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Regional Genrelabyrinth mit Saxophon als Wegweiser - Album Debüt der Dresdner Band Tonartist
Nachrichten Kultur Regional Genrelabyrinth mit Saxophon als Wegweiser - Album Debüt der Dresdner Band Tonartist
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17:44 09.09.2015
Quelle: pr

Musikalisch unbeleckt sind sie alle nicht. Paul Zöllner, Josias Kaiser, Jan Weber, Clemens Preiser, Sebastian Schindler und Felix Walther tingeln seit Jahren durch die Dresd- ner Clubs und nehmen an Sessions teil. Zöllner betreibt ein eigenes mobiles Tonstudio. Vor eineinhalb Jahren hatten die Freunde dann genug. Sie wollten nicht nur für ein paar Songs, sondern ein ganzes Konzert mit einer Band auf der Bühne stehen - Tonartist war geboren.

In der Folge machten die Jungs keine halben Sachen. Über die Crowdfounding-Plattform Startnext finanziert, haben sie nun ihr erstes Album "In Wonderland" herausgebracht. Die Release Party in der Groovestation war gleichzeitig der erste Live-Auftritt der Band. "Beim Soundcheck war's miserabel", sagte Drummer Zöllner vor dem Gig noch leicht verunsichert. Die Angst, sich mit einem Übungsauftritt voller Aussetzer und Tempoverschleppungen den Abend zu versauen, war groß - aber sie wurde nicht bestätigt.

Der Sound von Tonartist ist groovy und geht ins Bein. Woran vor allem Bassist Felix Walther seinen Anteil hat. Die Songs des neuen Albums, die in der Groovestation vorgestellt wurden, könnten variabler kaum sein. Die zwölf nagelneuen Titel, von sechs Komponisten geschrieben und von vier verschiedene Stimmen gesungen, reißen die Debütanten fast schon routiniert in eineinhalb Stunden ab. Von Funk über Rock bis hin zu Sambarhythmen, wie im Song Miranda zu hören, ist alles dabei. Der rote Faden geht trotzdem nicht verloren. Josias Kaiser mit seinem Saxophon ist der Kit der Band. Mit seinen jazzig-bluesigen Einwürfen gibt er dem Sound einen Wiedererkennungswert - schafft es aber auch, sich im richtigen Moment zurückzunehmen.

Erster potenzieller Sympathieträger bei Tonartist, das kristallisierte sich bereits beim Debüt heraus, ist Jan Weber. Der Gittarist und Sänger ist mit einer tiefen, knarzigen Charakterstimme gesegnet, die genau im richtigen Moment hart einschleift. Gigantisch der Kontrast, wenn Sebastian Schindler an das Mikrophone tritt, vom Englischen ins Deutsche wechselt und mit gehauchter Stimme in "Tage voller Regen" Weltschmerz verbreitet. Die deutschen Texte bleiben hier leider eine Aneinanderreihung von Klischees und kurzzeitig fühlt man sich dann doch an Schülerbandzeiten erinnert.

Dennoch war die Release-Party ein gelungenes Konzert. Weitere zeitnahe Auftritte stehen bisher noch nicht an. Erst im kommenden Sommer sei eine kleine Tour geplant. Dann wartet auf die sechs Jungs von Tonartist die große Herausforderung, ein Publikum zu begeistern, das vielleicht weit über Freundeskreis und Familie hinaus geht.

Hörproben der Band gibt es auf tonartist.de. Hier findet man auch die Kontaktdaten für Album-Bestellungen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.09.2014

Hauke Heuer

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