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Hegenbarths Erben: Städtische Galerie Dresden zeigt Werke der letztjährigen Hegenbarth-Stipendiaten

Hegenbarths Erben: Städtische Galerie Dresden zeigt Werke der letztjährigen Hegenbarth-Stipendiaten

Man kann schon von einer Tradition sprechen: Zum fünften Mal bietet die Städtische Galerie Dresden Hegenbarth-Stipendiaten - Lutz Bleidorn und Stefan Krauth erhielten 2011 die Auszeichnung - Obdach für die Vorstellung ihrer Arbeitsergebnisse.

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Die Gewinner der Hegenbarth-Stipendien vom Vorjahr bei der Vernissage ihrer Ausstellung in der Städtischen Galerie: Stefan Krauth (links) und Lutz Bleidorn. Stefan Krauth nutzte sein Stipendium für eine Reise nach Vietnam, um neue Eindrücke für seine Fotoarbeiten zu gewinnen.

Quelle: Städtische Galerie Dresden

Die Vernissage fiel zudem wie immer mit der Kür der neuen Stipendiaten zusammen. Als glückliche Empfänger des 17. von der Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden seit 1996 verliehenen, nach Josef Hegenbarth benannten Stipendiums für Meisterschüler der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) - ab 2012 ist es in das bundesweit neu aufgelegte Programm des Deutschlandstipendiums eingeordnet - wurden von der Jury André Schulze (geb. 1982 in Dresden) sowie Manuel Frolik (geb. 1979 in Oelsnitz) erwählt.

Starthilfe für den Weg ins Kunstleben

Schulze studierte ab 2006 unter anderem bei Elke Hopfe und Hans-Peter Adamski, ist seit 2011 Meisterschüler bei Christian Macketanz. Frolik studierte ab 2005 bei Carl Emmanuel Wolf, Klaus Michael Stephan und Eberhard Bosslet, ist ebenfalls seit 2011 Meisterschüler bei Letzterem. Überzeugte Schulze die Jury - wie Petra von Crailsheim, Vorstandsmitglied der Dresdner Stiftung für Kunst und Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, in ihrer Laudatio unterstrich - mit von surrealer Anmutung geprägten Bildern und "Modellbaulandschaften", die ihre Inspirationen aus Natur, Landschaft und besonders historisch-technischer Architektur ziehen, traf Frolik den Nerv der Juroren mit handwerklich aufwendigen, innovativen Installationen.

Wie im Falle der beiden Stipendiaten 2011 wird man sich auch vom Schaffen der aktuell Geehrten im kommenden Jahr ein Bild in einer Ausstellung im Projektraum der Städtischen Galerie machen können. Die sich an den Förderzeitraum anschließende öffentliche Präsentation an musealem Ort als Bestandteil des Hegenbarth-Stipendiums bereichert zum einen das Dresdner Kunstleben, zum anderen erhöht sich damit die "Strahlkraft" der Meisterschülerarbeiten auf das interessierte Publikum. Zahlreiche Hegenbarth-Stipendiaten der Vergangenheit sind mittlerweile erfolgreich ihren Weg ins nationale und internationale Kunstleben gegangen. Zu nennen wären unter anderem: Thomas Scheibitz, Stefanie Busch, Olaf Holzapfel, Martina Wolf, Jan Brokof oder Theo Böttger.

Auch Lutz Bleidorn (geb. 1973 in Rendsburg) und Stefan Krauth (geb. 1978 in Karlsruhe) - für die Autorin gehörten beide zu jenen, die mit ihrem Diplom im Gedächtnis blieben - haben wohl das Zeug, ihren Weg erfolgreich zu gehen. Der Erstgenannte hatte sich beim Diplom 2009 mit dunkel gestimmten, an Landschaftliches erinnernden, ein wenig geheimnisvollen, malerisch überzeugenden Bildern abgehoben. Dass auch andere das so empfunden haben, beweist der Ankauf der Arbeit "Ein unbekannter Ort" im Jahr 2010 durch die Kulturstiftung des Freistaates für den bei den Staatlichen Kunstsammlungen angesiedelten Kunstfonds.

In der gegenwärtigen, nicht allzu viel Platz bietenden Präsentation trifft man nun auf Werke, die im Ursprung von Aufenthalten im heimatlichen Schleswig-Holstein inspiriert wurden. Ausgangspunkt neben im Kopf gespeicherten Eindrücken sind als Gedankenstütze genutzte Fotografien.

Landschaftliches und Geheimnisvolles

Gleichwohl steht im Atelier der Malprozess, die Auseinandersetzung mit der Farbe, im Vordergrund. Das Ergebnis sind aus erdigen Farbskalen, teils mit herbstlichen Rot- und Orange-, aber auch Blau- und Grün- sowie Grautönen, mittels zahlreicher, mal lasierender, mal pastoser und gespachtelter Schichten aufgebaute Bildwerke, die an urbane ländliche Strukturen, aber auch freie Landschaften erinnern. Dabei liegt die Betonung zum Charakter der Bilder auf "erinnern". Denn Abbildhaftes, so es vorhanden war, hat der Künstler getilgt. Geblieben sind Bildräume aus Farbe mit "eingeschriebenen" zeichnerischen Elementen, die Bäume, Gestrüpp, Masten, Sonnenstrahlen, Dachfirste und ähnliche Strukturelemente suggerieren.

Stefan Krauth hat seine fotografischen Arbeiten, die oft wie in Nebel und Dunst liegend erscheinen, fortgesetzt. Der Künstler hat sein Stipendium für eine Vietnamreise genutzt. Gleichwohl sind die Arbeiten in der Ausstellung nicht unbedingt und schon gar nicht dokumentarisch darauf bezogen, nutzen auch Aufnahmen aus Deutschland und den USA. Das ist in seinem Fall keineswegs ungewöhnlich, benutzt Krauth doch ähnlich wie viele Malerkollegen Originalaufnahmen nur als Referenzfotos. Die eigentliche Arbeit beginnt im Atelier. Hier werden die Aufnahmen von Monitoren abfotografiert, wobei er sie Licht, Staub und erzeugtem Nebel aussetzt. Auf diese Weise entstehen neue, erfundene Bilder, die kaum noch etwas mit dem Ausgangspunkt zu tun haben und mitunter voller Geheimnis scheinen, so etwa die "Die Flotte" (2010), die sich unscharf im Nebel abzeichnet. Mit der Qualität der Arbeiten von Bleidorn und Krauth ist es anders: Sie ist deutlich sichtbar.

Lisa Werner-Art

Bis 19.8., Di-So 10 bis 18 (Fr bis 19 Uhr); Kataloge: 7 (Bleidorn) und 10 (Krauth) Euro. www.galerie-dresden

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.07.2012

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