Flure, die sonst Hunderte Besucher bevölkern, sind menschenleer, ein Arbeiter huscht geschäftig vorbei. Mehr als 15 Handwerksfirmen verschiedener Gewerke sind derzeit im MHM zugange, vom Software-Techniker bis zum Gebäudereiniger.

Alles arbeitet auf ein Ziel hin: die Sicherheit der Besucher auch künftig zuverlässig gewährleisten zu können, zu säubern, was sonst nicht leicht zu säubern ist, und die Museumstechnik auf den neuesten Stand zu bringen. Zu tun gibt es jede Menge, wie der Museumssprecher weiß. "Unter anderem wird die Sicherheitstechnik gewartet, dazu gehören die Brandschutz-, die Alarm- und die Sprinkleranlage." Wie gut das gemacht wird, werden die Besucher hoffentlich nie herausfinden müssen, aber: "Im Ernstfall muss alles bestmöglich funktionieren", so Nagel.

Auch in den Ausstellungsbereichen fällt allerhand Arbeit an. Die Vitrinen müssen gründlich gereinigt und die Vitrinentechnik gewartet werden, die Klimaanlage wird durchgecheckt, und nicht zuletzt werden viele kleine Kinderkrankheiten behoben, die den Gästen bislang viel Geduld abverlangten. So bekommen unter anderem die Exponate in den Vitrinen endlich größere Beschriftungen. Krankheitsanfällig ist auch die hochsensible Technik. "Die streikt leider immer mal wieder", verrät der Sprecher und verweist auf die LED-Wände im Eingangsbereich. Wo eigentlich des Feldherrn von Clausewitz' Plädoyer für den Krieg und die Gegenstimmen diverser kluger Köpfe in Endlosschleife über ein LED-Board flimmern sollen, herrschte zuletzt des Öfteren gespenstige Schwärze. Ähnliche Probleme habe es mit der "Love-Hate"-Installation im Vorraum zur Chronologie I gegeben. In der Flickwoche sollen die nun behoben werden.

Auch so ein Problemfall sind manche Multimedia-Stationen. Vor einem der intelligenten Fächer zum Öffnen hockt Software-Spezialist Olaf Becker und programmiert ein Update, damit die integrierte Kamera des Touchscreens künftig ihr Gegenüber genau erfassen und ihm eine virtuelle Pickelhaube aus dem 19. Jahrhundert aufsetzen kann. Ein komplizierter Fall: "Das quält uns ganz schön", verrät Becker. Nach der Flickwoche sollen viele der Multimediastationen endlich wieder nutzbar sein, verspricht Museumssprecher Nagel. Wenig Hoffnung macht er derweil für das hochmoderne Rollregal-Konzept im Bereich "Krieg und Gedächtnis". Hier sollten sich eigentlich auf Knopfdruck Regale zu bestimmten Themenbereichen hin öffnen. Doch bislang hat der TÜV dafür kein grünes Licht gegeben. Derzeit wird die Technik neu eingerichtet. Bis zur Betriebsreife ist es wohl aber noch ein Stück.

Das Militärhistorische Museum bleibt noch bis 16. November geschlossen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.11.2012

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