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Regional Geburtstagswochenende im August Theater Dresden
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06:00 08.09.2016
Das August Theater und Grigorij Kästner-Kubsch starten mit einem Geburtstagswochenende in die neue Spielzeit. Quelle: August Theater Dresden.
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Dresden,


„Salto Amore“ erzählt eine große Liebesgeschichte: Der traurige Pierrot verzehrt sich nach der Seiltänzerin, die aber auch vom Herrn Varieté-Direktor umgarnt wird. Dessen frühere Liebschaft, die Sängerin Georgette, die einst auf berühmten Bühnen zu Hause war, ist ebenfalls Bestandteil des Liebesreigens. Zudem treten ein Jongleur, eine Kautschukdame und ein Gewichtheber namens Igor auf, der aus Moskau kommt, was unweigerlich die Frage aufwirft, ob beim Muskelaufbau außer Bœuf Stroganoff nicht vielleicht auch Chemie im Spiel war. „Jeder liebt jeden, aber nicht immer geht alles auf“, lässt Grigorij Kästner-Kubsch durchblicken. Die einen werden da jetzt an Erich Mielke denken, dessen Liebe, die er angeblich für alle empfand, von kaum einem erwidert wurde, andere an das italienische Sprichwort „Amare e non essere amati è tempo perso“ (Lieben und nicht geliebt werden ist verlorene Zeit). In einer Loge sitzend, verfolgen zudem Günther und seine bessere Hälfte Rosie das Geschehen. Sie, ein großer Fan des Varietés, kennt alle Intrigen und Liebschaften im Detail, er hat keine Lust auf die Chose. Ein bisschen erinnert das an Statler and Waldorf aus der Muppet-Show, allerdings sind die Kommentare Rosies im breitesten Sächsisch.

Idee und Buch zu dem Spektakel stammen von Herzog, der das Stück für einen Schauspieler und sechs Puppen vor Jahren an der Puppenbühne des Sorbischen Theaters inszenierte. Die Puppen von Christian Werdin schlummerten seitdem im Depot und hätten laut Herzog jedes Mal gefleht: „Nimm mich mit!“

Vorher wird aber noch etwas ganz anderes gefeiert: ein „Betriebs“-Jubiläum. Denn es ist fünf Jahre her, dass mit dem „August Theater“ quasi neues Leben in die ehemaligen Ratsstuben im Pieschener Rathaus einzog und dort seitdem Puppentheater für Kinder wie auch Erwachsene geboten wird. Wobei nicht selten Puppen- und Schauspiel miteinander verbunden werden. Geleitet wird das kleine Theater durch das Schauspieler- und Puppenspielerehepaar Randi und Grigorij Kästner-Kubsch, die vor 33 Jahren in Dresden ihre erste Bühne unter dem Namen Firlefanz-Theater gründeten, dann aber auch mal für 17 Jahre in Hagen in Nordrhein-Westfalen ihre „Zelte“ aufgeschlagen hatten. Seit August 2014 teilen sie sich die Bühne mit Ralf Herzog und seiner Mimenbühne, für Grigorij Kästner-Kubsch eine „Symbiose, die sich als günstig erwiesen hat“. Es komme nicht nur „zu Genre-übergreifenden Koproduktionen“, auch in der Regiearbeit unterstütze man sich gegenseitig.

Vom kreativen Zusammenspiel der beiden Ensembles kann man sich vor allem am Jubiläumswochenende vom 9. bis 11. September überzeugen. Die Jubiläumsshow „Tusch“ zeigt am Freitag Ausschnitte aus dem breiten Repertoire von pantoMimenbühne und dem „Theater mit Puppen“, zudem Ausschnitte aus „Salto Amore“. Am Sonnabend gibt sich der „Der Vagabund von Paris“ die Ehre, eine kabarettistische Komödie mit französischer Musik, in der der Puppenspieler Jean die Begegnung mit dem französischen Kasper, dem Guignol, ermöglicht. Mit ihm spielt er eine Komödie um das Leben, die Liebe, die Fehltritte und die Komik beim Umgang mit der Macht. Familien mit Kindern sollten sich den Sonntag vormerken. Um 15 Uhr kommt es zur Begegnung mit den Publikumslieblingen Petterson und Findus – und nach der Vorstellung sind alle Gäste zum Kuchenessen eingeladen.

Neu: Dank einer Kooperation mit den Städtischen Bibliotheken wird der Besuch für Schulkinder noch günstiger, denn Kinder mit eigenem Bibliotheksausweis zahlen pro Vorstellung drei statt fünf Euro. Für die Weihnachtszeit ist ein neues Stück in Arbeit, d.h. eigentlich ist es laut Kästner-Kubsch fertig, nur am Titel wird noch gefeilt.

Vom 10. bis 13. November findet dann das 33. Internationale PantomimeTheaterFestival Dresden statt. Ausrichter ist das Mimenstudio Dresden e.V., Träger der pantoMimenbühne. Unter dem Motto „Einen Herzschlag lang“ wird zu acht Vorstellungen eingeladen. Die Künstler kommen aus neun Ländern, begleitend finden Vorträge und Workshops statt. Auch zwei Kindervorstellungen für den Pantomime-begeisterten Nachwuchs sind geplant. So bittet das italienische Bottega Theater ins „Cafe des Lachens“. Die Handlung spielt in einem italienischen Kleinstadtcafe und wird laut Ankündigung „mit der Zeit immer absurder“. Zum Personalbestand gehören der dicke italienische Opernsänger, der gerne bei einem Kaffee entspannen würde, der Räuber, der zunächst auf der Suche nach etwas zu essen ist und dann doch nach der Liebe Ausschau hält, und natürlich der geplagte Kellner, der mit allerlei Widrigkeiten zurechtkommen muss, der aber auch wissen dürfte: „La reazione è più dura dell’azione“ (Es wird nicht so heiß gegessen wie gekocht).

www.theater-august.de
www.pantomimefestival-dresden.de

Von Christian Ruf

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