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Regional Giacometti-Künstlerbuch für Dresdner Kupferstich-Kabinett
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22:53 09.09.2015
Alberto Giacometti (1901-1966) ohne Titel, Vivantes cendres, innommées, (Profil Michael Leiris); Radierung, 199x140 mm. ( Quelle: Fotograf: Herbert Boswank, © VG Bild-Kunst, Bonn 2012)
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Die 13 Radierungen schlössen eine „empfindliche Lücke" im Bereich der Moderne und führten die dem Künstlerbuch Buch geltende Tradition fort, sagte Museumsdirektor Bernhard Maaz. Konservator Michael Hering sprach von einem „seltenem Glücksfall". Der Schweizer Giacometti arbeitete teils im Kreis der Surrealisten um André Breton in Paris und gehört zu den bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. „„Vivantes cendres, innomées" hatte eine Auflage von 65 Stück, von denen sich die meisten in Sammlungen befinden", sagte Hering der Nachrichtenagentur dpa. Das Dresdner Exemplar wurde im Kunsthandel erworben und befand sich in einer Privatsammlung von Künstlerbüchern des 20. Jahrhunderts.

Giacometti schuf die Folge von nicht gebundenen Radierungen nach dem knapp gescheiterten Selbstmordversuch seines Freundes Michel Learys. Die intimen Momente während der täglichen Krankenbesuche bei einem großen französischen Ethnologen hielt der Künstler auf Papier fest. Die Radierungen zeigen den fast ausgelöschten und abgemagerten Menschen - am Ende bleibt nur ein Liniengefüge. Leary, einer der wichtigsten Köpfe des Surrealismus in der Literatur, habe die sehr wichtigen Gedichte speziell für das Künstlerbuch geschrieben, sagte Kunsthistoriker Hering.

Damit sei das Künstlerbuch ein Zeugnis des dichten Netzwerkes der Intellektuellen im Paris der 1960er Jahre. Das Kupferstich-Kabinett besitzt mit „Paris sans fin" seit den 1990er Jahren bereits ein Giacometti-Künstlerbuch mit 150 Lithografien, das aber erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde.

Der Schweizer ist derzeit der am höchsten dotierte Künstler, seine Skulpturen erzielen Millionenerlöse und auch die Zeichnungen sind sehr teuer, sagte Hering. Das neu gewonnene, wichtige graphischen Werkes des Malers und Bildhauers soll ab Oktober in einer Ausstellung gezeigt werden.

dpa

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