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Im Dresdner Kulturpalast wird die Orgel intoniert

Stimmung einer Königin Im Dresdner Kulturpalast wird die Orgel intoniert

Die Konzertorgel im neuen Saal des Dresdner Kulturpalastes ist nahezu fertig. „Wir sind klanglich auf der Zielgeraden“, sagte Geschäftsführer Dirk Eule, als er am Montag die „Königin der Instrumente“ erstmals vorführte.

Jede Menge Pfeifen: Die Konzertorgel im neuen Saal des Dresdner Kulturpalastes ist eine Augenweide.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Jede Menge Pfeifen: Die Konzertorgel im neuen Saal des Dresdner Kulturpalastes ist eine Augenweide. „Der Saal bekommt ein Antlitz, ein Gesicht“, sagt die Intendantin der Dresdner Philharmonie, Frauke Roth. Ende April hat ihr Orchester den Saal nach einer langen Zeit des Improvisierens in Ausweichspielstätten einweihen können. Nur die Orgel der Bautzener Firma Eule blieb bislang stumm. Sie musste den Sommer über intoniert werden. „Wir sind klanglich auf der Zielgeraden“, sagt Geschäftsführer Dirk Eule, als er am Montag die „Königin der Instrumente“ erstmals vorführt.

Die Konzertorgel im neuen Saal des Dresdner Kulturpalastes wird am 8. September eingeweiht. Die Intonation des Instrumentes steht kurz vor dem Abschluss. Die Orgel hat 4109 Pfeifen und 67 Register.

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4109 Pfeifen und 67 Register. Die größte Pfeife ist die Contraposaune mit 9,23 Meter im unsichtbaren Teil der Orgel. Die kleinste Pfeife misst nur einen Zentimeter. Fünf große Klangwerke können von vier Manualen und einer Pedalklaviatur angespielt werden. Jedes hat einen eigenen Charakter. „Durch seine Vielgestaltigkeit in Architektur, Technik und Klang vermag uns kein anderes Instrument so zu fesseln, im Innersten anzurühren und große Bewunderung auszulösen wie die Orgel“, betont Eule. Fast alle Teile der 20,5 Tonnen schweren Orgel wurden in Bautzen gebaut. Jetzt fehlt nur noch der gute Ton.

Für den ist am Montag Johannes Adler zuständig. Er intoniert mit einem Kollegen das Instrument. Bei der Intonation wird der Klang der Orgelpfeifen gestaltet und abgestimmt. Alle Pfeifen eines Registers sollen gut miteinander harmonieren. Der Intonateur muss auch den Raum „im Ohr“ haben, Akustik und Ambiente werden einbezogen. Adler demonstriert die Stärke der englischen Hochdruckregister, die mit erhöhtem Winddruck angeblasen werden und damit deutlich lauter klingen. Wenn er der Orgel ihre maximale Klangstärke verleiht, werden 120 Dezibel gemessen. Damit ist die Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs erreicht.

Adler sitzt auf der Bühne an dem fahrbaren Spieltisch, der nicht wie bei einer Orgel üblich direkt unter dem Instrument angebracht ist. Sein Kollege befindet sich mit einem Werkzeugkoffer oben im Orgelprospekt. Wenn der Intonateur eine Veränderung wünscht, gibt es direkt an den Pfeifen noch ein paar Möglichkeiten, den Klang zu beeinflussen. Das können beispielsweise die Windzufuhr oder Veränderungen am Luftspalt sein. Eines braucht man bei der Intonation einer Orgel auf jeden Fall: Zeit. Firmenchef Eule geht davon aus, dass bis zuletzt an dem Instrument gearbeitet wird. Am 8. September soll es eingeweiht werden.

Formal ist die Einweihung eine Übergabe. Denn der Förderverein der Dresdner Philharmonie übergibt dem Orchester ein Instrument, für das er jahrelang in aller Welt Geld gesammelt hat. Ursprünglich war ein Saal ohne Orgel geplant. Fördervereinschef Lutz Kittelmann hielt das für eine Eulenspiegelei: „Ich bin von Pontius zu Pilatus gelaufen, um die Leute zu überzeugen, dass der Saal mit einer Orgel gebaut werden muss.“ 2012 spielte die Philharmonie in Dresden ein Gedenkkonzert für den 2010 in den USA gestorbenen Kunstmäzen Georg Gerard Arnhold. Aus allen Teilen der Welt reisten Arnholds an. Sie spendeten eine halbe Million Euro für die Orgel in Dresden.

Jörg Schurig, dpa

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