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Goethe für Anhänger: Lena Sundermeyer und Jochen Aldinger auf einer Allee in Dresden

Goethe für Anhänger: Lena Sundermeyer und Jochen Aldinger auf einer Allee in Dresden

Goethe-Lieder kennen wir alle. Meist genügt schon ein Fetzen Melodie und der "Erlkönig", "Gretchen am Spinnrad" oder das "Heidenröslein" sind uns im Ohr. Aber kennen wir alle Goethe-Lieder? Ganz gewiss nicht.

Die neuesten sind unter dem Titel "Goetheallee" gerade eben erschienen. Und auf dieser von Lena Sundermeyer besungenen CD klingt der Alte aus Weimar dann plötzlich ganz anders als bei Schubert, Schumann und Wolf. Ganz fremd, ganz neu und vor allem ganz jung. Eine unbedingte Leseempfehlung!

Aber unbedingt auch eine Hörempfehlung. Die Stimme der jungen Sängerin, die bis zum vorigen Jahr an der Dresdner Musikhochschule Jazzgesang studiert und Ausschnitte des neuen Programms bereits in ihrem erfolgreichen Diplomkonzert präsentiert hat, nimmt uns mit auf einen literarischen Spaziergang durch die Allee. Dort gleicht kein Baum dem anderen, fällt das Licht mal poetisch leicht, mal leuchtend hell und mal auch schattig betrübt durch die Blätter. Für Textauswahl und Musik der "Goetheallee" zeichnet Jochen Aldinger verantwortlich. Er kam schlicht und einfach als Hochzeitsgast auf die erste Kompositionsidee zu diesem Projekt. Ein originelles Geschenk sollte es sein, und weil es beim Brautpaar so gut ankam, wuchs ein ganzer Zyklus daraus. Die passenden Gedichte fand der 1973 in Stuttgart geborene Jazzpianist, Hammondorganist und Komponist just in einer Klassikerausgabe, die er in Weimar erstand. Wo denn auch sonst?

Gemeinsam mit der inzwischen 29-jährigen Sängerin Lena Sundermeyer, die aus Bremerhaven stammt und nunmehr in Berlin heimisch ist, interpretiert Aldinger diesen Strauß voller Poesie am Klavier geradezu klassisch inspiriert. Das Goethe-Duo, das mit dem Dichterfürsten ja eigentlich ein Trio bildet, nahm absichtsvoll kein Eintüten in feste Genreverpackungen vor, sondern bietet "eine an Jazz und klassischen Liedern orientierte Zykluskomposition" an - das ist nicht nur entwaffnend ehrlich, sondern entspricht auch dem Inhalt der feinen CD. Ein frischer, aber kein frecher Umgang mit Lyrik und Emotion. Wie ein Kommentar dazu liest sich Goethes "Beherzigung": "Ach, was soll der Mensch verlangen? (-) / Eines schickt sich nicht für alle! / Sehe jeder, wie er's treibe".

"Goetheallee" - Dresden-Premiere und CD-Releasekonzert heute, 18 Uhr, Societaetstheater

www.goetheallee.de

www.jazztage-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.11.2012

Aldo Lindhorst

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