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Regional Probleme der HfBK Dresden beispielhaft für die anderer Kunsthochschulen
Nachrichten Kultur Regional Probleme der HfBK Dresden beispielhaft für die anderer Kunsthochschulen
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20:06 06.12.2018
Das Transparent mit dem Majakowski-Zitat ziert den Einlass der Dresdner Kunsthochschule an der Brühlschen Terrasse. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Über der Pforte der Dresdner Hochschule für Bildende Künste (HfBK) hängt ein Riesentransparent mit einem angeblichen Zitat des sowjetischen Dichters Wladimir Majakowski: „Wir schlagen den Mythos apolitischer Kunst in Stücke“. Eigentlich ist es ein Kunstwerk des Kroaten Igor Grubic und ein Hinweis auf die gerade im riesa efau laufende Ausstellung „R_E_Volution 1918/2018“. Ein Satz aber mit durchaus programmatischem Hintersinn, wie das Doppelinterview mit Matthias Flügge und Jochen Beißert, Rektor und Kanzler der Hochschule, zeigt. Torsten Klaus sprach mit den beiden.

Matthias Flügge: Ob Majakowski das jemals gesagt hat? Ist aber auch egal. Das 18-Meter-Transparent passte genau über unsere Pforte und hängt nun gegenüber dem Finanzministerium. Mehrdeutig. Im Grunde heißt es ja, dass alle Kunst politisch ist.

Frage: Im Gegensatz zu denen, die die reine Lehre bevorzugen?

Flügge: Ich bin ja ein großer Gegner reiner Lehren.

Ein schöner Einstieg in ein Gespräch, das sich darum drehen soll, was die Kunsthochschule kann, aber auch, was sie nicht kann, aus finanziellen oder strukturellen Gründen. Wenn Sie den Zustand der HfBK mit einem Satz beschreiben müssten, wie sähe der aus?

Flügge: Ich würde zuerst positiv anmerken, dass wir im Moment ziemlich gut aufgestellt sind, was Ressourcen betrifft, finanzielle wie räumliche. Natürlich braucht es immer mehr, im Bausektor zum Beispiel oder auch im Stellenplan. Im Verhältnis zur momentanen allgemeinen Lage im Hochschulwesen klagen wir aber nicht.

Und wie sieht das der Kanzler?

Jochen Beißert: Beim Ist-Zustand ähnlich, aber beim Blick nach vorn tut sich gerade in finanzieller Hinsicht mehr als nur ein Fragezeichen auf, deutlicher als vor fünf Jahren noch. Unsere Spielräume werden einfach geringer.

Wie groß ist denn der Etat der HfBK?

Beißert: Wir haben etwa acht Millionen Euro pro Jahr. Ein Großteil davon sind Zuweisungen des Freistaates Sachsen, fast der gesamte Haushalt, kann man sagen. Obwohl wir in gewissem Umfang auch noch Drittmittel einwerben. Dazu sind wir durch die Zielvereinbarungen mit dem Wissenschafts- und Kunstministerium verpflichtet, hatten aber auch vorher immer schon Drittmittel akquiriert, beispielsweise auf dem Gebiet der Restaurierung. Unser Hauptfinanzier ist aber klar der Steuerzahler.

Wenn sich Ministerium und Hochschule nicht einigen, übernimmt das Ministerium die Regie

Und wie verteilt sich der Haushalt auf Personal, Sachkosten, Investitionen?

Beißert: Für Investitionen bekommen wir seit geraumer Zeit unverändert 97 000 Euro pro Jahr zugewiesen. Das ist nicht so wahnsinnig viel. Wir müssten eigentlich deutlich mehr investieren, doch die Möglichkeiten sind sehr begrenzt. Personalkosten wiederum machen etwa 92 bis 93 Prozent des Etats aus. Daraus lässt sich dann ermessen, dass der Spielraum für Sachausgaben äußerst gering ist. Und steigen die Personalausgaben, verringert er sich noch weiter. Das frei verfügbare Jahresbudget liegt bei 350 000 bis 400 000 Euro.

Beim letzten Gespräch, das wir geführt hatten, Herr Flügge, spielten die sogenannten Zielvereinbarungen zwischen Ministerium und Hochschule eine prägende Rolle. Es gab eine Grundkritik an diesen Vereinbarungen, vor allem mit Blick auf die Kunsthochschulen. Andererseits ließen Sie durchblicken, das Ministerium sei mittlerweile entgegenkommender.

Flügge: Von 2012 bis 2016 hatten wir einen Verlust von 261 000 Euro eingefahren wegen Nichterfüllung dieses Zahlenwerks (gemeint sind besagte Zielvereinbarungen, Anm. d. A.). Darüber haben wir uns natürlich alle sehr beklagt. Eigentlich begann es aber damit, dass wir in eine Art erpresserische Situation gekommen waren. Im Gesetz steht, wenn sich Ministerium und Hochschule nicht einigen, übernimmt das Ministerium die Regie. Heißt also: Unterschreibe ich nicht, was sie wollen, dann machen sie sowieso, was sie wollen. Ergo haben wir das unterschrieben, damals 2012. Das Verfahren war für das Ministerium ebenfalls neu, das kannten die so auch noch nicht. Unterm Strich hat es sich für alle Beteiligten als äußerst unangenehm entpuppt. Daraus wurde gelernt, und der jetzige Zielvereinbarungskorridor von 2017 bis 2020 ist etwas moderater geworden. Beim genauen Hinschauen aber auch wieder nicht, weil viele der sogenannten weichen Ziele herausgenommen wurden und wir vor einem knallharten Zahlenwerk stehen: Regelstudienzeiten, Meisterschülerprüfungen, Immatrikulationen, Absolventen. Bei großen Universitäten oder Fachhochschulen ist das alles wesentlich leichter steuerbar.

Als Beispiel: In den besagten vier Jahren sollen wir 100 Absolventen die Meisterschülerprüfungen abnehmen, also 25 pro Jahr. Fünf mehr oder weniger, und schon kriegen wir Abzüge, die sich auch finanziell niederschlagen. Wie aber sollen wir das steuern? Das ist nicht möglich. Wir fahren da blind auf das Ziel zu.

Der Hochschulentwicklungsplan 2025 ist bei allem Schlechten noch die beste Lösung

Der Kunst auf diese Art eine quantitative Messlatte anzulegen, ist gewagt. Wie kann vorausgesagt werden, dass jeder Jahrgang das Zeug zu dieser Anzahl von Meisterschülern hat?

Flügge: Das ist genau der Punkt und die Dauerkritik. Deswegen gab es ja endlich auch im Sommer eine Kunsthochschulkonferenz, nachdem sich bei den Studenten etwas bewegt hatte.

Das hat, muss man konstatieren, ein bisschen gedauert.

Flügge: Das hat lange gedauert. Wir aber haben immer schon versucht, das zu betreiben. Ich kann Ihnen zeigen, was ich hier für Reden gehalten habe. Wir sind da nicht still gewesen. Doch die Bewegung muss natürlich von unten kommen. Die Leipziger Studenten sind dann also im Frühsommer etwas aufgewacht, unsere haben sich angeschlossen. Die Musikhochschulen sind da zurückhaltender, die haben eine etwas andere Problemlage.

Und unsere ominösen 261 000 Euro kriegen wir zurück. Naja, zum Teil. Und auf Antrag. Dieser Antrag muss dann zum Beispiel mit Qualitätssicherung oder Internationalisierung zu tun haben, Schlagworten der gegenwärtigen Hochschulpolitik. Bringen wir die schön zum Einsatz, bekommen wir ein bisschen Geld zurück. Das dürfen wir dann aber auch nur zweckgebunden ausgeben. Wir brauchen also einen kreativen Kanzler, der dafür sorgt, dass alles in der richtigen Schublade liegt – und wir das Geld trotzdem für Dinge ausgeben können, die wir wirklich brauchen. Bei den Restauratoren sind gerade die Mikroskope veraltet, also müssen jetzt 3-D-Mikroskope mit besonders hoher Auflösung her. Alles Investitionen. Wir wollen ja auch, dass die Hochschule vor allem an Stellen, an denen sie richtig stark ist – wie in der Restaurierung – weiter gestützt wird.

Aber bei aller Kritik an Regierung, Hochschulsteuerung und dem ganzen neoliberalen Unsinn, der das Humboldtsche Bildungsideal unterminiert und bedroht, muss man sagen, dass Sachsens Wissenschafts- und Kunstministerium versucht hat zu retten, was noch zu retten ist. Dieser Hochschulentwicklungsplan 2025, den Frau Stange (Ministerin Eva-Maria Stange, Anm. d. A.) da ausgehandelt hat, ist bei allem Schlechten noch die beste Lösung. Das Schlechte lässt sich dabei in einem Satz zusammenfassen: Die höchste Belohnung, die die politische Seite den Hochschulen anbietet, ist der Verzicht auf Bestrafung.

Warum hat man es in Sachsen nicht anders gemacht, wie zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, wo die Kunsthochschulen eine andere Form des Hochschulfreiheitsgesetzes nutzen können, abseits von solch engen Zielkorridoren? Eine Frage, die zugegeben ans Ministerium zu stellen wäre, aber nun stelle ich sie Ihnen.

Flügge: Ich weiß auch nicht. Ich weiß nur, dass am Ende unserer Gespräche mit den Zuständigen in den Ministerien dort oft der Satz fällt: Wir stehen auch unter Druck vom Finanzministerium. Eine nebulöse Instanz, auf die letztendlich alles geschoben wird.

Laut Hochschulentwicklungsplan 2025 kann Sachsen von 2017 bis 2023 – das gilt jetzt für alle Hochschulen – mit rund 364 Millionen Euro Bundesmitteln rechnen, nach „Ende der Ausfinanzierung des Hochschulpakts“ stehen diese Ressourcen dann aber nicht mehr bereit. Das wird also auch die HfBK betreffen. Was kommt danach? Wissen Sie das schon?

Flügge: Kürzlich war Landesrektorenkonferenz in Leipzig, da wurde noch relativ wenig greifbar von einem Nachfolge-Hochschulpakt gesprochen. Die Hochschulrektorenkonferenz des Bundes sieht wohl auch eine Neuverhandlung anstehen. Sie geht davon aus, dass der Bedarf der Hochschulen mittlerweile größer geworden ist. Da wird also sicher etwas kommen. Das ist einfach notwendig.

Stichwort Notwendigkeit. Ganz einfach in der gegebenen Situation: Was bräuchte es denn, die Grundwünsche der Hochschule zu erfüllen, damit sie in Ruhe zu führen wäre?

Beißert: Das ist eine schwierige Frage. Personal ist da ein Thema. Auch wenn wir keinen Stellenabbau hatten, sind viele neue Aufgaben hinzugekommen. Die kann man den Mitarbeitern nicht einfach endlos überhelfen. Und bei den Sachmitteln hatten wir seit Ende der 1990er Jahre eine jährliche Haushaltskürzung von fünf Prozent, seit 2014 sind sie eingefroren. Addiert man diese eingesparten Mittel, kommt da schon eine relativ hohe Summe zusammen. Eine Millionensumme.

Die Zukunft muss von Seiten des Freistaates viel stärker in den Blick genommen werden

Flügge: Es geht ja auch um die technologische Entwicklung. Wir haben beispielsweise einen Lasercutter gekauft, ein 3-D-Druck-Studio aufgemacht. Dafür braucht es Leute, die das betreuen. Es gibt über den Hochschulpakt ein paar halbe Stellen dazu, befristet natürlich. Man kann damit aber nicht auf Dauer rechnen.

Beißert: Nicht zu vergessen: Die Konkurrenz mit anderen Bundesländern um gute Beschäftigte wird immer stärker. Gute Köpfe, beste Köpfe kriege ich nur hierher, wenn ich denen auch etwas bieten kann. Wenn Kandidaten dann sagen: Ich habe im Bundesland X zwar nur eine Stelle im akademischen Mittelbau, bekomme dort aber mehr Geld, als wenn ich hier als W2-Professor anfange, kann ich dem leider nichts entgegenhalten. Im Hochschulbereich werden wir, ähnlich wie bei den Lehrern, in den nächsten zehn Jahren ein Riesenproblem bekommen. Ein Generationenwechsel steht an, wir müssen Stellen adäquat nachbesetzen und stehen dabei in knallhartem Wettbewerb. Und wenn ich sehe, dass in München eine hohe vierstellige Zulage geboten wird und wir können unterm Strich nur ein paar hundert Euro draufpacken, dann sind wir einfach nicht konkurrenzfähig. Die Zukunft muss von Seiten des Freistaates viel stärker in den Blick genommen werden. Wir denken zu viel im Augenblick. Da mag manches noch reichen. Aber diese Situation wird sich dramatisch verschärfen.

Gute Überleitung. Es stehen diverse Neubesetzungen von Professuren an, das hat ja auch mit einer gewissen programmatischen Ausrichtung der Hochschule zu tun. Wie sieht es mit Blick auf die gerade erwähnten Probleme aus? Kriegen Sie die Leute, die Sie wollen, unter diesen Bedingungen überhaupt nach Dresden?

Flügge: Wir tun, was wir können. Aber wir sind generell nicht in der Lage, so großzügig mit Leistungs- oder Berufungszulagen zu locken wie andernorts, also machen wir das auch nicht. Da bleibt man manchmal stecken. Wir würden beispielsweise auch mehr gute Köpfe aus dem Ausland holen und hier auf Gastprofessuren setzen. Dazu bräuchte es aber Mittel, man müsste beispielsweise eine Wohnung mieten können oder eine Gastwohnung haben – die haben wir als Hochschule aber nicht.

Die einzige Chance bei den Berufungen ist die, mit den Leuten zu reden und sie zu überzeugen, sich zu bewerben. Wenn jemand aber in einer guten Professur in Düsseldorf, München oder Karlsruhe sitzt, kriegen sie den nicht hierher gelockt, bei aller Liebe nicht. Das ist also ein klarer Standortnachteil. Und in der Wissenschaft wird an dieser Stelle etwas getan, zum Beispiel auch durch die Exzellenzinitiative.

Wie wäre es denn mit einer eigenen Form der Exzellenzinitiative für Kunsthochschulen?

Flügge: Die könnte man einrichten. Darum kämpfen wir auch schon seit geraumer Zeit. Doch das Grundproblem der Kunsthochschulen ist, dass sie genauso behandelt werden wie die Fachhochschulen und Universitäten. Das funktioniert aber nicht. Es bedarf anderer Kriterien der Steuerung als die, die wir momentan haben. Vielleicht auch einer anderen Form der Finanzierung.

Wie sähe die denn aus?

Flügge: Wenn erstmal klar wäre: Das Grundbudget ist gesichert. Die Personalkosten sind aber von diesem Grundbudget kaum noch abgedeckt. Irgendwann kippt das. Für die normalen Aufgaben der Lehre bräuchte man auch ein klares Budget. Und Geld fürs Personal, ohne ständig neue Anträge schreiben zu müssen. Dabei sind wir schon eine drittmittelstarke Kunsthochschule.

In der Kunst ist so etwas wie Regelstudienzeit Schwachsinn

Wo liegen denn weitere Unterschiede zu den Universitäten?

Flügge: Beim sogenannten Sichern des Studienerfolgs. Nach dem Motto: Es gibt zu viele Studienabbrecher. Die Zahlen sind an den Universitäten, bei den MINT-Fächern oder auch im philosophisch-kulturwissenschaftlichen Bereich, doppelt so hoch wie bei uns. Dennoch müssen auch wir die Abbrecherquote weiter senken. Ich vergleiche das mit dem Märchen von der klugen Bauerntochter. Auf einem Acker, den ihm der König geschenkt hat, findet ein Bauer einen goldenen Mörser und bringt ihn in den Palast. Der König aber sagt: Wenn Du mir nicht noch den goldenen Stößel dazu bringst, bist Du des Todes. Seine kluge Tochter kann den Bauern dann retten und ihn aus der Zwickmühle bringen. Für uns gilt das aber nicht. Das Märchen habe ich auch schon im Ministerium erzählt. Aber man fand es wenig unterhaltsam.

Vielleicht herrscht dort eine andere Art von Humor.

Flügge: Was ich sagen will: Es braucht ein anderes Maß. In der Kunst ist so etwas wie Regelstudienzeit Schwachsinn. Wir haben ja übrigens auch eine eigene Verantwortung, dass die Studenten nicht über Gebühr lange hier bleiben und das Haus verstopfen für andere, die auch gern an die Kunsthochschule wollen. Es beleidigt aber, ständig gesagt zu bekommen, was man alles machen soll. Das ist einfach ärgerlich. Ich bin überhaupt nicht dagegen, dass das Ministerium mit uns über gemeinsame Ziele verhandelt. Sie hören uns zu, dann hören wir denen zu. Was dann rauskommt, kann man meinetwegen sogar Zielvereinbarung nennen. Aber man kann uns nicht sagen: Ihr dürft nur 100 Meisterschüler haben.

Oder dass von unseren jährlich 100 bis 110 Neuimmatrikulationen 80 junge Leute sein müssen, die noch nie etwas anderes studiert haben – und das in der Kunst. Wir haben dann auch gesagt: So machen wir das nicht. Unsere Aufnahmeprüfungen gehen nach künstlerischer Qualität, nicht nach Alter oder Vorbildung. In der jetzt laufenden Zielvereinbarung ist das auch wieder geändert worden, glücklicherweise.

Beißert: Wenn man bis 2025 starr die Studentenzahl festschreibt, mit einem engen Korridor, kann man sich in solch einem Korsett nicht mehr bewegen. Das tötet jede Entwicklung ab. Man vermittelt den Eindruck, als seien wir hier nicht in der Lage, gesamtgesellschaftlich zu denken und Verantwortung zu übernehmen für das, was wir tun. Keiner würde zum Beispiel einen neuen Studiengang einführen in dem Wissen, ihn mit dem vorhandenen Personal nicht stemmen zu können.

Es braucht einfach Entwicklungsräume. Und das sehe ich auch im Baulichen. Wir kämpfen schon seit 2013 für einen Werkstätten-Neubau. 2015 haben wir den Bedarf von 700 Quadratmetern anerkannt bekommen – eigentlich nur ein Ersatz für vorhandene Werkstätten, die aber so wie bisher nicht mehr genutzt werden können oder dürfen. Seither passiert nichts, außer dass das SIB (Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, Anm. d. A.) teure Studien in Auftrag gibt. Mit den nur für die Standortuntersuchung bereits geflossenen Mitteln hätte man allein baulich schon viel tun können. Aus unserer Perspektive ist das nicht nachvollziehbar, dass man nicht tätig wird. Organisierter Stillstand.

Laut Unfallkasse dürfen wir beispielsweise die Werkstatt Holz auf der Güntzstraße gar nicht mehr betreiben. Da droht Mitte 2019 die Schließung. Mit der Werkstatt Keramik auf der Pfotenhauerstraße ist es ganz ähnlich. Das SIB sagt dort: Wir können keine Abzüge einbauen, weil es gegenüber des Uniklinikums liegt. Nachvollziehbar. Trotzdem bleibt: Wir wollen faktisch nur Ersatz schaffen für schon Vorhandenes – und den Anschluss an andere Bundesländer nicht verlieren. Wir halten nämlich einfach nicht mehr Schritt. Und das führt dazu, dass Dresden für potenzielle Kunststudenten auch deshalb nicht erste Wahl ist.

Der Planungsansatz 2024/2025 sieht vor, dass die HfBK von heute rund 600 auf dann 550 Studenten abspecken muss. Es gibt aber nicht weniger Bewerbungen, oder?

Beißert: Wir hatten mal durch Pegida kurzzeitig einen Einbruch bei den Bewerberzahlen, aber das hat sich wieder erholt. Nein, das ist politisch verordnet. Damit soll die Qualität der Betreuung erhöht werden – gleichbleibende Personalstärke, weniger Studenten. Die aber sind nicht zuletzt ein kommunaler Wirtschaftsfaktor, würden vielleicht auch gern hier bleiben. Das ist einfach Sparen an der falschen Stelle. Werden sie hier nicht ausgebildet, springt ein anderer in die Bresche.

Von Torsten Klaus

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