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Regional Für die Verlängerung der Filmnächte gibt es beachtliche Hürden
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12:42 27.04.2018
Roland Kaiser sorgt bei den Filmnächten am Elbufer immer für eine volles Haus. Quelle: Dominik Brüggemann
Dresden

Die Verlängerung der Filmnächte hat viele Fans. Bislang wurde Widerstand vor allem bei genervten Ministerialbeamten verortet. Doch die Problem sind größer.

Die Stadt soll mit den Organisatoren der Filmnächte, der PAN Veranstaltungslogistik und Kulturgastronomie GmbH, Verhandlungen über eine Verlängerung aufnehmen. „Die Veranstalter haben Interesse an einer Verlängerung gezeigt, das sollte von der Politik unterstützt werden“, hatte CDU-Kulturpolitikerin Christa Müller dazu gegenüber DNN erklärt. Ein Zuschlag von fünf Tagen und für 15 statt 12 Konzerte sollte drin sein, Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) Verhandlungen mit dem Veranstalter aufnehmen – jedenfalls „nach vorheriger Prüfung aller ordnungsrechtlichen Belange“. Und da wird es schwierig.

Keine abschließende Betrachtung in der Verwaltung

Zum weiteren Verfahren gebe es noch keine „abschließende Betrachtungsweise“ innerhalb der Stadtverwaltung, hieß es auf DNN-Anfrage. Das könnte an einem Konflikt zwischen den Bereichen Kultur und Umwelt liegen. Grundsätzlich werde die Verlängerung „durch den Geschäftsbereich Kultur und Tourismus positiv eingeschätzt und begrüßt“, hieß es aus dem Bereich von Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke).

Nach Rücksprache mit dem Geschäftsbereich Umwelt und Kommunalwirtschaft – der wird von Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) geführt – und dem Umweltamt könne „unter strengen Auflagen“ und nach einer Überprüfung der Königsufervereinbarung mit dem Freistaat Sachsen den Wünschen des Betreibers „zugestimmt werden“, antwortet der Klepsch-Bereich. Dabei wird unter anderem auf Tourismuseffekte verwiesen („Jedes Jahr kommen in acht Wochen mehr als 200 000 Besucher“) und die Bedeutung einer „hochattraktiven Innenstadt“ für die Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt.

Dann klingen andere Töne an. So seien „entstehende Interessenkonflikte“ zwischen einer immer stärkeren Nutzung von Innenstadtplätze und „den berechtigten Interessen der dortigen Anwohner sowie der Gewerbetreibenden in Bezug auf die Lebensqualität in einen angemessenen Ausgleich zu bringen“, heißt es.

In der Vergangenheit wurde meist auf die Beamten in Kultus- und Finanzministerium verwiesen, die sich von nachmittäglichen Technikproben gestört fühlen würden. Das Filmnächteareal flussabwärts neben der Carolabrücke gehört dem Land. „Ohne Billigung des Grundstückeigentümers wird es keine Anpassung des Vertragskonstruktes geben“, erklärt die Stadt.

Wohnbebauung erschwert Verlängerung

Doch die Probleme reichen offenbar weiter als bis zu den Fenstern der Ministerien. So ist die Frage, wie die Ausweitung der Filmnächte zu den Ausbauplänen der Stadt für das Königsufer passt. Es müssten im Vorfeld noch weitere Gespräche innerhalb der Stadtverwaltung über die vorgetragene Angelegenheit geführt werden, heißt es vorsichtig. Schließlich stellt die Stadt aber fest: „Besonders der städtebauliche und freiraumplanerische Ideenwettbewerb Königsufer und Neustädter Markt im Kontext einer avisierten Wohnbebauung im Bebauungsplan Nr. 3018 Dresden-Innere Neustadt Nr. 9, Königsufer, würde das Vorhaben der PAN Veranstaltungslogistik und Kulturgastronomie GmbH erschweren.“

Und schließlich ergänzt der Umweltbereich von Bürgermeisterin Jähnigen: Aus Sicht des Schutzes von Anwohnern vor übermäßiger Lärmstörung können die Veranstaltungen der PAN GmbH nicht losgelöst vom sonstigen Veranstaltungsgeschehen, dass über das gesamte Jahr rund um das Königsufer stattfindet, betrachtet werden.“ Das Amt hat gleich eine ganze Liste parat: Stadtfest, verschiedene Veranstaltungen auf der Hauptstraße, Ski-Cup und weiteres. „Daher kann es keine pauschale Beurteilung des Anliegens geben, sondern es müssen der Charakter und die Lärmbelastung, die mit den Veranstaltungen einhergehen, einzeln betrachtet werden.“ Das klingt nach einer langen Debatte.

Von Ingolf Pleil

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