Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Gefühlig: Norwegens Pop-Prinzessin Maria Mena war im Alten Schlachthof

Gefühlig: Norwegens Pop-Prinzessin Maria Mena war im Alten Schlachthof

Sternchen im Pophimmel erkennt man häufig daran, dass sie einen eigenen Fanclub haben, es also Leute gibt, die anderen sagen, warum dieser Stern überhaupt beachtungswürdig ist.

Voriger Artikel
"Entdeckungen" - Das Konzertjahr 2012 der Singakademie Dresden
Nächster Artikel
Verstorbener Dresdner Bildhauer Vinzenz Wanitschke: Seine Werke prägen das Stadtbild

Nichts für Realisten oder Individualisten: Im musikalischen Kosmos der Maria Mena dreht sich alles um die Liebe.

Quelle: Andreas Weihs

Maria Mara, die 26-jährige Norwegerin, die mit ihrem Lied "Just Hold Me" im Jahr 2006 vielen Radiohörern einen mitsummbaren Refrain lieferte, sie hat gleich mehrere Fanclubs. Bei ihrem Konzert im kleinen Saal des Dresdner Schlachthofs bewies sie, dass sie gut singen kann, dass sie aber nur ein Thema kennt und dieses bis zur Schmalzgrenze ausdekliniert.

Aber der Reihe nach. Maria Mena ist die Tochter eines nicaraguanischen Schlagzeugers und einer norwegischen Mutter, die Songtexte schrieb. Sie benannten ihre Kinder nach den verzweifelt Liebenden der "West Side Story" (ihr Bruder heißt deshalb Tony) und legten Maria das Drama um die Liebe damit schon ins Babybettchen. Leider konnte die Kleine auch früh am echten Leben studieren, wie es schiefgehen kann. Ihre Eltern trennten sich, als sie neun war, ihr Vater heiratete noch drei weitere Male. Trotzdem will sie im Sommer ihrem Langzeitfreund Eivind Sæther ebenfalls das Ja-Wort geben (sowas erfährt man aus den Fanclub-Seiten) und die Frage, was eine gute Ehe ausmache, beantwortete tatsächlich ihr Vater, der sagte die weisen Worte: "Beer helps!"

Maria Mena ist eine ganz hörenswerte Sängerin. Sie hat mit Sasha ein Duett gesungen und einige Goldene Schallplatten gewonnen. Sie ist ein sympathischer Popstar, hat bisher vier Alben veröffentlicht, das aktuelle heißt "Viktoria" (2011, Sony Music), es ist auch der Mittelname der Sängerin und ein persönlicher Triumph (engl.: "victory"), denn es ist ein Album übers Vergeben. Die großen Emotionen ihres Lebens finden in ihre Lieder, die Geige fiedelt die nötigen Stimmungsbögen, eine fünfköpfige Band legt einen weichen Teppich aus, auf dem entsprechend geschwoft, geheult und gekuschelt werden kann.

Darauf präsentiert Mena Songs über ihre erste große Liebe; über eine unerreichte Liebe mit 15, der sie am Telefon gesteht, wie sie fühlt; über das Ende einer Liebe; über die Liebe in schweren Zeiten (nämlich wenn er sie betrügt); über die Liebe, die fünf Jahre zu spät kommt und über den Traum von der großen Liebe, den man mit elf eben davon hat. Nur "Viktoria" widmet sich dem Erwachsenwerden und "Self-Fulfilling Prophecy" ist ein Lied, in dem sie ihre Ess-Brechsucht verarbeitet.

Höhepunkt der Show ist ein Duett mit Mads Langer, der als Warm-Upper das Publikum bereits auf Romantik getrimmt hat. Ihr gemeinsames "Habits" ist dann wieder voll beim Thema. Da bittet das Mädchen den perfekten Typen, noch ein Jahr auf sie zu warten, damit sie all ihre schlechten Angewohnheiten (ungeduldig sein, Jungs verlassen) und Ängste über Bord werfen könne. Diese Überlegungen schreien sich die beiden fast ins Gesicht, der Sound ist immer ein wenig über der idealen Raumlautstärke.

So ein Konzert ist nichts für Realisten. Oder Individualisten. Wer aber Musicals mag und rote Rosen, Frühstück im Bett (zumindest in der Vorstellung, in echt krümelt das ja immer so) und wer gern auf Konzerten kuschelt, der wird Maria Menas Auftritt in bester Erinnerung behalten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.03.2012

Juliane Hanka

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr