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Heinrich-Schütz-Konservatorium wird zu Dresdens kommunaler Musikschule

Bildung Heinrich-Schütz-Konservatorium wird zu Dresdens kommunaler Musikschule

Von einem „bundesweit einmaligen Vorgang“ sprechen Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) und Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD), wenn sie an die Zukunft der Musikschule Heinrich-Schütz-Konservatorium denken.

Die Stadt kommunalisiert ihre Musikschule zum 1. Januar 2018

Quelle: dbr (Archiv)

Dresden. Von einem „bundesweit einmaligen Vorgang“ sprachen gestern Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) und Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD). „Bei der Privatisierung von kommunalen Unternehmen gibt es viele Erfahrungen“, so Klepsch, „aber die Kommunalisierung eines Unternehmens ist Neuland.“ Genau das tut Dresden jetzt. Eigentlich handelt es sich um einen Verein, der zum 1. Januar 2018 in einen städtischen Eigenbetrieb umgewandelt wird: Die städtische Musikschule Heinrich-Schütz-Konservatorium wird Teil der städtischen Familie, wie die Kulturbürgermeisterin formulierte.

Für die 94 festangestellten Mitarbeiter heißt das laut Lames: Sie werden künftig nach Tarif bezahlt. Die Honorarsätze der 180 bis 190 Honorarkräfte seien bereits auf durchschnittlich 25 Euro pro Unterrichtsstunde angepasst worden, so der Finanzbürgermeister. Für die rund 6000 Schülerinnen und Schüler ändert sich wenig: Sie erhalten mit dem Schuljahr 2018/2019 neue Verträge mit einem Eigenbetrieb.

Mehrkosten für die Stadt würden mit der Kommunalisierung nicht entstehen, erklärten Klepsch und Lames. Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit habe einen Zuschuss von 2,841 Millionen Euro für das Heinrich-Schütz-Konservatorium für dieses Jahr vorgesehen. In diesen seien die Tarifgehälter bereits eingepreist, so der Finanzbürgermeister. „Damit unterstreichen wir den Stellenwert der musikalische Bildung in der Kultur- und Bildungsstadt Dresden.“

Der Kulturausschuss soll künftig für den Eigenbetrieb zuständig sein. Auch das ist laut Klepsch Neuland, weil die Kulturverwaltung bisher keinen Eigenbetrieb betreut. Betriebsleiterin soll die bisherige Vereins-Geschäftsführerin Kati Kasper werden, damit werde ihr achtjähriges Engagement für das Konservatorium gewürdigt, so die Kulturbürgermeisterin. In der Betriebssatzung sei verankert, was eine städtische Musikschule leisten solle: Nicht nur Instrumentalunterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sondern auch musikalische Früherziehung in den Kindertagesstätten und eine Kooperation bei der Lehrerausbildung und -fortbildung.

Bei den Gebühren müsse man das Gespräch mit dem Stadtrat suchen und ausloten, ob die Ermäßigungsmöglichkeiten noch angemessen sind oder ausgeweitet werden müssen, kündigte Klepsch an. Das Heinrich-Schütz-Konservatorium liegt bei den Gebührensätzen deutschlandweit im oberen Drittel, eine Vielzahl der Eltern besitze aber die Finanzkraft, die aufgerufenen Preise auch zu zahlen, so die Kulturbürgermeisterin. Für einkommensschwächere Personengruppen müssten Lösungen gefunden werden.

CDU-Stadträtin Christa Müller, die im Vorstand des Heinrich-Schütz-Konservatoriums mitarbeitet, zeigte sich enttäuscht von der Ankündigung der Bürgermeister. „Das ist nicht der große Wurf, der uns versprochen wurde. Viele Fragen bleiben ungeklärt.“ So stünde noch nicht fest, wie die Lehrer eingruppiert würden und was mit ihren Dienstjahren geschehe. Sieben Stellen sollten neu geschaffen werden, aber nur vier seien es bisher geworden. „Ich befürchte, dass die übrigen drei Stellen nicht besetzt werden und sich deshalb des Schulkonzept nicht umsetzen lässt“, erklärte die CDU-Kulturpolitikerin.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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