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Regional Hamburger Privatsammler Gercken geben Lebenswerk nach Dresden
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14:02 22.04.2016
Quelle: Archiv
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Dresden

Frühe Gemälde, unikate Probedrucke, überdimensionale Linolschnitte: Das Hamburger Ehepaar Günther und Annemarie Gercken gibt seine über Jahrzehnte gewachsene Kunstsammlung nach Dresden. Dazu gründeten die beiden eine Stiftung, die den Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) angeschlossen ist. „Die hiesige Konzentration im Ensemble von Kultur, Geschichte und Gebäuden schätzen wir so, dass für uns kein anderer Ort in Frage kam“, sagte der frühere Professor für Biochemie am Freitag in Dresden.

Eine weitere Verbindung sei die Künstlergruppe „Brücke“, deren Heimat die Elbestadt war. „Wir sind über sie und die Beschäftigung mit Kirchner zur Kunst gekommen.“ Ernst Ludwig Kirchner war einer der Gründer der 1905 in Dresden entstandenen Künstlergruppe.

Mit der gemeinnützigen Stiftung will das Paar das Konvolut als Sammlung und damit sein Lebenswerk erhalten wissen. „Wir sind glücklich, dass die Werke diese Heimat gefunden haben.“ Die Stiftung umfasst zunächst 30 Gemälde und rund 280 Grafiken. Bis Anfang August ist unter dem Titel „Sehgründe“ eine Auswahl zu sehen - darunter Werke von Georg Baselitz, Horst Antes, Anselm Kiefer, Markus Lüpertz, Carsten Nicolai, Frank Nitsche, Thomas Scheibitz, Stephan Balkenhol, Per Kirkeby oder A.R. Penck. Einige der Probedrucke und frühen Abzüge werden erstmals öffentlich gezeigt.

Das Ehepaar hat seit den 1950er Jahren Grafik, Gemälde und Skulptur zusammengetragen, aus Faszination für bestimmte Kunstwerke, wie Gercken sagte. Die Konzentration habe dabei stets auf der jungen Szene gelegen. „Wir haben fast immer nur Frühwerke, weil wir uns nur die leisten konnten.“

So wurden sie auch die ersten Sammler von Baselitz, der aus Sachsen stammt. „Es war die größte Freude für ihn, dass seine Werke hierher gehen“, berichtete Gercken, der 1968 dem Documenta-Rat angehörte und Vorsitzender des Hamburger Kunstvereins war. Weitere rund 100 Arbeiten auf Papier und etwa zehn Gemälde sollen nach seinen Angaben später folgen. „Damit leben wir noch ein bisschen.“

dpa

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