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Regional Gala unter 114 Kuppeln - Jubel für die Dresdner Philharmonie in Abu Dhabi
Nachrichten Kultur Regional Gala unter 114 Kuppeln - Jubel für die Dresdner Philharmonie in Abu Dhabi
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20:40 09.09.2015
Renée Flemming und der Dirigent Sascha Götzel genießen mit dem Orchester der Beifall. Quelle: Philharmonie

Für beider sängerische Finessen bildet die Dresdner Philharmonie unter Leitung des Österreichers Sascha Götzel das Rückgrat, rundet mit rein Instrumentalem wie dem Intermezzo aus Mascagnis "Cavalleria Rusticana" oder dem berühmten Walzer aus Gounods "Faust" den Abend ab und erobert so sehr schnell die Herzen des aus verschiedensten Nationen zusammengewürfelten Publikums im orientalisches Flair verströmenden Emirates Palace. Das Programm, zu großen Teilen von Renée Flemming ausgewählt, nimmt die Festivalgäste an der Golfküste mit auf eine Reise durch drei Jahrhunderte abendländischer Opern- (bzw. Operetten)Geschichte - von Händel über Mozart, Verdi, Pucchini u.a. bis George Gershwin und Irving Berlin.

Für die Dresdner Philharmonie ist dies das erste Gastspiel in der pulsierenden Kapitale mit ihrem in den jetzt elf Jahren seines Bestehens zu einem der prominentesten Kunstereignisse der arabischen Welt aufgestiegenen Festival. Die Veranstalter vom Abu Dhabi Music & Arts Fond unterstreichen damit sehr entschieden, dass für allen atemberaubenden wirtschaftlichen und technischen Aufschwung Kunst und Kultur, das Besinnen auf eigene kulturelle Wurzeln und die Neugier auf Fremdes unerlässlich sind. Vom 2. bis 31. März dauert das Festival in diesem Jahr, zu Gast sind u.a. auch Vladimir Ashkenazy, Gautier Capucon, Herbie Hancock oder dem ... Asil Ensemble.

Die Operngala im Emirates Palace - eigentlich ein Hotel, für dessen 800 Meter Gebäudelänge unter 114 Kuppeln das Wort Palast mehr als untertrieben ist - ist für die Dresdner Philharmonie nur der erste Teil einer kleinen Residenz. Die Musiker genießen, einmal nicht, wie sonst auf Tournee, mit einem vorbereiteten Programm von Ort zu Ort auf täglich wechselnde Bühnen zu reisen, sondern mit Land und Leuten viel mehr auf Tuchfühlung kommen zu können. Auch Intendant Anselm Rose, der die Festivalleiterin Hoda Al Khamis-Kanoo zu ersten Absprachen vor einem Jahr in Dresden getroffen hatte, betont die Besonderheit dieses Gastspiels: "Es ist für uns schon etwas anderes, ein Programm und seine Protagonisten erst vor Ort zusammenzuführen, als daheim zu probieren und das dann fertig anzubieten." So wird es auch beim zweiten Projekt sein: Am Mittwoch beginnen die Proben mit dem American Ballet Theatre für zwei Aufführungen von Leo Delibes' Ballett "Coppelia".

Damit bewegt sich das Konzertorchester hinsichtlich des Genres auf eher selten beackertem Terrain - Oper hier, Ballett dort -, doch wer die Philharmonie kennt, spürt: Auch das genießen die Musikerinnen und Musiker. Mit viel Feingefühl werden die Opernklassiker gestaltet, man ist weit mehr als nur Kulisse für zwei herausragende Sänger - die Visitenkarte ist abgegeben.

Den schillernden Parforceritt durch die Operngeschichte konnte übrigens nicht nur das draußen von viel buntem Licht und Klassikrock empfangene Publikum der Gala genießen. Die Generalprobe am Vormittag war von mehreren Schulklassen besucht worden, die das Procedere aufmerksam verfolgten. Solche Stippvisiten einheimischer Schüler und Studenten sind Teil eines umfangreichen, weit über Abu Dhabi hinausreichenden Jugendprogramms im Rahmen des

Festivals. Musiker der Dresdner Philharmonie werden auch dort noch eine Rolle spielen: Geplant sind Besuche in Schulen der Stadt, um Instrumente vorzustellen bzw. einen Kurs zu geben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.03.2014

Sybille Graf

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