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Gut 80 Künstler auf elf Bühnen bei 3. Dresdner Humorzone

Lachen in Dresden Gut 80 Künstler auf elf Bühnen bei 3. Dresdner Humorzone

Die Dresdner Humorzone geht in ihre dritte Auflage. Zwischen 8. und 12. März sind auf elf Bühnen gut 80 Künstler zwischen Kabarett und Comedy zu erleben. Die Veranstalter setzen dabei neben bekannten Namen auch auf eine Präsentation von neuen Gesichtern: Vladimir Andrienko, Sandra Da Vina, Benni Stark und die Frankfurter Klasse.

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Plakatwerbung der Veranstalter für den Newcomer-Wettbewerb.

Quelle: PR

Dresden. „Alles Alte, soweit es den Anspruch darauf verdient hat, sollen wir lieben; aber für das Neue sollen wir eigentlich leben“, meinte einmal der Schriftsteller Theodor Fontane. Wer also eigentlich leben will, der sollte vielleicht auch mal die ausgelatschten Trampelpfade des Alltags verlassen und Körper und Geist am 11. März ins Kabarett Breschke & Schuch versetzen. Dort geht nämlich ab 19.30 Uhr der „Newcomer-Wettbewerb“ der diesjährigen Humorzone über die Bühne.

Es sind echte Newcomer – anders als etwa Masud, der zwar auch im Rahmen der 3. Dresdner Humorfestspiele zu erleben ist (am 9.3., 19.30 Uhr bei Jindrich Staidels Migrantenstadl in der Scheune und am 11.3., 20 Uhr, im Boulevardtheater), aber unlängst in einem Interview darüber feixte, dass er gefühlt „seit 20 Jahren als Newcomer“ vermarktet wird, obwohl er sich de facto bereits seit sechs Jahren als Standup-Comedian auf Deutschlands Bühnen tummelt.

Die Veranstalter versichern im umfangreichen Programmheft, den Begriff Newcomer wörtlich zu nehmen. Alle Kandidaten seien „wahrhaftige Neueinsteiger, Quereinsteiger oder woanders Ausgestiegene“, völlig unterschiedlich in ihrer Kunst, Herkunft und Darbietung. Vladimir Andrienko, Sandra Da Vina, Benni Stark und die Frankfurter Klasse treten vor die härteste Jury der Welt – das Publikum, das sich bei der Urteilsfindung vielleicht von der alten Lebensweisheit leiten lässt: „Wir erreichen jeden Lebensabschnitt als Neuling.“ Damit der Satire-Streit kein schnöder Wettkampf, sondern eine fröhliche Party mit Spaß für alle wird, wurde als „hochkompetente Abendspielleitung“ das Fuck Hornisschen Orchestra akquiriert, dessen Mitglieder als Moderatoren, Musiker, Juroren, Notare und Getränkebeauftragte den Abend auf ihre ganz besondere Art und Weise zelebrieren.

Verehrer der „Frankfurter Schule“ seien an dieser Stelle gewarnt: Die Figuren, die das aus Jochen Döring und Tim Karasch bestehende Bornheimer Comedy-Duo Frankfurter Klasse spielt, kommen von der Straße und haben allesamt so ihre eigene Philosophie, die Horkheimer, Adorno & Co. links liegen lässt. Unter ihnen Lukas Artig, der leicht adipöse Offenbacher Vorschüler, oder der Eintracht-Fan am Büdchen. Besonders beliebt ist das „immigrierte It-Girl“ Zeynep. Noch ist die Frankfurter Klasse eher ein regionaler Hit. Ziel ist natürlich, die Bundesrepublik mit Hessen-Slang zu erobern, was ja schon beim Duo Badesalz durchaus funktionierte.

Sandra da Vina kommt aus Essen-Süd, einem Kiez mit einem Image, das verbesserungsbedürftig ist. Seit 2012 ist sie auf Poetry-Slam- und Kabarettbühnen unterwegs. Ihren Texten wird bescheinigt, stets von einem Augenzwinkern begleitet zu werden. Ihre Rhetorik lasse harte Realität gar ein bisschen mehr nach Zuckerwatte schmecken. Auch Vladimir Andrienko ist nicht wirklich ein Jungspund, was die Bühne angeht, allerdings tummelt er sich vorzugsweise in einer Szene, die hierzulande nur Insidern bekannt ist: Comedy Derby (oder auch Comedy Battle) kommt aus Russland und inszeniert diese verbale Kleinkunstform als Mannschaftssport. Als Vladimir Andrienko aus Kasachstan nach Düsseldorf kam, da war er bereits 22 Jahre alt. Er hatte dort als Geschichtslehrer gearbeitet, aber sein Abschluss wurde hierzulande nicht anerkannt. Aber er brachte seine Comedy-Erfahrungen mit...

Auch der Lübecker Benni Stark wird als aufgehender Stern am deutschen Comedyhimmel gefeiert. Gelernt hat er Herrenausstatter und den Beruf auch ausgeübt, weshalb der Titel einer Show Starks auch „Als Herrenausstatter bedient man eigentlich nur Frauen“ lautete. Stark schöpft nicht zu knapp aus Erlebtem, wozu auch gehört, dass eine Frau, die sich durch die Herrenjackenabteilung wühlte, auf die Frage, ob sie soweit klarkomme, antwortete: „Ja, ich bin nur die Vorpatrouille für meinen Mann. Wir haben den gleichen Körper, ich probiere die Sachen schon mal an.“

Der Gewinner der Mix-Show wird zur großen TV-Abschlussgala eingeladen und bekommt dort ganz offiziell von Schirmherr Olaf Schubert höchstselbst den Güldenen August nebst eines soliden Taschengeldes manuell übergeben. Zuzüglich lädt das Fuck Hornisschen Orchestra den Sieger noch in seine TV-Sendung „Comedy mit Karsten“ ein.

Alles in allem sind (frei nach dem Credo des Schirmherrn Schubert, das da lautet: „Man darf auch mal lachen müssen!“) bei der diesjährigen, sich ab 8. März über fünf Tage erstreckenden Humorzone rund 80 Künstler zu erleben. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Humor-Bereichen: Kabarett und Comedy, mal steht – bei Lesungen – das geschriebene Wort im Mittelpunkt, dann wieder das gesungene. Es gibt elf Spielstätten, neue „Locations“ sind der Club Bärenzwinger sowie die Herkuleskeule. Inhaltlich wurde noch ein bisschen gefeilt, mit „Die Vorleser“ und „Zotenzone“ wurden zwei weitere Mix-Shows ins Leben gerufen. Erstere wird von Horst Evers präsentiert, der dafür bekannt ist, dass er die alte Kunst des Lesens noch beherrscht, was in Zeiten „eines zunehmend abschüssiger werdenden Bildungsgefälles keine Selbstverständlichkeit mehr“ sei, wie im Programmheft geunkt wird. Um so beachtlicher sei, dass es der Humorzone gelungen sei, gleich vier Künstler auf einer Bühne zu vereinen, die diese alte Kulturtechnik t noch beherrschen. Und diese Vier – neben Oberleser Horst Evers noch Dietmar Wischmeyer, Gernot Hassknecht und Sven Kemmler – lesen laut Ankündigung „nicht nur flüssig, sicher und fast fehlerfrei, sondern bauen sogar noch jede Menge raffinierter Pointen in ihre Texte ein“.

Viele Veranstaltungen sind bereits ausverkauft, wer sich noch Karten sichern will, sollte sich also sputen.

www.humorzone.de

Von Christian Ruf

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